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Formel 1 : FIA läßt Rennställe weiter im Regen stehen

  • Aktualisiert am

Alle Strecken, alle Teams Bild: FAZ.NET (@nav)

Die Fahrer regen sich auf, das Reglement bleibt: Auch in Imola ist am Wochenende in der Formel 1 kein zweiter Regenreifentyp erlaubt. FAZ.NET-Spezial zum Großen Preis von San Marino.

          Auch beim „Heimspiel“ in Italien muss der einstige Regenspezialist Michael Schumacher hoffen, dass ihm wieder die Sonne scheint: Denn weiterhin sind in der Formel 1 keine zwei Regenreifentypen an einem Rennwochenende erlaubt.

          „Schade“, kommentierte der fünfmalige Weltmeister kurz und knapp eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Internationalen Automobilverband FIA und den Formel-1- Teamchefs am Donnerstag in Imola. FIA-Präsident Max Mosley erklärte: „Für 2003 bleibt alles wie beschlossen“, von minimalen Änderungen abgesehen. Das heißt, die Fahrer dürfen auch künftig nur eine schnelle Runde im Zeittraining absolvieren und die Autos dürfen nach dem Qualifying nicht umgebaut und betankt werden.

          „Nur selbst auferlegter Druck zählt“

          Schumacher, der nach seinen drei Fehlern in den drei Übersee- Grand-Prix als WM-Achter schon 16 Punkte Rückstand auf Silberpfeil- Kontrahent Kimi Räikkönen (24) hat, geht gelassen und ohne großen Druck in das Ferrari-Heimrennen am Ostersonntag (Start: 14.00 Uhr/live in RTL und Premiere). „Für mich zählt nur der Druck, den ich mir selbst auferlege, nicht der von außen“, versicherte der Wahl-Schweizer. „Wenn einer nach drei Rennen 16 Punkte Vorsprung hat, muss es möglich sein, diesen in 13 Rennen wettzumachen.“

          Obwohl Schumacher im Autodromo Enzo e Dino Ferrari wieder mit dem modifizierten Vorjahresmodell F2002 antreten muss, ist der viermalige Sieger des Großen Preises von San Marino zuversichtlich: „Ich hoffe, dass wir Favorit sind.“ Sein Bruder Ralf sieht das genau so. „Ferrari hat das schnellste Auto und ist auch in Imola Favorit“, sagte der Williams-BMW-Pilot.

          BMW-Williams am Scheideweg

          Ausgerechnet auf der Strecke, auf der die Münchner vor zwei Jahren mit Ralf Schumacher den ersten Sieg nach dem Comeback feierten, steht das Team am Sonntag beim Großen Preis von San Marino (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) fast schon am Scheideweg. Nach den durchwachsenen Resultaten in den ersten drei Rennen der Saison müssen die Weiß-Blauen schnell den Anschluss an McLaren-Mercedes und Ferrari herstellen.

          „Nach den sehr turbulenten Rennen in Übersee wünschen wir uns einen normalen Grand Prix, ein Rennen unter repräsentativen Bedingungen, das einen unverfälschten Vergleich mit der Konkurrenz erlaubt“, sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen vor dem 4. von 16 WM-Läufen. Die hohen Erwartungen an den radikal neuen Williams FW25 wurden bislang nicht erfüllt. Während der rund 900 PS starke BMW-Motor P83 weiter die Messlatte der Formel 1 bildet, ist die Aerodynamik des Williams-Boliden das Sorgenkind, obwohl die Engländer unter Hochdruck immer neue Teile entwickeln.

          Konkurrenz mit Jokern

          „Testfortschritte sind wichtig, denn jetzt geht es nicht mehr nur darum, Ferrari einzuholen, sondern vor allem darum, McLaren daran zu hindern, den Vorsprung weiter auszubauen“, sagt Ralf Schumacher. Während die Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen (24 Punkte) und David Coulthard (15) die WM-Wertung anführen, haben Ralf Schumacher und Juan Montoya lediglich 8 Zähler auf dem Konto, genauso viel wie Titelverteidiger Michael Schumacher.

          Das größte Problem für BMW-Williams ist allerdings, dass beide Konkurrenten ihre neuen Autos noch in der Hinterhand haben. Ferrari wird den F2003 erstmals am 5. Mai in Barcelona einsetzen, der neue Silberpfeil MP4-18 könnte am 19. Mai in Zeltweg debütieren.

          Marginale Änderungen

          Alle müssen weiter auch mit den unangenehmen Regel änderuinge leben: In langen Sitzungen hatten die Teamchefs erst mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und danach mit Mosley über das Reglement beraten. „Es herrschte völlige Übereinstimmung, dass wir nach den beschlossenen Regeln weitermachen“, teilte der FIA-Präsident später mit. Künftig kann allerdings das Ersatzauto im freien Training am Freitag und Samstag gefahren werden.

          Die im Qualifying und im Grand Prix eingesetzten Wagen müssen dagegen identisch bleiben. Bei einem notwendig gewordenen Motorentausch muss der Pilot von hinten starten. Wer seine Fahrzeugs-Abstimmung - wie zuletzt in Brasilien nach dem strömenden Regen - verändert, muss aus der Boxengasse beginnen.

          Für 2004 gibt es laut Mosley noch einige Differenzen. So wollten die Teamchefs weiterhin Daten vom Auto zur Box übermitteln sowie elektronische Fahrhilfen wie Traktionskontrolle, vollautomatisches Getriebe oder Starthilfe benutzen. Diese sollen in der kommenden Saison verboten werden. „Dazu gibt es bald ein Treffen“, sagte der Brite. „Ich hoffe, dass wir in allen Punkten Übereinstimmung erzielen.“

          Gute Nachricht für Giancarlo Fisichella

          Der Jordan-Pilot erhält am Freitagvormittag auf der Start-Ziel-Geraden nachträglich den Pokal für seinen Sieg beim Großen Preis von Brasilien. Der Finne Räikkönen, der in Sao Paulo ursprünglich als Gewinner gewertet worden war, und McLaren-Teamchef Ron Dennis überreichen Fisichella und dessen Teamchef Eddie Jordan in einer kleinen Zeremonie die Trophäe.

          Die FIA hatte nach einer Untersuchung das Ergebnis korrigiert, weil bei dem nach schweren Unfällen abgebrochenen Rennen eine Runde zu wenig gewertet worden war.

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