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Formel 1 : Schumacher-Manager Weber dementiert Verhandlung mit Renault

  • Aktualisiert am

„Lassen wir uns überraschen” Bild: REUTERS

Die angebliche Offerte von Renault für Formel-1-Pilot Ralf Schumacher war nicht mehr als eine Offensive von Schumacher-Manager Weber im unendlichen Vertragspoker mit BMW-Williams.

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          Der endlose Poker um einen neuen Vertrag von Formel-1-Pilot Ralf Schumacher mit Williams-BMW ist um eine Variante reicher. Nur kurz nachdem Renault als neuer Arbeitgeber des 28 Jahre alten Kerpeners ins Spiel gebracht wurde, kamen von allen Seiten Dementis.

          „Die Geschichte ist frei erfunden“, ließ Schumachers Manager Willi Weber am Dienstagnachmittag mitteilen, der zurzeit in Malaysia mit Weltmeister Michael Schumacher Urlaub macht. „Unser Ziel ist es, sich mit Williams-BMW zu einigen.“ Ralf Schumachers Vertrag bei Williams-BMW läuft am Ende der Saison aus.

          „Zu keinem Zeitpunkt über Zukunft von Ralf“

          Auch Renault-Teamchef Flavio Briatore gab sich unwissend: „Ich habe Willi Weber in Melbourne gesehen, und wir haben miteinander gesprochen. Wir sind Freunde, da ist das normal“, gab er bekannt und betonte: „Wir haben aber zu keinem Zeitpunkt über eine mögliche Zukunft von Ralf Schumacher in einem Renault-Wagen diskutiert.“

          Die „Bild“-Zeitung hatte am Dienstag berichtet, daß der Deutsche ab 2005 für den französischen Rennstall fährt, und Manager Weber zitiert: „Wir sind uns mit Briatore über alle Eckpunkte einig. Einen Vertrag aufzusetzen ist nur noch reine Formsache.“ Weber soll
          dem britisch-deutschen Rennstall ein Ultimatum gestellt haben. „Es wird in Bahrain nur noch ein letztes Treffen mit Frank Williams geben. Finden wir da keine Einigung, wird Ralf BMW verlassen. Ralf hat es nicht nötig, sich noch länger gängeln zu lassen.“

          Vertragspoker mit Williams-BMW

          Schumacher mochte sich am Dienstag nicht zu seiner sportlichen Zukunft und seinen Wechselplänen äußern. „Kein Kommentar dazu. Ich habe in den letzten Tagen und Wochen des öfteren betont, daß ich mich im Moment ausschließlich auf das Fahren konzentrieren will und werde. Und das vergangene Wochenende hat gezeigt, daß ich damit sowieso genug zu tun habe“, sagte er. Schumacher erholt sich derzeit in Dubai vom ersten Rennen der Saison in Melbourne, wo er nur Vierter geworden war.

          Tatsache ist, daß ein Renault-Angebot für Weber und Schumacher ein Trumpf im Vertragspoker mit Williams-BMW gewesen wäre. Seit über einem Jahr versuchen Weber und Ralf Schumacher, sich mit Williams-BMW über einen neuen Kontrakt zu einigen. Knackpunkt ist das Geld: Mit einem Jahresgehalt von geschätzten 15 Millionen Euro ist Ralf Schumacher der am zweitbesten bezahlte Fahrer in der Formel 1 nach Bruder Michael (35 Millionen Euro). Williams will weniger zahlen. Ralf Schumacher klagte zuletzt, von Williams als Abzocker dargestellt worden zu sein. Williams wisse, „daß ich zukünftig fast auf die Hälfte meines aktuellen Gehalts verzichten würde“.

          Technik wichtiger als die Piloten

          Sollte Schumacher tatsächlich am Jahresende den britisch-deutschen Rennstall verlassen, müsste sich Teamchef Williams für 2005 ein neues komplett neues Fahrerduo suchen. Denn schon seit langem steht fest, daß der Kolumbianer Juan Pablo Montoya von den „Blau-Weißen“ zu den Silberpfeilen von McLaren-Mercedes wechselt. Williams wird das
          Abhandenkommen seiner Fahrer aber nur wenig Sorgen bereiten. Zum einen hat der Brite in der Vergangenheit bewiesen, daß die Technik ihm wichtiger war als die Piloten, und lieber das Geld in die Wagen steckt. Als Kandidaten für die Williams-Cockpits im kommenden Jahr
          gelten Jenson Button (BAR-Honda) und Mark Webber (Jaguar).

          Wer Ralf Schumacher bei Renault Platz machen sollte, ist unklar. Der von mehreren Rennställen begehrte Fernando Alonso, beim Großen von Australien immerhin Dritter, wollte Renault trotz Vertrags bis 2005 verlassen. Briatore legte sein Veto ein. Der Italiener Jarnu
          Trulli steht im Schatten des jungen spanischen Talents.

          Ein attraktiver Rennstall ist Renault im jeden Fall. Die Franzosen haben mittlerweile den Anschluss an die drei Topteams von Ferrari, Williams-BMW und McLaren-Mercedes gefunden. Einziger Schwachpunkt ist der mit 840 PS ausgestattete Motor. Das Aggregat ist den Motoren des Spitzentrios unterlegen. Teamchef Briatore hat schon gute Erfahrungen
          mit einem Schumacher gemacht. Unter dem Italiener gewann Michael Schumacher bei Benetton 1994 und 1995 die ersten beiden seiner sechs WM-Titel.

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