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Formel 1 : Ralf Schumacher: „Ich muss Michael angreifen und schlagen“

  • Aktualisiert am

Will nicht länger zum großen Bruder aufschauen: Ralf Schumacher Bild: dpa

Wenn es sich lohne, sei er auch ein „Draufgänger“, behauptet der Williams-BMW-Pilot vor dem Formel-1-Rennen in Imola.

          Ralf Schumacher hat seinem großen Bruder Michael, immerhin aktueller Weltmeister mit Ferrari, einen erbitterten Kampf um die WM-Krone angekündigt. Offenbar will der Zweite im WM-Rennen selbst beweisen, dass es stimmt, was sein Bruder behauptet: dass Ralf „kein Weichei“ sei.

          „Michael ist mein härtester Rivale im Kampf um den WM-Titel. Ich muss ihn angreifen und schlagen“, sagt der Williams-BMW-Pilot vor dem Großen Preis von San Marino in Imola. „Ich bin nicht der brave Bruder, ich greife an.“

          Ausgerechnet beim Ferrari-Heimrennen hat Ralf Schumacher die große Chance, mit der Wiederholung seines Vorjahrestriumphes und etwas Schützenhilfe anderer Piloten erstmals seinen führenden Bruder von der WM-Spitze zu verdrängen. Vor dem Europa-Auftakt am Sonntag (Start: 14 Uhr/live in RTL und Premiere) führt Michael Schumacher (24 Punkte) mit acht Zählern Vorsprung vor Ralf (16). Dessen Teamkollege Juan Pablo Montoya (14) folgt auf Rang drei.

          „Ich schenke Michael nichts“

          „Ich schenke Michael nichts. Im Gegenteil“, versichert Ralf Schumacher via „Bild“-Zeitung. Nach bislang drei Rennen sei klar, dass er Weltmeister werden könne. „Da lasse ich doch meinen Bruder nicht vor. Warum auch? Michael hat in seinem Leben schon genug gewonnen. Der hat genug Titel und braucht keinen mehr.“

          Michael Schumacher nimmt die Kampfansage Ernst. „Mit Sicherheit ist Williams-BMW in Imola das konkurrenzfähigste Team“, rechnet der 55-malige Grand-Prix-Sieger mit einem erneuten Duell zwischen den Weiß-Blauen und den Roten. „Im vergangenen Jahr waren sie dort auch sehr stark.“

          Angst hat der Weltmeister dennoch nicht. Michael Schumacher setzt auf die Stärken des neuen Ferrari F2002: „Der Erfolg in Brasilien gibt uns logischerweise Auftrieb, denn dieser Erfolg gründet sich auf dem guten Paket, das wir wieder zur Verfügung haben.“

          Ferrari baut auf Unterstützung der Tifosi

          Der jüngste Sieg in Sao Paulo kam überraschend und hat Schumachers Zuversicht für seinen Start im Autodromo Enzo e Dino Ferrari weiter gesteigert. „2001 hatten wir in Brasilien so unsere Schwierigkeiten, in Imola war es dann ähnlich“, sagt er. „Aber Brasilien hat ja gezeigt, dass das nichts für dieses Jahr bedeuten muss.“

          Der Ferrari-Star ist optimistisch, die Vorjahrespleite wettmachen zu können. Damals musste er nach Bremsproblemen, einem Felgenschaden und einem schleichenden Plattfuß weit abgeschlagen in der 25. Runde aufgeben.

          Das Team wisse nun auf Grund der negativen Erfahrungen, dass es kein einfaches Rennen werde. „Aber wir wissen auch, dass wir uns seither verbessert haben“, so Schumacher. „Wir treten beim Großen Preis von San Marino zuversichtlich an. Immerhin können wir mit der Unterstützung der Tifosi rechnen, was uns anspornen wird.“

          Ist Ralf Schumacher „Draufgänger“ genug?

          Reichlich Ansporn hat auch der Bruder. „Im Vorjahr ist mir dort mein erster Sieg gelungen, also wüsste ich nicht, warum wir dort nicht auch in dieser Saison konkurrenzfähig sein sollten“, sagt Ralf Schumacher. Zu gerne würde er Michael erneut das Heimrennen verderben und sich damit zugleich für die knappe Niederlage in Sao Paulo revanchieren. Den Vorwurf, in Brasilien feige auf eine Attacke verzichtet zu haben, wies der Verfolger zurück: „Hätte ich auch nur die kleinste Chance gesehen, ich hätte ihn überholt.“

          Mit einem süffisanten Seitenhieb auf seinen kolumbianischen Teamkollegen Montoya, der nach seiner Mini-Kollision mit Michael Schumacher den Frontflügel und damit alle Siegchancen verloren hatte, sagt Ralf Schumacher. „Ich nehme doch lieber sechs WM-Punkte für einen zweiten Platz mit als hirnlos auf der letzten Rille anzugreifen, wo es eigentlich gar nicht geht - um dann den Frontflügel zu verlieren.“

          Abgerechnet werde zum Schluss. Forsch versichert Ralf Schumacher, dass er weder gegenüber seinem Bruder noch einem anderen Kontrahenten kleinbeigebe: „Wenn es sich lohnt voll anzugreifen, dann bin ich auch ein Draufgänger.“

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