https://www.faz.net/-gtl-49ma

Formel 1 : Schumacher in der Qualifikation klar vorne

  • Aktualisiert am

Auf zum Angriff: Michael Schumacher will in San Marino durchstarten Bild: dpa/dpaweb

Vielversprechender Auftakt für den Weltmeister in San Marino: Im ersten Qualifikationstraining lag Michael Schumacher fast eine halbe Sekunde vor dem Zweiten Rubens Barrichello. Ralf Schumacher war Drittschnellster.

          Mit einer beeindruckenden Bestzeit in Imola hat Michael Schumacher sportlich souverän auf die Kritik an seinem Fahrstil unter gelber Flagge in Sao Paulo reagiert. Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister löste mit seiner schnellsten Runde beim Einzelzeitfahren zum Auftakt des Ferrari-Heimrennens ein erstes Festival in Rot aus. Teamkollege Rubens Barrichello vervollständigte am Freitag als Zweiter den Erfolg.

          „Für unsere Tifosi ist es schön, wenn die Ferrari dort stehen, wo sie in meinen Augen hingehören“, sagte Schumacher zufrieden über die provisorische Doppel-Pole. Aber abseits der Piste weht dem Kerpener ein scharfer Wind ins Gesicht. Der Große Preis von Brasilien vor zwei Wochen hat ein Nachspiel für ihn. Im schlimmsten Fall droht Schumacher eine Strafe, falls ihm ein Verstoß gegen das Reglement nachgewiesen werden kann.

          „Falls notwendig, werden wir handeln“

          Der Ferrari-Pilot soll bei diesem Chaos-Rennen wie auch der Spanier Fernando Alonso unter gelber Flagge zu schnell gefahren sein. „Es gibt dazu einen Bericht“, sagte Max Mosley, der Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA, vor dem Großen Preis von San Marino. „Falls notwendig, werden wir handeln.“ Schumacher war in Sao Paulo auf der nassen Piste in der 27. Runde in einen Reifenstapel gerutscht. In dieser Phase hatten die Streckenposten wegen eines Krans, der ein Auto weghievte, die gelben Flaggen doppelt geschwenkt. „Das bedeutet, dass ein Fahrer abbremsen und zum Anhalten vorbereitet sein muss“, verwies Mosley auf die Regeln.

          Normalerweise müssten die Piloten so langsam sein, dass nicht das geringste Risiko für einen Abflug bestehe, da Menschen und Maschinen in dem betroffenen Bereich arbeiten würden. „Wenn jemand abfliegt, stellt das ein ernsthaftes Risiko dar - es könnte sogar ein Streckenposten getötet werden“, warf der FIA-Chef Schumacher indirekt Fahrlässigkeit vor. Schumacher nahm die Schuld für seinen Crash auf sich. „Ich habe nie bestritten, dass es mein Fehler war“, sagte er. Wenn es aber in dieser Situation so gefährlich gewesen sei, hätten die Rennkommissare das Sicherheitsauto auf die Strecke schicken müssen.

          Williams-BMW in der zweiten Startreihe

          Sollte die FIA hart durchgreifen, könnten dem Rheinländer und dem Spanier im Extremfall eine Rückstufung in der Startaufstellung bei einem späteren Rennen oder sogar eine Sperre drohen. Klarheit herrscht indes beim Reglement für diese WM-Runde: Es bleibt, wie es war. Das bedeutet, es gibt weiterhin keine zwei Regenreifentypen an einem Rennwochenende. „Schade“, bedauerte Schumacher die entsprechende Vereinbarung zwischen der FIA und den Teamchefs. Mosley erklärte: „Für 2003 bleibt alles wie beschlossen.“ Das heißt, die Fahrer dürfen nur eine schnelle Runde im Zeittraining absolvieren und die Autos nach dem Qualifying nicht umgebaut und betankt werden.

          Schumacher benötigte im Einzelzeitfahren 1:20,628 Minuten. „Das alte Auto hat uns letztes Jahr geholfen, das sollte es wieder tun“, sagte er zufrieden. Barrichello lag bereits 0,454 Sekunden zurück. Ralf Schumacher belegte in 1:21,193 Minuten den dritten Platz vor dem Kolumbianer Juan Pablo Montoya im zweiten Williams-BMW. „Das heutige Resultat zeigt, dass wir einen großen Schritt nach vorn gemacht haben“, sagte BMW-Motorsportchef Gerhard Berger. Enttäuschung herrschte dagegen bei McLaren-Mercedes: WM- Spitzenreiter Kimi Räikkönen kam mit 1,519 Sekunden Rückstand nur auf Rang 8. Der Schotte David Coulthard wurde Neunter. „Das war eine schlechte Performance“, kritisierte Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug.

          Frentzen auf Platz zehn

          Heinz-Harald Frentzen erreichte im Sauber-Petronas trotz eines gebrochenen Gaspedals den zehnten Platz. Sein Teamkollege Nick Heidfeld (beide Mönchengladbach) wurde 14. Späte Genugtuung erfuhr Giancarlo Fisichella: Der italienische Jordan-Pilot erhielt am Vormittag den Siegespokal von Sao Paulo, nachdem die FIA das ursprüngliche Ergebnis nach neuen Untersuchungen korrigiert hatte.

          Weitere Themen

          Basler Festspiele, Pleite für Doll

          Europa League : Basler Festspiele, Pleite für Doll

          Der frühere Bundesligatrainer Thomas Doll unterliegt mit seinem Team gegen F91 Düdelingen. Celtic Glasgow gelingt derweil nur ein Remis, Standart Lüttich siegt in der Eintracht-Gruppe. Und der FC Basel bezwingt Krasnodar deutlich.

          Topmeldungen

          Das war nichts: Gegen Arsenal ist die Eintracht um Filip Kostic unterlegen.

          Heimdebakel in Europa League : Am Ende fällt die Eintracht auseinander

          Achtbarer Auftritt, bitteres Resultat: Frankfurt erspielt sich beim Start in die Europa League Torchancen in Hülle und Fülle, muss sich aber dem FC Arsenal geschlagen geben. In der nächsten Partie wird ein wichtiger Spieler fehlen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.