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Formel 1 : Ralf Schumacher zum ersten Mal ganz oben

Happy: Schumi II, die Nummer I von Imola Bild: dpa

Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg feierte Ralf Schumacher beim Großen Preis von San Marino den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Bruder Michael schied dagegen aus.

          Am Ostersonntag hat eine neue Zeitrechnung in der Formel 1 begonnen. Den Großen Preis von San Marino in Imola gewann Ralf Schumacher auf BMW-Williams.

          Es war Schumachers erster Grand-Prix-Sieg in seinem 70. Rennen. Gleichzeitig läutete der Triumph für BMW-Williams das Ende des rot-silbernen Dominanz von Ferrari und McLaren-Mercedes ein. Grund zum Feiern hatte schließlich auch Reifenhersteller Michelin, der seinen ersten Sieg nach dem Comeback in dieser Saison feierte.

          Schumi II vom Start weg sicher zum ersten Sieg

          Ralf Schumacher hatte sich mit einem Blitzstart von Startposition drei aus an die Spitze katapultiert. Mit einer souveränen und fehlerfreien Fahrt baute er während des Rennens seine Führung kontinuirlich aus und verteidigte sie vor David Coulthard (4,3 Sekunden Rückstand) bis ins Ziel.

          Start zum Sieg: Ralf Schumacher (r) auf dem Weg zum Erfolg.

          Mit dem Husarenritt sorgte Schumacher bei seinem Arbeitgeber für einen blau-weißen Feiertag. BMW feierte im erst 21. Rennen seit dem Comeback vor einem Jahr bereits den ersten Sieg, wesentlich früher als Konkurrent Mercedes, der erst im 50. Anlauf erfolgreich war. Den bis dato letzten BMW-Triumph in der Formel 1 hatte am 12. Oktober 1986 in Mexiko der Österreicher Gerhard Berger in einem Benetton-BMW gefeiert. Heute ist Berger Motorsport-Direktor der Münchner.

          Michael als erster Gratulant für Ralf

          Für Schumi II wurde ein Traum war: „Ich bin tierisch happy. Es hat fast fünf Jahre lang gedauert. Jetzt ist es wahr geworden. Wir haben dafür lange hart gearbeitet“, sagte er überglücklich. „Schade nur, dass mein Bruder nicht mit auf dem Podest stand.“

          Michael Schumacher war, schon in Zivil, zumindest der erste Gratulant nach dem Start-Ziel-Sieg seines kleinen Bruders. Der Weltmeister hatte in einem für ihn verkorksten Grand Prix bereits den Start verpatzt, bei dem er Jarno Trulli nicht halten konnte und vom vierten auf den fünften Platz zurückfiel. Während des Rennens musste er sich nach Problemen mit der Schaltung auch von Montoya, Panis und Barrichello beinahe kampflos überholen lassen.

          Schumi I mit Getriebe-, Reifen- und Bremsproblemen

          Damit nicht genug: mit einem „Plattfuß“ am linken Vorderrad schlich der Weltmeister in der 23. Runde an die Box. Als abgeschlagener 17. griff er zunächst wieder ins Geschehen ein. Doch eine Runde später schoben die Mechaniker den Ferrari in die Garage - das endgültige Aus.

          Grund soll ein Bremsproblem gewesen sein. „Ich habe aus Vorsicht aufgehört, denn ich habe auf einer Position gelegen, auf der keine Punkte mehr zu erwarten waren. Es hätte keinen Sinn mehr gemacht, deshalb sind wir lieber kein Risiko eingegangen“, erklärte Schumi, der nach seinen Siegen 1999 und 2000 den Imola-Hattrick verpasste.

          Frentzen schnappte Heidfeld einen Punkt weg

          „Es war nicht unser Wochenende“, so fasste er seinen Frust zusammen. Ausgerechnet in Italien, beim Heim-Rennen der Ferrari-fanatischen Renn-Tifosi. Wenigstens der Brasilianer Rubens Barrichello hielt mit seiner erfolgreichen Fahrt als Dritter die Ferrari-Fahne vor 130.000 Zuschauern im vollen „Autodromo Enzo e Dino Ferrari“ hoch.

          Die aus der ersten Reihe nicht optimal gestarteten Silberpfeile von McLaren-Mercedes besetzten im Rennen permanant die Plätze zwei (Coulthard) und vier (Häkkinen). Heinz-Harald Frentzen (Jordan) erreichte als Sechster hinter seinem Teamkollegen Jarno Trulli noch einen WM-Punkt. Nick Heidfeld wurde Siebter.

          Schumi II nun schon Vierter in der Gesamtwertung

          In der Gesamtwertung liegt Michael Schumacher nun nach Punkten gleichauf mit Coulthard (beide 26). Da er schon zwei Rennen gewonnen hat, Coulthard dagegen erst eins, ist Schumacher aber immer noch WM-Spitzenreiter.

          Ralf Schumacher schob sich nach seiner ersten zehn-Punkte-Fahrt mit nun zwölf Zählern knapp hinter Barrichello (14) auf Platz vier. Ex-Weltmeister Mika Häkkinen belegt mit nur vier Punkten noch hinter Nock Heidfeld (7) und Hein Harald Frentzen (6) den siebten Rang.

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