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Formel 1 : Michael Schumacher: Mit kluger Strategie zum Sieg in Montreal

  • Aktualisiert am

Jubel um den Sieg in Montreal: Michael Schumacher Bild: AP

Der Formel-1-Weltmeister ist nicht aufzuhalten - das FAZ.NET-Spezial zum Großen Preis von Kanada.

          2 Min.

          Weltmeister Michael Schumacher hat vor 130.000 Zuschauern den Großen Preis von Kanada gewonnen, seinen fünften Erfolg in Montreal und den 59. insgesamt gefeiert.

          Der Ferrari-Pilot verwies den Schotten David Coulthard im McLaren-Mercedes und seinen Teamkollegen Rubens Barrichello aus Brasilien auf die Plätze zwei und drei. In der WM-Wertung baute der Kerpener mit dem sechsten Saisonsieg und nunmehr 70 Zählern seine Führung auf die beiden BMW-Williams-Piloten Ralf Schumacher und Juan Montoya (beide 27) auf 43 Punkte aus.

          Ralf Schumacher kam nach einem verpatzten Boxenstopp nur auf Rang sieben, Montoya schied wie in Monaco mit einem Motorschaden aus. Sauber-Pilot Nick Heidfeld und Heinz-Harald Frentzen im Arrows kamen nicht in die Punkteränge.

          Bild: dpa

          „Fantastischer Abschluss des Wochenendes“

          Schumachers Schlüssel zum Sieg war der späte Boxenstopp in der 37. Runde. „Wer hier am längsten draußen bleibt, der gewinnt auch das Rennen“, hatte der Kerpener schon zuvor gesagt - und er behielt Recht. Schumacher blieb fast bis zum letzten Tropfen Benzin auf der Strecke und fuhr in dieser Zeit mit Rekordrunden am Fließband die entscheidenden Sekunden Vorsprung auf die Verfolger heraus.

          „Das war ein fantastischer Abschluss des Wochenendes, mit der einzigen Ausnahme, dass Rubens nicht noch Zweiter geworden ist. Das waren wieder zehn wichtige Punkte, speziell weil die BMW-Fahrer Ralf und Montoya nichts geholt haben“, sagte Schumacher: „Ich freue mich jetzt schon auf das Rennen auf dem Nürburgring in zwei Wochen, auch wenn die Erwartungen der Fans natürlich sehr hoch sind.“

          Während des Rennens hatte Schumacher noch Bedenken gehabt. „Wir wussten, dass Montoya auf einer Zwei-Stopp-Strategie war, und durften nie nachlassen. Erst nach meinem Boxenstopp habe ich mich sicher gefühlt“, meinte der 33-Jährige.

          Schwarzer Tag für Williams-BMW

          Einen schwarzen Tag erwischten die favorisierten Williams-BMW. Ralf Schumacher, der 2001 noch strahlender Montreal-Gewinner vor seinem Bruder gewesen war, ging nach verpatztem Boxenstopp diesmal auf Position sieben ebenso leer aus wie sein Teamkollege Juan Montoya. Der Kolumbianer, der nach seiner Trainingsbestzeit als Favorit ins Rennen gegangen war, schied an zweiter Stelle liegend mit einem technischen Defekt aus.

          „Das war heute nicht unser Tag“, meinte BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger. „Wir wissen noch gar nicht, was los war. Heute haben einige Sachen nicht richtig funktioniert.“

          Nichts zu holen gab es auch für Nick Heidfeld. Er wurde nach zuletzt guten Leistungen im Sauber nach einer Strafe wegen Tempoüberschreitung in der Boxengasse auf Rang zwölf auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Heinz-Harald Frentzen, dessen Arbeitgeber Arrows das Geld ausgeht, landete direkt dahinter auf Platz 13.

          Spannung nach Safety-Car-Phase

          Beim Start verteidigte Montoya im Gegensatz zum Rennen in Monte Carlo seine Pole Position. Michael Schumacher verlor seinen zweiten Platz noch vor der ersten Kurve an Barrichello. Aber schon zu Beginn der zweiten Runde gab Montoya seine Führung an Barrichello ab, der den Kolumbianer am Ende der Start-Zielgeraden ausbremste.

          In der 15. Runde wurde dann aber das Safety-Car auf die Strecke geschickt, um den gestrandeten BAR von Lokalmatador Jacques Villeneuve zu bergen, wodurch das Feld wieder zusammengeschoben wurde. Nachdem das Safety-Car das Rennen wieder freigegeben hatte, nutzte Montoya in der 18. Runde Fehler von Räikkönen und Ralf Schumacher, die die Schikane vor der Zielgeraden verpassten, und überholte beide.

          Montoya: Erneutes Aus wegen Motorschadens

          Ralf Schumacher hatte bei seinem Boxenstopp in Runde 42 Pech, dass die Tankanlage nicht funktionierte. Die Mechaniker mussten Montoyas Anlage nehmen, in der nicht genügend Benzin war. Nach dem ersten 20-Sekunden-Stopp musste Ralf Schumacher zwei Runden später noch ein zweites Mal an die Box und fiel bis auf Rang zehn zurück.

          Montoya rutschte nach seinem zweiten Stopp auf Rang drei zurück, bekam Position zwei aber zurück, als Barrichello 16 Runden vor dem Ende zum zweiten Mal tankte. In der 56. Runde rollte Montoya dann wie schon in Monaco mit Motorschaden aus - der Weg für den Weltmeister war endgültig frei.

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