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Formel 1 : Rekord am Ring

  • Aktualisiert am

Ein Mythos: der Nürburgring Bild: dpa

Zum 75-jährigen Jubiläum erwartet der Nürburgring am Formel-1-Wochenende 350.000 Besucher.

          2 Min.

          Der legendäre Nürburgring präsentiert sich zum 75. Geburtstag in jugendlicher Frische und beschert der Eifelregion trotz Fußball-WM einen Boom wie nie zuvor.

          Die Rekordmarke von über 350.000 Zuschauern wird an diesem Wochenende am Ring erwartet, die weltberühmte Strecke bringt der Umgebung geschätzte 200 Millionen Euro an Umsatz im Jahr, sagt Walter Kafitz, Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, vor dem Großen Preis von Europa.

          Allein die Formel 1 beschere den Geschäftsleuten in der Eifel rund 15 Millionen Euro Gewinn. Denn immer mehr Fans strömen hin - dem Weltmeister sei Dank. „Die Leute wollen ihre Helden sehen“, weiß Kafitz. „Und der größte aller Helden ist Michael Schumacher. Immer noch.“

          Mercedes und der Ring - etwas ganz Besonderes

          Der so Geehrte freut sich auf sein Heimrennen (Sonntag, 14 Uhr/live bei RTL und Premiere), nur unweit vom Heimatort Kerpen entfernt. „Ich kann mich noch gut an das erste Mal erinnern, als ich auf dem Nürburgring fuhr. Es war in einem VW Polo vor einer Formel-3-Testfahrt“, blickt Michael Schumacher zurück. Doch er schaut auch gerne nach vorn: „Am meisten freue ich mich auf die Gefühle, die am Sonntag bei der Formationsrunde hoch kommen werden.“

          Die Historie des Nürburgrings ist jedoch untrennbar mit der Konkurrenz verbunden. Vor 75 Jahren fand das erste Autorennen auf der Eifel-Rennstrecke statt - Sieger am 19. Juni 1927 war Rudolf Caracciola im Mercedes. Zur Feier des Tages fahren die aktuellen Silberpfeil-Piloten David Coulthard und Kimi Räikkönen am Mittwoch eine Runde im Caracciola-Auto.

          Die neue „Mercedes-Arena“ wird vorgestellt, eine Statue des fünfmaligen Weltmeisters Juan Manuel Fangio enthüllt. „Mercedes und der Nürburgring, das ist eine echte Liebesbeziehung“, so Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

          50 Millionen Euro wurden investiert

          Die Formel 1 ist eine Goldgrube für die Nürburgring-Umgebung. 90 Prozent der Besucher kommen von auswärts und bescheren den Hoteliers gute Geschäfte. Aber auch im restlichen Jahr strömen die Touristen an den Ring, zahlreiche andere Veranstaltungen locken, Freizeit-Angebote gibt es permanent.

          Der Vertrag mit der Formel 1 läuft vorerst bis 2004. Kafitz: „Aber auch dann werden wir in der Pole Position sein.“ Die 7,5 Millionen Euro teure „Mercedes-Arena“ erhöht die Zuschauer-Kapazität in diesem Jahr um 8000 auf 150.000 und verlängert den Kurs um 588 Meter auf 5,144 Kilometer.

          „Die Arena ist eine zusätzliche Attraktion für das Wichtigste, das wir haben, unsere Zuschauer“, so Kafitz. In den vergangenen acht Jahren waren insgesamt rund 50 Millionen Euro in neue Boxen-Anlagen, Start- und Zielturm sowie Pressezentrum investiert worden.

          Kritik an „Veräppelung der Zuschauer“

          Die Fußball-WM hat den Nürburgring-Veranstaltern keine Einbußen gebracht, versicherte der Geschäftsführer. Erstmals wurden die Karten bereits vor dem letztjährigen Grand Prix für das diesjährige Rennen bestellt. Die alte Kapazität wäre seit langem ausverkauft. Durch die neuen Tribünen waren einige Karten noch in der Rennwoche zu haben.

          Härter trafen die Veranstalter die heftigen Reaktionen nach der Ferrari-Stallorder von Spielberg. Auch sie spürten den Unmut der Motorsportfans. Kafitz schrieb an Formel-1-Chef Bernie Ecclestone: „Das ist eine Veräppelung der Zuschauer. Ich hoffe, dass so etwas nicht mehr vorkommt.“ Nun habe sich der Ärger „Gott sei Dank“ gelegt.

          Aber: „Die Zuschauer sind als Konsumenten eine Macht.“ Dass Michael Schumacher in der WM mit 43 Punkten Vorsprung führt, tut dem Interesse offenbar keinen Abbruch. „Wir erleben hier die letzte Chance für Mercedes und BMW, noch in den WM-Kampf einzugreifen“, beschreibt Kafitz die sportliche Attraktion - froh, dass der erste von zwei deutschen Grand Prix so früh in der Saison terminiert ist.

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