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Formel 1 : Ganz gemütlich auf Platz drei

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Nichts soll mehr schief gehen: Michael Schumacher Bild: dpa

Michael Schumacher hat beim Freien Training zum Grand Prix von Frankreich nur den Silberpfeilen den Vortritt gelassen.

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          Michael Schumacher nickte kurz und grinste danach still vor sich hin. Der Ferrari-Star fuhr im Schongang auf den dritten Platz in Magny-Cours.

          Beim freien Training zum Großen Preis von Frankreich (Sonntag, 14 Uhr/live in Premiere und RTL) auf dem Weg zum historischen fünften Titel spielte der Ferrari-Star den Kavalier und ließ den zuletzt arg gebeutelten Mercedes-Silberpfeilen von David Coulthard (Schottland) und Kimi Räikkönen (Finnland) den Vortritt.

          Unfreiwillig freier Tag für Frentzen

          Einen unfreiwillig freien Tag hatte wie zuletzt in Silverstone Heinz-Harald Frentzen, obwohl dessen hochverschuldeter Arbeitgeber Arrows die Rate von 750.000 Euro für die Cosworth-Motoren bezahlt hatte. Diesmal blockierte der größte Anteilseigner des Teams (Morgan Grenfell) einen Start. Die Investmentbank verlangt die Rückzahlung eines 20-Millionen-Euro-Kredits, falls Arrows verkauft wird.

          „Das Problem ist, dass es keine Einigung gibt, an wen das Team verkauft wird. Wir sind einsatzbereit, können aber nicht fahren“, sagte der frustrierte Frentzen, der nun auf grünes Licht für das Zeittraining am Samstag wartet. „Ansonsten mache ich halt Urlaub.“

          Sauber zieht Option auf Heidfeld

          Gute Nachrichten gab es derweil für den zweiten Mönchengladbacher. „Wir werden die Option auf Nick Heidfeld einlösen,“ sagte Teamchef Peter Sauber, der dem Sauber-Piloten für eine weitere Saison das Vertrauen ausspricht.

          Im freien Training belegte der 25-Jährige Platz 16. Viertschnellster war Ferrari-Pilot Rubens Barrichello (Brasilien) vor Ralf Schumacher. Dessen BMW-Williams-Teamkollege Juan Montoya (Kolumbien) landete auf Position zehn.

          Der Weltmeister braucht „keine Nachhilfe“

          Für Michael Schumacher ist es trotz der großen Bedeutung ein Rennen wie jedes andere. „Das ist ein ganz normales Wochenende für mich“, meinte der WM-Spitzenreiter, der nicht daran glaubt, seinen fünften WM-Titel schon in Magny-Cours zu holen. „Ganz einfach: Es wird hier nicht passieren, weil mir meine Konkurrenten bestimmt nicht den Gefallen tun werden.“

          Der Ferrari-Star führt die WM-Wertung mit 86 Punkten und damit 54 Zählern Vorsprung vor Barrichello (32) sowie Montoya (31) und Bruder Ralf (30) an. Die Rechnung zur Fahrt ins Formel-1-Paradies ist einfach, das weiß auch Michael Schumacher: „Mathematik war mein Lieblingsfach, ich brauche keine Nachhilfe. Ganz blöd bin ich ja nicht, ich bekomme von selbst mit, wann ich hier Weltmeister werde.“

          So schnell wie möglich den Titel holen

          Michael Schumacher muss in Magny-Cours in jedem Fall gewinnen und hoffen, dass Barrichello und Montoya bestenfalls auf Platz drei fahren. Dann wäre dem 33-Jährigen der fünfte WM-Titel nicht mehr zu nehmen, er stünde schon nach dem elften von 17 Saisonrennen uneinholbar als „schnellster Weltmeister“ der Formel-1-Geschichte fest.

          Außerdem würde er mit dem legendären Argentinier Juan Manuel Fangio gleichziehen, der als bislang einziger Fahrer fünf WM-Titel holte.Sollte Schumacher maximal Zweiter werden, wäre die WM-Entscheidung bis zum Heimrennen am 28. Juli in Hockenheim vertagt. Der Titelverteidiger betont allerdings, dass er die WM-Krone so schnell wie möglich erobern möchte.

          Leistet Ralf Schumacher Schützenhilfe?

          Schumacher, der sieben der bisherigen zehn Saisonrennen gewann, stimmte sich bei einer Motorradtour mit Freunden und auf dem Fußballplatz auf das Rennen ein. „Ich schaue nur auf mich und verlasse mich nicht auf andere“, sagte der Weltmeister, der in Magny-Cours schon fünf Mal (1994, 1995, 1997, 1998, 2001) die Nase vorn hatte.

          Schützenhilfe könnte Ralf Schumacher liefern, falls er hinter seinem Bruder den zweiten Rang belegen würde. Derartige Rechenspiele gehen dem BMW-Williams-Piloten aber gehörig auf die Nerven: „Es interessiert mich absolut nicht, wer den Titel meines Bruders verhindert. Ob Michael diesen Titel jetzt oder ein Rennen später holt, ist doch wurscht. Ich werde sicherlich keinen vorbeilassen, freiwillig bestimmt nicht.“

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