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Formel 1 : Michelin eröffnet "Reifenkrieg" gegen Bridgestone

  • Aktualisiert am

Gib Gummi: Schumi fährt auf Bridgestone ab Bild: dpa

          1 Min.

          Konkurrenz belebt das Geschäft. Mit der Rückkehr des Reifenherstellers Michelin in die Formel 1 haben die Teams wieder die Qual der Wahl. Nachdem die Rennställe im Jahr 2000 allesamt mit Bridgestone-Reifen unterwegs waren, setzen nun BMW-Williams, Benetton-Renault, Jaguar, Prost und Minardi auf die neuen Pneus der Franzosen.

          Schon im Vorfeld wurde kräftig aufgerüstet. Der neue Ferrari von Weltmeister Michael Schumacher etwa, der wie sein großer Rivale Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes auf Bridgestone vertraut, fuhr gleich bei den ersten Probefahrten auf der Hausstrecke Rekorde am laufenden Band. Bridgestone-Sportchef Yoshihiko Ichikawa frohlockte: „Wir mussten handeln, und wir haben gehandelt.“

          Durch die neue Konkurrenzsituation kommt den Reifen eine weitaus entscheidendere Bedeutung im Kampf um die Sekunden zu. „Sie sind das Teil am Auto, das für sich gesehen am häufigsten über Sieg und Niederlage entscheidet“, glaubt Schumacher. In der Vergangenheit machte es keinen Sinn für den Formel-Eins-Monopolisten Bridgestone, in Sachen Reifen eine Menge Geld in Innovationen zu investieren. Das hat sich durch die Michelin-Rückkehr nach 17-jähriger Pause grundlegend geändert.

          Michelin: Formel-Eins-Siege als Kaufargument

          „Wir sind davon überzeugt, dass dies eine gute Zukunftsinvestition ist“, begründet Firmenchef Edouard Michelin den Schritt zurück ins Rampenlicht des Motorsports. Formel-Eins-Siege seien durchaus Kaufargumente für den einen oder anderen Motorsportfan. Immerhin 59 Grand-Prix-Siege, drei Fahrer-Weltmeisterschaften durch Jody Scheckter, Nelson Piquet und Niki Lauda sowie zwei Konstrukteurs-Titel mit Ferrari und McLaren holten die Franzosen in ihrer Zeit zwischen 1977 und 1984.

          Beim Wiedereinstieg stapelt Michelin, das 2002 auch den neuen Toyota ausrüsten wird, tief: „Wenn sie sagen, sie würden 2001 nicht siegen, so ist das reiner Zweckpessimismus“, meint Mercedes-Sportchef Norbert Haug. „Die wollen nichts anderes als gewinnen, und zwar schon beim ersten Rennen in Melbourne. Die Reifen könnten zu einigen Überraschungen führen.“

          Durch den Reifenkrieg wird es sogar zu einer Art von Kooperation zwischen den großen WM-Rivalen Ferrari und Mercedes kommen. „Bei Michelin wissen die Leute sehr genau, was sie tun, ihre Produkte scheinen überaus konkurrenzfähig zu sein“, sagt McLaren- Mercedes-Cheftechniker Adrian Newey. „Also werden Ferrari und wir am gleichen Strang ziehen müssen, um die Reifenentwicklung von Bridgestone so gut als möglich voranzutreiben.“

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