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Formel 1 : Rennen in Bahrein soll stattfinden

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Die Opposition spricht sich eindeutig gegen eine Austragung des Rennens in Bahrein aus Bild: AFP

Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone hat die Diskussionen über das umstrittenen Rennen in Bahrein für beendet erklärt: Das Rennen soll stattfinden. Die Proteste in dem Golfstaat sind für Ecclestone nur ein Problem der Medien.

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          Der Automobil-Weltverband Fia hat in der aufgeheizten Debatte um das Formel-1-Rennen im Bahrein ein Machtwort gesprochen. Der vierte WM-Saisonlauf soll am 22. April wie geplant in dem Wüstenstaat stattfinden - ungeachtet der dortigen Unruhen. „Nach aktuellen Informationen ist bestätigt, dass angemessene Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, um den WM-Lauf in Bahrain stattfinden zu lassen“, teilte die Fia in einer Erklärung am frühen Freitagmorgen mit, noch bevor Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in Schanghai mit den Teams sprechen konnte.

          Bei dem Treffen am Rande des Freitagstrainings zum Großen Preis von China schwor der 81-Jährige die Teams nach unruhigen Tagen auf den gemeinsamen Kurs ein. „Alle sind glücklich. Wir haben überhaupt keine Probleme gehabt“, behauptete Ecclestone nach dem Treffen.

          Sebastian Vettels Red-Bull-Teamchef begrüßte offiziell die Klarheit. „Für jeden hier ist nun eindeutig, dass das Rennen in Bahrain nächste Woche stattfinden wird“, sagte Christian Horner. Allerdings verriet der Brite auch, dass zumindest sein Team zusätzliche eigene Sicherheitsvorkehrungen treffen wird. „Wir nehmen die Sicherheit unserer Angestellten sehr ernst, daher ist es unvermeidlich, dass wir wie bei einigen anderen Rennen zu Extra-Vorsichtsmaßnahmen greifen“, sagte Horner.

          Bernie Ecclestone: „Das ist ein Problem, das von den Medien diskutiert wurde. Sie haben aber keine Ahnung, was da wirklich passiert.“ Bilderstrecke

          Hinter vorgehaltener Hand hatten die Teams zuvor durchaus klare Bedenken geäußert. Nach Medienangaben wurden am Freitagmorgen in Manama, wo das vierte Saisonrennen stattfinden soll, bei einer Explosion zwei Autos zerstört. In Bahrein hatte es zuletzt wieder Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Oppositionellen fordern Reformen in dem Königreich. 2011 war das Rennen wegen der blutigen Unruhen abgesagt worden.

          „Das Rennen steht auf dem Kalender, schon seit längerem. Wir werden dort sein. Alle Teams sind einverstanden, dort zu sein“, meinte Ecclestone nun. Angesichts der lebhaften Debatte in den vergangenen Tagen, ob man wegen der politischen Lage den Grand Prix nicht wieder absagen solle, sagte der Brite: „Das ist ein Problem, das von den Medien diskutiert wurde. Sie haben aber keine Ahnung, was da wirklich passiert. Das ist das Problem.“

          Die Diskussionen der vergangenen Tage hatten den Druck auf die Fia und ihren Präsidenten Jean Todt erhöht, eine Entscheidung zu treffen. „Abseits der öffentlichen Wahrnehmung hat die Fia von den hochrangigsten Stellen im Königreich sowie von anderen unabhängigen Experten regelmäßig Sicherheitsberichte erhalten“, teilte der Verband mit. Aufgrund dessen gebe es keinen Grund, das Rennen abzusagen.

          Nach jetzigem Stand müssten sich die Teams also unmittelbar nach dem Rennen am Sonntag in Schanghai auf den Weg in den Golfstaat machen. Nach dem Fia-Entscheid am Freitag könnte daran wohl nur ein Verzicht des Streckenbetreibers in Bahrein selbst etwas ändern.

          Dies scheint aktuell indes unwahrscheinlich, zumal dann laut Regelwerk auch im kommenden Jahr kein Bahrain-Gastspiel der möglich ist. Diese Sanktion greift in dem Fall, dass ein Veranstalter weniger als drei Monate vor einem Grand Prix absagt. Sowohl die Regierung des Königreiches als auch die Rennausrichter hatten zuletzt aber klar gemacht, das Rennen in diesem Jahr unbedingt durchführen zu wollen.

          Bereits im November sei Fia-Boss Todt nach Bahrain gefahren, um sich nach der Rennabsage 2011 über den aktuellen Stand vor Ort zu informieren. Unter anderem habe er sich mit schiitischen Parlamentariern, dem Präsidenten der Untersuchungskommission für Bahrein, Botschaftern von EU-Ländern, dem Kronprinzen, Innenminister und Wirtschaftsvertretern getroffen. „Alle haben den Wunsch geäußert, dass der Grand Prix 2012 stattfindet“, hieß es bei der Fia.

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