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Formel 1 : Heiße Anforderungen

  • Aktualisiert am

Ferrari-Box: In Malaysia noch mit dem alten Auto Bild: AP

Der Große Preis von Malaysia verlangt von den Formel-1-Piloten wegen der Hitze einiges ab. Michael Schumacher geht gut erholt ins Rennen.

          Vor dem Großen Preis von Malaysia am kommenden Wochenende in Kuala Lumpur (Sonntag, 8.00 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) setzten die deutschen Formel-1-Stars auf Abwechslung und Freizeit. Der Weltmeister ging ganz eigene Wege, um sich auf die extreme Hitze und die 90-prozentige Luftfeuchtigkeit in Malaysia vorzubereiten.

          Anstatt nach Hause in die Schweiz zu fliegen, verbrachte Michael Schumacher nach seinem Auftaktsieg in Melbourne mit Ehefrau Corinna ein paar ruhige Urlaubstage in Australien, um sich dann ab dem vergangenen Wochenende in Malaysia an das extreme Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen: „Es ist wichtig, sich zu akklimatisieren. Malaysia ist das Rennen, das einen körperlich am meisten fordert.“

          Dauerparty

          Malaysias Formel-1-Fans werden vor dem heißesten Rennen des Jahres langsam warm. Während in Kuala Lumpur bereits eine Woche vor dem zweiten Formel-1-GP des Jahres die Dauerparty begonnen hat, sind auch die Vorverkaufszahlen seit dem spektakulären Saisonauftakt in Melbourne in die Höhe geschnellt.

          Favoriten im Visier: Pablo Montoya, David Coulthard, Michael Schumacher

          Allein in der vorigen Woche setzten die Veranstalter mehr als 20.000 Tickets für den Großen Preis von Malaysia (Sonntag, 8 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) ab, bei dem Weltmeister Michael Schumacher wie in Australien einen Hattrick feiern kann.

          Hälfte der Tickets verkauft

          „Wir haben 52.000 Tickets verkauft und sind sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel von 100.000 Zuschauern erreichen“, erklärte Ahmad Mustafa, Generalmanager der Rennstrecke: „Es ist Tradition in Malaysia, dass sich die Fans oft noch in letzter Minute ihre Tickets holen.“ Großen Anteil an dem gestiegenen Interesse haben die zahlreichen Veranstaltungen der letzten Tage.

          Am kräftigsten hat Nick Heidfelds Sauber-Team die Werbetrommel gerührt. „Quick Nick“ und sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa begeisterten am Wochenende in Kuantan an der malaysischen Ostküste 10.000 Fans, als sie mit ihren Boliden durch die Stadt rasten und Formel-1-Feeling zum Anfassen boten.

          Shoppingmeile gesperrt

          Im Zentrum von Kuala Lumpur ist dagegen von Ruhe nichts zu spüren. Die angesagten Lokale in der Innenstadt schmücken sich mit Formel-1-Autos vor ihren Eingängen und veranstalten Boxenstopp-Wettbewerbe. Der offizielle Zeitnehmer der Königsklasse, eine Schweizer Uhrenfirma, lässt am Wochenende die Haupt-Shoppingmeile für den Verkehr sperren, um ein Kartrennen zu veranstalten.

          Überall in der Stadt kann man Eintrittskarten kaufen, allerdings sind Preise zwischen umgerechnet 32 Euro für einen Stehplatz am Sonntag und 560 Euro für die besten Wochenendtickts bei einem malaysischen Durchschnittseinkommen von rund 350 Euro im Monat recht happig. „Billiger“ geht es bei der Bestellung eines Honda-Neuwagens: Laut Werbung bekommt man dazu eine Karte gratis.

          Michael Schumacher optimistisch

          An der modernen Rennstrecke, die seit ihrer Eröffnung 1999 nur Ferrari-Siege - einmal Eddie Irvine und zweimal Michael Schumacher - gesehen hat, laufen derweil die letzten Vorbereitungen. Für die Sicherheit der 557 Streckenposten und Helfer wurden zuletzt noch einmal 18 zusätzliche Sicherheitszäune aufgestellt. Alle hoffen, dass es nicht zu einem Crash-Start wie in Melbourne kommt.

          Was ist sportlich zu erwarten? Der Weltmeister widerspricht der Einschätzung vieler Experten, dass bei Asphalttemperaturen von fast 50 Grad Celsius die Michelin-Pneus von BMW-Williams und McLaren-Mercedes besser funktionieren als Ferraris Bridgestone-Reifen: „Diese Meinung teile ich absolut nicht.“

          Welche Rolle spielen die Reifen?

          Nachdem sein altes Auto in Melbourne spielerisch leicht sogar schneller als die neuen Boliden war, steht Schumacher voll hinter der Entscheidung von Ferrari-Sportdirektor Jean Todt, auch in Sepang mit dem modifizierten Vorjahresmodell anzutreten. „Wir haben schließlich in Australien gesehen, dass wir bei unserem 2001er-Auto gegenüber den 2002er-Modellen der Konkurrenz keinen Schwachpunkt haben und auch vom Speed her voll mithalten können“, sagt er.

          „Ich kann nicht sehen, warum das in Malaysia anders sein sollte, zumal hier sehr extreme Bedingungen herrschen.“ Er halte deshalb die Entscheidung „für sehr sinnvoll“. Dennoch setzen die Verfolger auf das Wetter. „40 Grad, kein Regen. Je heißer, desto besser“, beschreibt BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger seine Wunschbedingungen für das Rennen, in dem er Ralf Schumacher nach dessen spektakulärem Abflug in Melbourne wieder im Spitzenfeld erwartet. Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug glaubt: „Wenn es heiß wird, sollten wir schon dabei sein.“

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