https://www.faz.net/-gtl-2lu8

Formel 1 : Coulthard: Schumacher betreibt Schummelei

  • Aktualisiert am

Leise Töne vor Imola: Michael Schumacher Bild: dpa

Die Erwartungshaltung beim Heimspiel vor 120.000 Ferraristi ist riesengroß, doch Michael Schumacher bleibt vor dem Großen Preis von San Marino cool.

          Ausgerechnet beim Ferrari-Heimrennen droht Michael Schumacher die nächste Niederlage und damit erstmals der Sturz von der WM-Spitze. McLaren-Mercedes und David Coulthards haben sich nach dem brillanten Sieg im Regenrennen von Sao Paulo viel vorgenommen. Der Schotte hat den Weltmeister nun auch verbal angegriffen und Michael Schumacher der Schummelei bezichtigt.

          In einem Interview hat Coulthard geklagt, dass Michael Schumacher die Regeln auf eine ziemlich unakzeptable Weise ausdehnen würde. „und wenn man schmummelt, muss man gesperrt werden.“ Neben Coulthard sitzen Bruder Ralf und Juan Pablo Montoya im zweiten Williams- BMW dem dreimaligen Formel-1-Weltmeister dicht im Nacken. Dennoch geht Michael Schumacher souverän und siegesgewiss in den Großen Preis von San Marino am Osterwochenende.

          Vielversprechende Tests

          „Ich bin mir sicher, dass wir in Imola konkurrenzfähiger als zuletzt in Brasilien sein werden“, sagte er nach den vielversprechenden Tests. „Ich erinnere mich sehr gut, wie ich dort in den letzten beiden Jahren gewonnen habe. Und aller guten Dinge sind drei.“ Mit dem angestrebten Hattrick im Autodromo Enzo e Dino Ferrari könnte Schumacher nicht nur die jüngste Scharte auswetzen, sondern auch seine Verfolger wieder etwas mehr auf Distanz halten.

          Bei McLaren-Mercedes ist die Zuversicht groß, Titelverteidiger Schumacher vielleicht schon in dessen „Wohnzimmer“ zu überholen und die WM-Führung zu übernehmen. „Von uns wird einiges zu erwarten sein, wir sind voll motiviert. Die Spitze ist sehr ausbalanciert“, verspricht Mercedes-Sportchef Norbert Haug einen heißen Kampf. Für den zweimaligen Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland) ist es „nur eine Frage der Zeit, wann wir aus eigener Kraft vorne stehen. Wir hatten in Brasilien ein erheblich besseres Auto als in Malaysia, und wir werden in Imola ein noch besseres haben.“

          BMW-Williams immer stärker

          Mit breiter Brust und Wut im Bauch geht auch BMW-Williams ins Rennen, nachdem Ralf Schumacher und Montoya zuletzt in Brasilien „abgeschossen“ und damit um ihre Siegchancen gebracht wurden. „Schumi II“ wähnt sich für Imola „sehr gut vorbereitet“, BMW-Motorsport-Direktor Dr. Mario Theissen freut sich über die „erfreulich kleine Lücke“ zu den Top-Teams, und Frank Williams verspricht „ein gutes Ergebnis“. Trotz starker Leistungen hat der bayerisch-britische Rennstall erst zwei WM-Punkte auf dem Konto. Die Williams-BMW-Verantwortlichen weisen die Mit-Favoritenrolle auch von sich. „Ich glaube nicht, dass wir in Imola ganz so gut aussehen können wie in Sao Paulo, wo uns die Strecke entgegen kam. In Imola ist mehr Abtrieb, sprich Anpressdruck gefragt“, sagte der BMW- Sportdirektor Gerhard Berger.

          Die Wiedergutmachung könnte beim Heimspiel am Ostersonntag (Start: 14.00 Uhr MESZ/live in RTL und Premiere World) schwieriger als erwartet werden. Aus dem Zweikampf Rot gegen Silber ist inzwischen ein Dreikampf geworden. „Wir müssen Williams-BMW neben McLaren- Mercedes ebenfalls sehr ernst nehmen“, bestätigte Schumacher das veränderte Kräfteverhältnis mit den blau-weiß lackierten britisch- bayerischen Boliden als neuer Komponente.

          Lob für Mika Häkkinen

          Selbst Mika Häkkinen, der bereits 25 Punkte hinter dem WM-Spitzenreiter (26) zurückliegt, ist laut Schumacher noch längst nicht aus dem Titelrennen. „Die Dinge ändern sich sehr schnell in der Formel 1. Mika war über die Distanz einer Saison betrachtet in den letzten Jahren immer der bessere“, deutete der Deutsche an, dass er den Finnen nach wie vor für gefährlicher als Coulthard hält. Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat den zweimaligen Champion nicht abgeschrieben. „Im Vorjahr wies Mika nach drei Grand Prix 24 Punkte Rückstand auf Schumacher auf und übernahm dennoch nach Ungarn die Führung“, verwies er auf die Saison 2000.

          „Imola ist nicht Mikas letzte Chance. Für ihn ist die WM weiter offen.“ Beim Großen Preis von San Marino traut Haug sogar „einer Hand voll Fahrer“ den Sieg zu. Anscheinend hat er von den großen drei Teams nur Rubens Barrichello im zweiten „roten Renner“ nicht auf der Rechnung. „Vielleicht wird es sogar ein Sieben-Kampf“, erweiterte der Mercedes- Mann seine Kandidatenliste um die beiden Jordan-Piloten Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) und Jarno Trulli.

          Weitere Themen

          Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Premier League : Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Mesut Özil erlebt eine enttäuschende Rückkehr auf den Platz für den FC Arsenal. Gegen den Tabellenletzten liegen die „Gunners“ eigentlich sicher in Führung. Doch dann gelingt gar nichts mehr.

          Roglic stürmt auf den Radsport-Gipfel

          Sieg bei Vuelta : Roglic stürmt auf den Radsport-Gipfel

          Der frühere Skispringer Roglic fährt seinen größten Triumph auf dem Fahrrad ein. Trotz vieler Attacken ist er in Spanien nicht zu bezwingen. Sein Team wird auch ein ernster Tour-de-France-Anwärter.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Christian Pirkner, Chef des Bezahldienstes Blue Code

          Angriff auf Google Pay : „Ich liebe unmögliche Missionen“

          Bisher zahlt kaum jemand mit dem Smartphone. Doch der Unternehmer Christian Pirkner will dem mobilen Bezahlen in Europa zum Durchbruch verhelfen – und legt sich dabei sogar mit Google und Apple an.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.