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Formel 1 : Sainz darf in Sotschi starten

  • Aktualisiert am

Kaum zu glauben, das nicht mehr passiert ist: Rennwagen von Sainz unter Trümmerteilen Bild: AP

Trotz seines schweren Trainingsunfalls hat Formel-1-Pilot Carlos Sainz von den Streckenärzten und seinem Team die Erlaubnis für einen Start beim Großen Preis von Russland bekommen.

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          Einen Tag nach seinem schweren Trainingsunfall hat Formel-1-Pilot Carlos Sainz von den Streckenärzten die Erlaubnis für einen Start beim Großen Preis von Russland bekommen. Der Spanier habe alle medizinischen Tests bestanden und sei einsatzfähig, teilte der Weltverband FIA am Sonntag in Sotschi mit. Kurz darauf erlaubte auch sein Team Toro Rosso dem 21-Jährigen eine Teilnahme am fünftletzten Saisonrennen.

          Sainz war am Samstag mit hoher Geschwindigkeit in eine Streckenbarriere gerast und danach ins Krankenhaus gebracht worden. Untersuchungen ergaben, dass er den Unfall ohne ernsthafte Verletzungen überstanden hat.

          Erinnerungen an Jules Bianchi - der weniger Glück hatte

          Schon am Vortag hatte sich der Spanier optimistisch gegeben: „Alles okay. Nichts, um sich Sorgen zu machen. Denke schon darüber nach, wie ich die Ärzte davon überzeuge, mich morgen das Rennen fahren zu lassen“, twitterte der spanische Toro-Rosso-Fahrer am Samstag aus dem Krankenhaus.

          Nach ersten Untersuchungen im Sotschi-Hospital 4 teilte sein Arbeitgeber mit, der 21-Jährige habe keine Verletzungen erlitten. Dennoch werde er als routinemäßige Vorsichtsmaßnahme die Nacht in der Klinik verbringen. An der Qualifikation am Samstagnachmittag konnte Sainz damit nicht teilnehmen. Ein Rennstart wäre jedoch mit einer Ausnahmegenehmigung der Streckenrichter möglich, da Sainz zuvor im Training mehrere gewertete Runden gedreht hatte.

          Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost erklärte allerdings, er werde Sainz möglicherweise nicht starten lassen, auch wenn er fit sei. „Wir müssen mit den jungen Fahrern vorsichtig sein“, sagte der Österreicher.

          Verunglückt im Training: Carlos Sainz
          Verunglückt im Training: Carlos Sainz : Bild: AFP

          Der schwere Unfall beim Abschlusstraining hatte die Rennsport-Szene in Sotschi geschockt. Erst nach bangen 20 Minuten gab der Spanier selbst Entwarnung, als er auf der Trage auf dem Weg zum Krankenwagen den Daumen hob. Sainz wurde nach einer ersten Untersuchung im Streckenhospital per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

          Der Sohn des früheren Rallye-Weltmeisters Carlos Sainz hatte vor Kurve 13 aus zunächst ungeklärter Ursache eine Mauer am linken Pistenrand berührt und danach bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Auto verloren. Der 21-Jährige raste frontal in die Streckenbarrieren, die das Auto wegen des kapitalen Aufpralls begruben.

          Das Auto ist nicht mehr zu gebrauchen: Rennwagen von Sainz nach dem Crash
          Das Auto ist nicht mehr zu gebrauchen: Rennwagen von Sainz nach dem Crash : Bild: AP

          Die letzte Übungseinheit vor der Qualifikation zum Großen Preis von Russland wurde sofort unterbrochen. Neun Minuten später brachen die Rennkommissare das Training komplett ab.

          Die Mechaniker in der Toro-Rosso-Box verfolgten auf den TV-Schirmen mit angstvollen Blicken die Bergungsarbeiten. „Ist er okay? Es sieht wie ein großer (Unfall) aus“, funkte Sainz-Teamgefährte Max Verstappen an die Box. Die Bilder weckten in der Formel 1 schreckliche Erinnerungen an den fatalen Unfall von Jules Bianchi vor einem Jahr in Japan. Damals war der Franzose von der regennassen Strecke in Suzuka abgekommen und in einen Bergungskran gerast. Nach Monaten im Koma starb Bianchi am 17. Juli an den Folgen des Unfalls.

          Carlos Sainz im Toro Rosso: Eine Mauer auf der linken Seite touchiert und dann frontal in die Begrenzung gerast
          Carlos Sainz im Toro Rosso: Eine Mauer auf der linken Seite touchiert und dann frontal in die Begrenzung gerast : Bild: dpa

          Daher war die Erleichterung im Fahrerlager groß, als endlich erste Entwarnung für Sainz kam. Fahrer und Teams twitterten umgehend Grußbotschaften und gute Wünsche an den talentierten Piloten. Sein Team wollte sich sofort an die Ursachenforschung machen, um weitere Probleme am Grand-Prix-Wochenende auszuschließen. „Wir brauchen die Daten. Es sieht so aus, als wenn das Auto beim Bremsen außer Kontrolle geriet“, sagte Teamchef Tost. „Wir müssen herausfinden, was und warum es passiert ist.“

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