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Vettel-Debakel in Formel 1 : Grande Tristezza im Ferrari-Land

Auch durch die Maske ist zu erkennen, in welcher Stimung sich Sebastian Vettel befindet Bild: EPA

Räikkönen im Dienste Vettels wie Bottas für Hamilton? „Bei Ferrari stellen wir Fahrer ein, nicht Butler“, sagt Teamchef Arrivabene. Schön gesagt – aber die Strategie von Mercedes erweist sich als erfolgreicher.

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          Als es interessant wurde, war es schnell vorbei. Sebastian Vettel, der große Verlierer des Großen Preises von Italien, war gerade gefragt worden, ob es nicht ein Nachteil sei, nicht nur gegen die Konkurrenz von Mercedes kämpfen zu müssen auf der Strecke, gegen Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, sondern auch gegen den Teamkollegen Kimi Räikkönen. „Nein“, hatte Vettel geantwortet, „es macht mir Spaß gegen alle anderen 19 Autos zu fahren. Es war ja noch nie anders.“ An dieser Stelle endete die kurze Pressekonferenz im Motorhome von Ferrari im Autodromo Nazionale. „Danke“, sagte der Pressesprecher der Scuderia. Das wars, Feierabend bei Ferrari. Ohne Feier allerdings.

          Kurz darauf, ein paar Meter weiter im Fahrerlager, andere Farbe, bessere Stimmung. Valtteri Bottas, Hamiltons unterlegener Teamkollege, bestätigte noch mal, was ohnehin offenkundig ist: „Ich bin realistisch. Der Rückstand ist groß, da bin ich bereit zu kooperieren.“ Gut möglich, dass Hamilton diesen Großen Preis von Italien nicht gewonnen hätte ohne den kooperierenden Finnen. Bottas hatte Räikkönen in der entscheidenden Phase des Rennens aufgehalten, dafür gesorgt, dass Hamilton aufschließen konnte zum Finnen im Ferrari. „Wir haben unterschiedliche Strategieszenarien besprochen vor dem Rennen“, erzählte Bottas. „Das Team will beide Titel gewinnen.“ Und bis es soweit ist, 30 Punkte Vorsprung hat Hamilton nun auf Vettel, wird Bottas in den noch ausstehenden Rennen weitere Dienste im Sinne des Teamkollegen erledigen.

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