https://www.faz.net/-gtl-91e4b

Formel-1-Saison : Am Wendepunkt

Zwei gegen einen: Mercedes dominiert auch das Podium gegen Ferrari Bild: RADAELL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Beim Heimspiel wird Ferrari von Mercedes gedemütigt: Lewis Hamilton siegt vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas. Und Sebastian Vettel ist die WM-Führung los.

          Über das Ergebnis wollte Sebastian Vettel schon Minuten nach dem Rennen gar nicht mehr reden. Als Dritter war der Dreißigjährige am Sonntag beim Großen Preis von Italien ins Ziel gekommen, und er hatte zu keinem Zeitpunkt eine realistische Chance auf den Sieg. Wieder einmal lieferte Lewis Hamilton eine fehlerfreie Vorstellung ab und sicherte sich so den 59. Sieg seiner Formel-1-Karriere. Nur sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas konnte das Tempo des Briten mitgehen und wurde Zweiter. „Wir haben heute einen auf den Deckel bekommen“, sagte Vettel: „Aber die Auslaufrunde, die Zeit auf dem Podium, da fühlt man sich irgendwie als König der Welt. Großen Dank an die Tifosi, das war großartig heute. Die Leute haben mir so viel Kraft gegeben, dass ich überzeugt bin, dass da noch richtig was kommt in den nächsten Rennen.“

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit sieben Punkten Rückstand auf Vettel war Hamilton in dieses Grand-Prix-Wochenende gegangen, nun führt er erstmals in dieser Saison die Weltmeisterschaft an (238:235 Punkte). War also ausgerechnet das Heimspiel von Ferrari auf dem Autodromo Nazionale Monza der Wendepunkt in dieser Weltmeisterschaft? Schon am Samstag hatte sich Hamilton die 69. Pole Position seiner Karriere gesichert und war in dieser Wertung an Rekordweltmeister Michael Schumacher (68) vorbei gezogen. Als er danach von seinen Gefühlen erzählen sollte, hatte der Brite Tränen in den Augen. Den Ferraristi ging es ähnlich. Vettel hatte sich nur als Achter für das Rennen qualifiziert und lag sogar noch einen Platz hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen. Beide profitierten jedoch von einer Vielzahl an Strafen, die an diesem Wochenende ausgesprochen wurden. Zehn Fahrer wurden nach der Qualifikation in der Startaufstellung zurückgestuft, weil die Mechaniker verschiedene Komponenten der Antriebseinheit ausgetauscht hatten und das Limit des Erlaubten schon überschritten war. So ging es auch den beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo, die das Zeitentraining noch als Zweiter und Dritter beendet hatten, am Sonntag allerdings nur von Position 13 und 16 ins Rennen gingen.

          Mehr als zwei Sekunden hatten die Ferrari in der entscheidenden Runde des von Regen geprägten Zeitentrainings auf Hamilton verloren – und niemand bei der Scuderia konnte sich erklären warum. Im Rennen wollten sie zurückschlagen. Das war der Plan. Tatsächlich dauerte es lediglich bis zur achten Runde, bis Vettel nur noch die beiden Mercedes-Piloten vor sich hatte. Da allerdings lag er schon acht Sekunden hinter Hamilton. In der dritten Runde war der Deutsche an seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen vorbei gegangen, in der sechsten an Lance Stroll im Williams, dann an Esteban Ocon (Force India).

          Von Anfang an vorneweg: Lewis Hamilton

          Auf den Tribünen jubelten die Ferrari-Fans, sie hofften darauf, dass die Aufholjagd unvermittelt weiter gehen möge. Doch Hamilton und Bottas machten Tempo, so sehr, dass Vettel pro Runde zum Teil eine Sekunde auf die beiden verlor. Nach zehn Umdrehungen lag er bereits mehr als 17 Sekunden hinter der Spitze. Bis zu den Boxenstopps des Trios änderte sich nichts an diesem Kräfteverhältnis. Zunächst wechselte Vettel auf die mittlere Reifenmischung (32. Runde), Hamilton (33.) und Bottas (34.) zogen nach.

          Weitere Themen

          Vettel knackt den coolen Kollegen

          Formel 1 in Singapur : Vettel knackt den coolen Kollegen

          Eiszeit bei den Roten: Erster Sieg des Deutschen seit über einem Jahr beim Großen Preis von Singapur. Charles Leclerc fühlt sich von Ferrari benachteiligt und schmollt.

          Das sind die Gewinner Video-Seite öffnen

          Wettkampf auf Surf Ranch : Das sind die Gewinner

          Zum zweiten Mal fand eine Etappe der World Surf League auf Kelly Slaters künstlicher Welle statt. Der Brasilianer Gabriel Medina gewann zum zweiten Mal.

          Leclerc bleibt der Mann der Runde

          Formel 1 : Leclerc bleibt der Mann der Runde

          Der nächste Coup von Charles Leclerc: Nach zwei Siegen in Serie sichert sich er sich in Singapur wie schon in Monza wieder die Pole Position. Sebastian Vettel fährt als Dritter abermals hinter dem Teamkollegen hinterher.

          Topmeldungen

          ICE-Züge fahren mit Strom und erzeugen ihre Emissionen nicht dort, wo sie fahren.

          Nach Klimapaket-Einigung : Bahn sieht sich als Gewinner

          Bislang habe die Deutsche Bahn gesagt, Deutschland brauche eine starke Schiene. Seit Freitag wisse er, Deutschland bekomme sie auch, sagte Konzernchef Richard Lutz am Sonntag. Was bringt das dem Verbraucher?

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.
          Am Ende jubelt die Eintracht dank Delaneys Eigentor

          2:2 in Frankfurt : Dortmund verpasst Auswärtssieg

          Trotz zweimaliger Führung verspielt Borussia Dortmund den Sieg bei Eintracht Frankfurt und verpasst damit den Konter gegenüber den Titelrivalen RB Leipzig und Bayern München.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.