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Formel 1 : Der Angriff auf den Rekordjäger

  • -Aktualisiert am

Das Geheimnis des Erfolgs: Die Konkurrenz rätselt weiter wegen Vettels Überlegenheit Bild: dpa

Sebastian Vettel rast vorneweg. Die anderen Teams arbeiten an einer Lösung des Problems. Ferrari konnte offenbar das Geheimnis vom biegsamen Red-Bull-Frontflügel lüften, und Mercedes hat eine eigene Idee.

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          Sebastian Vettel ist auf der Jagd nach einem weiteren Rekord. Der Weltmeister der Formel 1 will Nigel Mansell mit vierzehn Pole Positions in einer Saison ablösen, und er befindet sich auf einem guten Weg. Die Bestzeit im Qualifikationstraining zum Großen Preis von Indien am Samstag war Nummer dreizehn in dieser Saison. Mit einer Zeit von 1:24,178 Minuten nahm Vettel dem Zweitplazierten Lewis Hamilton (McLaren) knapp drei Zehntelsekunden ab. Der Engländer rückt in der Startaufstellung allerdings um drei Plätze zurück, weil er im freien Training Gelbe Flaggen ignoriert hatte. "Ein dummer Fehler von mir", sagte Hamilton.

          Solche Sorgen kennt Vettel derzeit nicht. Zwei Chancen bleiben ihm noch für den nächsten Rekord - in Abu Dhabi (13. November) und Brasilien (27. November). Für seinen elften Saisonsieg wird Vettel härter kämpfen müssen. "Die Reifen scheinen ewig zu halten. Es könnte ein Rennen der Überraschungen geben", sagt er. Spekulationen, Red Bull würde Mark Webber, der wegen der Hamilton-Strafe von Platz drei auf zwei vorrückt, an Vettel vorbeilotsen, damit der in der WM-Wertung noch Zweiter wird, trat der Australier entschieden entgegen: "Ich lasse mir keine Position schenken."

          Während Nico Rosberg in Indien als Siebter das Pflichtresultat für den besten Mercedes schaffte, setzte Adrian Sutil mit Startplatz acht ein Ausrufezeichen, das ihm vielleicht nicht mehr viel helfen wird. Offiziell will Force-India-Chef Vijay Mallya seine Piloten in der kommenden Woche bestimmen, doch der Fahrerlager-Funk meldet bereits Paul di Resta und Nico Hülkenberg als Fahrerpaarung für 2012. Auch Plan B könnte für Sutil schiefgehen. Kimi Räikkönen steht bei Williams offenbar kurz vor einem Comeback. Michael Schumacher (11.) beklagte im zweiten Silberpfeil das gleiche Problem, das ihn schon in Korea einen Platz in den Top Ten gekostet hat.

          Der Rekordweltmeister sprach von Reifenvibrationen, gab aber zu: "Das ist keine Erklärung dafür, dass es nicht schneller ging." Ihm fehlten lediglich 0,018 Sekunden für die Qualifikation für den dritten Durchgang.

          Kampf im MIttelfeld

          Die WM-Titel sind längst vergeben, nur noch im Mittelfeld findet ein Kampf statt, der die beteiligten Teams aber mehr interessiert als die Zuschauer. Zwischen Force India, Sauber und Toro Rosso geht es um die Plätze sechs bis acht in der Konstrukteurswertung oder eine Differenz von neun Millionen Dollar bei der Summe, die Chefvermarkter Bernie Ecclestone am Ende des Jahres je nach Plazierung an die Teams ausschüttet. Da lohnt es auch kurz vor Ende der Meisterschaft, eine halbe Million in die Entwicklung neuer Teile zu stecken. Force India präsentierte in Singapur ein neues Aerodynamikpaket, Sauber in Suzuka und Toro Rosso in Korea.

          Weil Toro Rosso mit einer Auspuff- und Diffusormodifikation gleich eine Sekunde pro Runde herausgeholt hatte, unterbrach Force India die Arbeit am nächstjährigen Auto und testete in vier Windkanalsitzungen neue Teile für das aktuelle Modell. Sie brachten bei ihrem ersten Einsatz in Indien vier Zehntelsekunden pro Runde.

          Tests für die neue Saison

          Red Bull, McLaren, Ferrari und Mercedes probieren in der Endphase der Meisterschaft schon neue Frontflügel für 2012 aus. Manche nur im Training, um die Konkurrenz nicht jetzt schon auf geheime Projekte aufmerksam zu machen. Mercedes wäre es in Suzuka fast gelungen, hätten die Spione nicht genau aufgepasst. Das Konstruktionsbüro arbeitet an einem sogenannten F-Schacht im Frontflügel. Dabei wird über die Nase Luft in die Flügelelemente eingespeist und ab einem bestimmten Staudruck auf der Rückseite des Flügels abgeblasen. Das erhöht die Geschwindigkeit auf der Geraden.

          Ferrari betrieb mit seiner jüngsten Flügelkreation weniger Geheimnistuerei. Optisch ist der Flügel eine Red-Bull-Kopie. Wie TV-Aufnahmen in Indien zeigten, flattert der Flügel im Fahrbetrieb auch so wie sein Vorbild. Ferrari hatte Versionen mit unterschiedlicher Biegsamkeit dabei. "Wir experimentieren", sagte Felipe Massa. Im Stand bestand der Flügel den Fia-Belastungstest. Das Absenken tritt erst ein, sobald der Flügel aerodynamisch belastet wird. Die Endplatten schleifen dann auf dem Asphalt. Das bringt zusätzlichen Abtrieb.

          Seit einem Jahr versuchen die Teams dem Red-Bull-Geheimnis des kontrollierten Verbiegens auf die Spur zu kommen. Es muss, so die Theorie, in einer ganz speziellen Karbonstruktur liegen. Das Timing, warum Ferrari gerade jetzt der Durchbruch gelungen scheint, kommt einigen Leuten bei Red Bull komisch vor. Webber hatte nach einer Kollision mit Massa beim Rennen in Italien den halben Frontflügel verloren. Red-Bull-Technikchef Adrian Newey bestätigt: "Er ist nie wieder aufgetaucht." Schlussfolgerungen sollten bitte andere ziehen.

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