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Formel 1 : Häkkinen siegt erstmals - Schumacher baut WM-Führung aus

  • Aktualisiert am

Erster Saisonsieg: Mika Häkkinen Bild: dpa

Michael Schumacher hatte in Silverstone keine Chance gegen Sieger Mika Häkkinen, baute seine Führung in der Formel-1-WM aber aus.

          3 Min.

          Der Weltrekord muss warten, die vierte Weltmeisterschaft rückt dennoch unaufhaltsam näher: Michael Schumacher verpasste in Silverstone seinen 51. Grand-Prix-Erfolg, konnte also noch nicht mit Weltrekordler Alain Prost gleichziehen - in der WM-Wertung führt der Ferrari-Pilot (84 Punkte) aber jetzt schon mit 37 Zählern vor David Coulthard. Der Schotte war bereits in der dritten Runde als Folge einer Startkollision mit Jordan-Pilot Jarno Trulli (Italien) ausgeschieden.

          Trost für McLaren-Mercedes: Coulthards Teamkollege Mika Häkkinen (Finnland) schaffte in souveräner Manier seinen ersten Saisonsieg. „Es war eine tolle Show“, meinte Häkkinen. „Jetzt will ich noch ein paar Siege bis zum Ende der Saison schaffen.“

          Heidfeld holte sich einen WM-Punkt

          Nick Heidfeld auf Sauber-Petronas wurde Sechster, Heinz-Harald Frentzen (Jordan) verpasste als Siebter dagegen die Punktränge. „Ich bin ganz froh“, sagte Heidfeld, „dass ich von Startplatz neun aus noch einen Punkt erhaschen konnte.“ Frentzen, der sich streckenweise ein rassiges Duell mit Heidfeld geliefert hatte, erklärte sein Nachlassen in der zweiten Rennhälfte so: „Ich hatte keinen Abtrieb mehr und konnte nicht mehr angreifen.“

          Hattrick: McLaren-Mercedes siegte zum dritten Mal in Folge in Silverstone

          Ralf Schumacher war in der 37. Runde, auf Platz fünf liegend, mit einem Defekt ausgefallen. „Es lag am Getriebe oder Motor“, sagte der BMW-Williams-Pilot. „Als das Auto Geräusche gemacht hat, bin ich einfach ausgestiegen.“

          Häkkinens erster Sieg seit August 2000

          Häkkinen feierte beim Großen Preis von England seinen ersten Grand-Prix-Sieg nach fast einem Jahr (Spa am 27. August 2000) und beendete damit auch auf der Rennstrecke alle Spekulationen um seinen angeblichen Rücktritt. Häkkinen verwies Schumacher bei seinem ersten Triumph in Silverstone vor mehr als 100.000 Zuschauern mit 33,6 Sekunden auf den zweiten Platz. Rang drei belegte Michael Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) vor BMW-Williams-Pilot Juan Pablo Montoya (Kolumbien).

          Auch wenn Schumacher den Weltrekord von Alain Prost frühestens beim Großen Preis von Deutschland am 29. Juli auf dem Hockenheimring einstellen kann, war er der große zweite große Gewinner von Silverstone. „Ich bin mit den Punkte zufrieden“, meinte der dreifache Weltmeister, „aber nicht mit meinem Auto heute.“

          Obwohl Schumacher den Start gewonnen hatte, war er danach chancenlos gegen Häkkinen, der ihn in der fünften Runde sogar überholte. Schumacher: „Da hatte ich Probleme, das Auto überhaupt auf der Strecke zu halten.“

          Zwei Ferraris auf dem Treppchen

          In Runde 18 musste Schumacher auch noch Montoya passieren lassen, der ihn am Ende der Start-Ziel-Geraden überholte. Drei Runden später legte Spitzenreiter Häkkinen mit 25 Sekunden Vorsprung auf den drittplatzierten Schumacher seinen ersten Boxenstopp ein, verlor zwar Platz eins an Montoya, kam aber noch vor dem Weltmeister wieder auf die Strecke. In der 25. Runde bekam Häkkinen Platz eins zurück, als Montoya zum Reifenwechsel fuhr, und vergrößerte seinen Vorsprung auf Schumacher kontinuierlich.

          In der 39. Runde fuhr Häkkinen in der Boxengasse schon wieder los, als Schumacher gerade zu seinem einzigen Stopp einrollte. Für zwei Runden fiel dieser sogar wieder hinter Montoya zurück, bis der Kolumbianer ein zweites Mal zum Nachtanken fuhr und auf den vierten Rang abrutschte. Noch eine Runde später kam Barrichello zum Reifenwechsel und behauptete seinen dritten Rang gegen Montoya.

          Titelgewinn frühestens in Budapest

          Michael Schumacher, der bei einem Erfolg in Silverstone in Hockenheim den ersten „Matchball“ zum Titelgewinn gehabt hätte, fehlen jetzt noch zwei Siege zum Titel. Sollte der 32-Jährige beim nächsten Rennen in Hockenheim und danach in Budapest gewinnen, wäre er auf jeden Fall - unabhängig von Coulthards Platzierungen in diesen beiden WM-Läufen - alter und neuer Weltmeister.

          Für den zweimaligen Champion Häkkinen, der sein Punktekonto durch den 19. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere auf 19 schraubte, war der WM-Zug schon lange vorher abgefahren. Dennoch soll der Finne bei McLaren-Mercedes bleiben.

          Der englisch-deutsche Rennstall will seine komplette Fahrerbesetzung für 2002 erst bekanntgeben, wenn alle Verhandlungen abgeschlossen sind. Es wird damit gerechnet, dass das beim Deutschland-GP in in Hockenheim der Fall sein könnte. „Wir haben eine Option auf beide Piloten für das nächste Jahr, deshalb sind wir in dieser Angelegenheit nicht in Eile“, meinte McLaren-Chef Ron Dennis.

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