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Formel 1 : Schumacher-Festival auf dem Hockenheimring erwartet

  • Aktualisiert am

Als Favoriten ins Rennen: Ralf und Michael Schumacher Bild: dpa

Für das Formel 1-Rennen am Hockenheimring haben beide Schumachers gute Chancen, Michael könnte sogar Alain Prosts Weltrekord im Gewinnen einstellen.

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          Das Ziel ist klar: Weltmeister Michael Schumacher will am Hockenheimring gewinnen. Acht Jahre und vier Tage nach Alain Prosts 51. und zugleich letztem Grand-Prix-Sieg eben auf jenem Hockenheimring hat der Ferrari-Fahrer die Chance, mit diesem Rekord gleichzuziehen. „Schön wäre es natürlich, ausgerechnet in Hockenheim meinen 51. Sieg feiern zu können“, würde sich der Rekordjäger aus Kerpen über die historische Parallele freuen.

          Auch Bruder Ralf zählt auf dem Hochgeschwindigkeitskurs dank des starken BMWs und effizienter Williams-Aerodynamik zu den Favoriten. „Ich gehe davon aus, dass auch Williams-BMW in Hockenheim stark sein wird“, räumte der große Bruder auch dem kleinen gute Siegchancen ein: „Ich rechne eher mit einem Dreikampf zwischen uns, McLaren-Mercedes und Williams-BMW“.

          Hält der BMW-Motor?

          Ralf Schumacher reagierte eher zurückhaltend. „Das ist eine Strecke, wo wir um Podiumsplätze mitfahren. Ob es zum Sieg reicht, weiß ich nicht, da wir zuletzt Rückschläge erlitten haben und auch Motorprobleme hatten“, sagte der zweimalige Grand-Prix-Gewinner. BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger hofft darauf, „dort wieder mit den Zeiten der Schnellsten mithalten zu können“.

          Lachende Dritte im Bruder-Duell könnten die Silberpfeil-Widersacher sein. Für David Coulthard geht es im zwölften Saisonlauf am Sonntag faktisch um seine letzte minimale WM-Chance. „Ich kann nicht ignorieren, dass Michael dem Titel immer näher kommt und meine Chancen von Rennen zu Rennen sinken“, kündigte der Schotte Schumacher einen Kampf bis zum bitteren Ende an: „Ich weigere mich, klein beizugeben, bis ich auch mathematisch keine Möglichkeit zum Titelgewinn mehr habe.“

          Häkkinen will wieder siegen

          Teamkollege Mika Häkkinen hat nach seinem Silverstone-Sieg wieder Zuversicht geschöpft und „möchte diesen Erfolg in Hockenheim am liebsten wiederholen“. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug macht seiner Mannschaft Mut: „Nichts ist unmöglich. Wir kämpfen, solange wir kämpfen können. Die Stimmung ist exzellent.“

          Trotz erstarkter und größerer Konkurrenz kann Michael Schumacher vollkommen locker und gelöst antreten. Den spektakulären Test-Crash von Monza hat er bestens verarbeitet. „Der Unfall selbst wird mir keine Probleme bereiten. Ich weiß ja, warum es passiert ist, daher kann ich das sehr gut wegstecken“, gab er Entwarnung.

          Hockenheim kein gutes Pflaster

          Allerdings weist Michael Schumacher auf dem 6,823 km langen Hochgeschwindigkeitskurs für seine Verhältnisse bislang keine berauschende Bilanz auf: Nur einmal, 1995, gewann der damalige Benetton-Renault-Pilot hier. Am 25. Juli 1993 wurde er Zweiter hinter Prost. Der Franzose feierte damals seinen 51. WM-Erfolg mit 16,664 Sekunden Vorsprung vor dem aufstrebenden Talent, das damals „erst“ zwei Grand-Prix-Siege auf dem Konto hatte.

          1997 glückte Schumacher ebenfalls als Zweitem seine bislang einzige Podiumsplatzierung für Ferrari in Hockenheim. Im Vorjahr schied er beim chaotisch-dramatischen Regenrennen kurz nach dem Start nach einer Kollision mit Benetton-Konkurrent Giancarlo Fisichella aus.

          Schumacher quasi uneinholbar

          Selbst wenn dem souveränen WM-Spitzenreiter ein solches oder ähnliches Pech erneut widerfahren sollte, würde dies seine Titelverteidigung nicht verhindern, sondern allenfalls verzögern können. Bei sechs noch ausstehenden Rennen führt Schumacher (84) mit 37 Punkten Vorsprung vor Coulthard (47) fast uneinholbar.

          Sollte der Deutsche in Hockenheim und beim nächsten Rennen am 19. August in Budapest zusammen drei Punkte mehr als sein Verfolger holen, wäre er vorzeitig zum vierten Mal Weltmeister. Schumacher stünde dann auch in dieser Statistik auf einer Stufe mit Prost und könnte als nächstes den Weltrekord des fünffachen Champions Juan Manuel Fangio angreifen.

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