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Formel 1 : Die deutsche Hymne wird schon jetzt gespielt

  • Aktualisiert am

Gut gelaunt auch auf zwei Rädern: Schumacher und Barrichello Bild: dpa

Vor dem Grand Prix von Frankreich probt man in Magny-Cours den Ernstfall, dass Michael Schumacher schon am Sonntag Weltmeister wird.

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          Michael Schumacher verspürt auch vor dem bevorstehenden, potenziellen WM-Wochenende keinen Druck, für Heinz- Harald Frentzen hingegen wird die Nervenbelastung immer größer.

          Drei Tage vor seiner möglichen Krönung zum fünfmaligen Weltmeister hat der Ferrari-Star jegliche Ungeduld weit von sich gewiesen. „Wir wissen, unter welchen Umständen was passieren kann, aber darauf richtet sich jetzt nicht unser Hauptaugenmerk“, sagt Schumacher vor dem Großen Preis von Frankreich. „Es ist egal, ob es hier oder bei einem anderen Rennen passiert, Hauptsache, es passiert.“

          Der Titelverteidiger kann Gelassenheit zeigen, während Landsmann Frentzen zittern muss: Auch einen Tag vor dem ersten Training in Magny-Cours ist der Start des Arrows-Teams fraglich.

          Stellt Schumacher Fangios Fabelrekord ein?

          Schumacher kann schon an diesem Sonntag (14 Uhr/live in RTL und Premiere) beim elften von 17 WM-Läufen alles perfekt machen und mit Titel Nummer fünf den Weltrekord des legendären Juan Manuel Fangio einstellen. Gleichzeitig wäre es die schnellste WM-Entscheidung in der Formel-1-Geschichte.

          Schumacher hat 86 Punkte auf dem Konto und 54 Zähler Vorsprung vor den Verfolgern. Sollte der 60-malige Grand-Prix-Gewinner in Magny-Cours den achten Saisonsieg einfahren und Teamkollege Rubens Barrichello (32) und Williams-BMW-Pilot Juan Pablo Montoya (31) bestenfalls Dritter werden, kommt Schumacher bereits als Weltmeister zum Heimrennen kommende Woche in Hockenheim.

          Rallye fahren - „aber an einem sicheren Ort“

          „Wir versuchen, uns auf das Rennen zu konzentrieren und zu gewinnen“, sagt Schumacher, der bereits fünf Siege beim französischen Grand Prix gefeiert hat und wieder Topfavorit ist. Die deutsche Nationalhymne ist jedenfalls schon gespielt worden - während der Pressekonferenz ist draußen für die Siegerehrung geprobt worden.

          Der Titelverteidiger hofft vor allem wieder auf Vorteile durch die Reifen. „Wir hatten einen guten Test mit Bridgestone und bekommen neue Reifen für dieses Rennen“, berichtet der viermalige Champion.

          Angesprochen auf die Herausforderung von Rallye-Star Colin McRae, der am Dienstag ein Giganten-Duell mit dem Formel-1-Weltmeister vorgeschlagen hat, bleibt Schumacher zurückhaltend: „Ich habe mich früher einmal sehr für Rallye interessiert. Jetzt ist das Interesse zurückgegangen. Vielleicht mache ich das mal eines Tages, wenn ich Zeit habe. Aber an einem sicheren Ort, ich habe keine Lust, in den Wald abzufliegen.“

          Erneute Fragezeichen hinter Arrows-Start

          Heinz-Harald Frentzen dürfte auf Experimente noch weniger Lust haben. Der Mönchengladbacher muss zwei Wochen nach dem Hick-Hack in Silverstone erneut um seinen Start bangen. Er reiste zwar nach Magny- Cours, weiß aber wieder nicht, ob er am Grand Prix teilnehmen wird. Der Alltag mit dem britischen Rennstall wird für den 35- Jährigen immer mehr zum Nervenkrieg. „Ich werde mich in jedem Fall bemühen, dem Team zu helfen“, lautet seine Devise.

          „Wir warten auf nähere Informationen vom Team“, sagt Frentzens Berater Monte Field. „Derzeit wissen wir noch nicht, was wir am Wochenende tun werden“, so eine Team-Sprecherin am Donnerstagnachmittag. „Wir führen noch Gespräche und werden alles in unserer Macht stehende tun, damit wir am Wochenende am Grand Prix teilnehmen können“, hat Arrows zuvor offiziell mitgeteilt.

          Gleichzeitig erklärt der Rennstall, dass diesmal nicht die Rate für die Motoren das Problem sei, vielmehr verhandle man mit einem Teilhaber. „Wir bereiten uns auf ein normales Rennen vor“, meinte Field. „Heinz-Harald ist ein Profi. Er hat in den letzten Jahren schon viele schwierige Situationen gemeistert. Er kann damit umgehen.“

          Die Schulden drücken Frentzen und Co.

          Die fällige Rate von 1,5 Millionen Euro für die Cosworth-Motoren habe Teamchef Tom Walkinshaw gerade noch rechtzeitig aufgebracht, berichtet die englische Zeitung „Guardian“. Nun werde mit dem am Rennstall beteiligten Bankhaus Morgan Grenfell verhandelt, mit dem Walkinshaw doch noch einen Kompromiss über den Verkauf des Teams erzielen wolle, heißt es weiter.

          Zudem müsse schon nächsten Mittwoch die Motoren-Rate für den Großen Preis von Deutschland bezahlt werden. Arrows hat angeblich einen Schuldenberg von 100 Millionen Euro.

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