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Formel 1 : Schumacher vor Barrichello: Ferrari dominiert auch im Regen

  • Aktualisiert am

Der Weltmeister fährt vorneweg - auch in Silverstone Bild: dpa

Und wieder ein Doppelsieg von Ferrari: Den Großen Preis von England in Silverstone gewann der Weltmeister.

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          Wie auf Schienen steuerte Michael Schumacher seinen Ferrari durch den Regen von Silverstone.

          Der Weltmeister siegte souverän vor Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) und Williams-BMW-Pilot Juan Montoya (Kolumbien). Michael Schumacher hat in der WM-Wertung nun 54 Punkte Vorsprung auf Barrichello (32 Punkte), gar 55 auf Montoya und 56 auf seinen Bruder Ralf.

          Gewinnt der Titelverteidiger in zwei Wochen den Grand Prix von Frankreich in Magny Cours, wäre er bereits vor dem Rennen in Hockenheim (28. Juli) Weltmeister, wenn weder Barrichello noch Montoya in Frankreich Zweiter würden.

          Das Rennen vor dem Regen, Montoya vor Schumacher
          Das Rennen vor dem Regen, Montoya vor Schumacher : Bild: dpa

          Heidfeld punktet als Sechster

          Für Michael Schumacher war es der 60. Formel-1-Sieg seiner Karriere. Er unterstrich einmal mehr seinen Ruf als „Regenkönig“ und dominierte das Rennen über 308,356 Kilometer fast nach Belieben. Wieder einmal war er der beste der vier deutschen Fahrer im Feld.

          Immerhin einen WM-Punkt ergatterte Nick Heidfeld (Sauber), der hinter den BAR-Piloten Jacques Villeneuve (Kanada) und Olivier Panis (Frankreich) Sechster wurde. Nur auf Platz acht landete Ralf Schumacher (Williams-BMW), den ein missglückter Tankstopp weit zurück warf. Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) fiel im Arrows nach beherzter Fahrt in der 22. Runde aus.

          Weltmeister der Zuverlässigkeit

          Der Regen würfelte das Fahrer-Feld in der 13. Runde mit den ersten Reifenwechseln durcheinander. Ferrari bewies dabei einmal mehr seine Klasse auch jenseits der Piste: Während die Konkurrenz bei Reifenwechseln und Tankstopps Probleme hatte, lief bei der Ferrari-Crew alles reibungslos.

          Der Doppelsieg wurde sogar mit einem Stopp mehr herausgeholt als bei Montoya, der nur zwei Mal in die Box fuhr. Und Schumacher erwies sich unter schwierigsten Bedingungen erneut als Weltmeister der Zuverlässigkeit. Einen großen Anteil hatte auch das Team: Sein Ferrari trug ihn zum 15. Mal hintereinander ohne technischen Defekt ins Ziel.

          Zwar kam Montoya als Trainingsschnellster nach dem ersten Stopp noch als Erster aus der Box, doch danach war Michael Schumacher mit dem Mischreifen von Bridgestone von den Michelin-bestückten Williams-BMW nicht mehr zu halten.

          Barrichellos Aufholjagd von 21 auf 2

          Dies galt auch für den wie entfesselt fahrenden Barrichello, für den das Rennen höchst unglücklich begonnen hatte. Der Brasilianer blieb beim Start zur Einführungsrunde stehen und musste als 21. und Letzter das Rennen aufnehmen. Die grandiose Aufholjagd führte ihn aber schon in der 20. Runde auf Rang zwei.

          Nicht viel lief dagegen bei Ralf Schumacher. Beim ersten Boxenstopp fehlte ein Reifen, Schumacher stand über 15 Sekunden länger als die Konkurrenz. Beim zweiten Stopp versagte der Tankstutzen: Der Kerpener konnte erst nach 29 Sekunden weiter fahren.

          Schwarzes Wochenende für McLaren-Mercedes

          McLaren-Mercedes verkalkulierte sich total bei der Reifenwahl. Das Team spekulierte zunächst auf ein schnelles Ende des Regens und blieb mit den Trockenreifen zu lange auf der nassen Bahn. Danach war vor allem David Coulthard immer mit den falschen Reifen unterwegs - der 31-Jährige war insgesamt vier Mal an der Box.

          Der Schotte hatte keine Chance, die Hoffnungen der britischen Landsleute zu erfüllen. Die hatten am Samstag über Rundfunk gefleht: „Fußball-WM aus, Wimbledon aus - David lass du uns nicht auch im Stich.“ Doch daraus wurde nichts.

          Wie geht es weiter mit Arrows und Frentzen?

          Ein glänzendes Rennen fuhr bis zu seinem Ausscheiden in der 22. Runde Heinz-Harald Frentzen, dessen Start überhaupt erst durch eine Last-Minute-Zahlung seines Chef Tom Walkingshaw in Höhe von fünf Millionen Euro für die Cosworth-Motoren möglich wurde.

          Der Mönchengladbacher ging mit seinen Arrows als Trainings-16. ins Rennen und lag beim Aus sogar auf dem 7. Platz. „Das sah gut aus“, sagte Frentzen, „aber dann ist irgendetwas am Auto einfach kaputt gegangen.“

          Wie es mit Arrows und Frentzen weiter geht, ist noch offen. „Was nächstes Jahr ist, weiß ich nicht“, so Frentzen. „Ich wünsche dem Team, dass es Partner findet und weiter machen kann.“

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