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Formel 1 : Millionenstrafe für Schumacher und Ferrari

  • Aktualisiert am

Nachdenklicher Schumacher: Richtig gehandelt? Bild: AP

Michael Schumacher bleibt Sieger beim Großen Preis von Österreich. Allerdings wurde das Verhalten bei der Siegerehrung mit einer hohen Geldstrafe geahndet.

          2 Min.

          Michael Schumacher wird der Sieg beim Großen Preis von Österreich nicht aberkannt. Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes (FIA) entschied am Mittwoch in Paris, dass Ferrari und seine beiden Piloten Michael Schumacher und Rubens Barrichello für das Verhalten auf dem Siegerpodium jedoch gemeinsam eine Strafe von einer Million Dollar zahlen müssen.

          Die Hälfte der Summe wird für ein Jahr ausgesetzt und wird nur dann fällig, wenn sich ein derartiger Vorfall innerhalb der nächsten zwölf Monate wiederholen sollte. Sanktionen gegen die beiden Fahrer auszusprechen, sei jedoch nicht möglich, weil „beide vertraglich daran gebunden sind, die Anweisungen des Teams auszuführen“, entschied der Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes FIA laut seiner in Paris veröffentlichten Erklärung.

          Mit Widerwillen von Sanktionen abgesehen

          Dennoch „bedauert“ der Weltrat, in welcher Weise die Teamanordnungen gegeben worden seien. Auch Ferrari wurde dafür nicht bestraft mit Hinweis auf das „traditionelle Recht eines Teams“, die Rangfolge seiner Fahrer zu bestimmen. „Mit einigem Widerwillen“ sei deshalb von Sanktionen abgesehen worden.

          Abgefüllt: Schumacher und Barrichello bei der Siegerehrung in Österreich
          Abgefüllt: Schumacher und Barrichello bei der Siegerehrung in Österreich : Bild: AP

          Barrichello hatte beim Großen Preis von Österreich am 12. Mai deutlich geführt, musste aber auf Anordnung seines Teams den zweitplatzierten Schumacher passieren und gewinnen lassen.

          Regelverstoß bei der Siegerehrung

          Schumacher wurde vorgeworfen, gegen die Regeln verstoßen zu haben, weil er seinem Teamkollegen bei der Siegerehrung und der anschließend offiziellen FIA-Pressekonferenz jeweils in die Mitte gebeten hatte. Das Verhalten auf dem Siegerpodium sei deshalb zu bestrafen, weil es „die Pflicht jeden Teams ist, dass die vertraglich gebundenen Fahrer sich an die Podiums-Prozeduren halten und nicht in irgendeiner Weise die nationalen Autoritäten des Landes brüskieren, in dem der Grand Prix stattfindet“.

          Auf dem Podium hatte Schumacher zunächst die Siegertrophäe aus den Händen des österreichischen Kanzlers Wolfgang Schüssel entgegengenommen und dann an Barrichello weitergereicht. Außerdem hatte der Deutsche dem Brasilianer den Platz auf dem obersten Podest überlassen.

          Keine Kommentare der Fahrer

          „Wir akzeptieren wie immer die Entscheidung der FIA“, erklärte das Ferrari-Team nach dem Urteil. Schumacher, der bereits zum achten Mal in seiner Karriere Hauptperson einer FIA-Verhandlung war, und Barrichello, die gemeinsam mit Teamchef Jean Todt angereist waren, wollten zunächst keinen Kommentar abgeben.

          Damit hat Schumacher weiterhin beste Chancen, beim übernächsten Grand Prix am 21. Juli in Magny-Cours der „schnellste Weltmeister aller Zeiten“ zu werden. Der Kerpener hat nach 9 von 17 WM-Läufen mit 76 Zählern schon 46 Punkte Vorsprung auf seinen Bruder Ralf (Williams-BMW/30). Wenn Michael Schumacher die nächsten Rennen in Silverstone (7. Juli) und Magny-Cours gewinnt und sein Bruder nur 6 Punkte holt, wäre er im 11. von 17 Läufen zum 5. Mal Weltmeister, so früh, wie noch kein anderer Fahrer zuvor.

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