https://www.faz.net/-gtl-367r

Formel 1 : Britische Rennställe gründeten Formel 1-Firma

  • Aktualisiert am

Die fünf britischen Rennställe haben eine eigene Firma gegründet, um mehr Einfluss innerhalb der Formel 1 zu gewinnen.

          2 Min.

          Nachdem die fünf führenden Automobil-Hersteller die Macht in der Königsklasse des Motorsports übernehmen wollen, haben auch die britischen Rennställe eine eigene Firma gegründet, um mehr Einfluss zu gewinnen.

          McLaren und Williams, die Partner von Mercedes und BMW, gehören ebenso zur „Grand Prix Teams Ltd.“ wie der Frentzen-Rennstall Arrows sowie BAR und Jordan. „Eine Kooperation privater Teams, die nicht im Besitz eines Autoherstellers sind“, beschreibt Eddie Jordan die neue Interessensvertretung im PS-Zirkus.

          „Wir sind keine Meuterer

          Der Rennstallbesitzer konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf die Autokonzerne, die von 2008 an nach Ablauf des so genannten Concorde Agreements eine eigene Serie fahren wollen, nicht verkneifen: „Wir sind keine Meuterer.“ „Wir treffen uns manchmal und diskutieren, wie wir der Formel 1 helfen können“, so Jordan - im stillen Kämmerlein offenbar, denn die Zweckgemeinschaft existiert schon seit eineinhalb Jahren.

          „Es wundert mich, dass die Geschichte erst jetzt an die Öffentlichkeit gedrungen ist“, sagte Jordan beim Großen Preis von Monaco. Sein Kollege Frank Williams erklärte, dass das britische Quintett bei den anstehenden wichtigen Verhandlungen einheitlich auftreten werde. In den nächsten Monaten und Jahren fallen viele richtungsweisende Entscheidungen.

          Milliardenschwere Rechte liegen bei den Banken

          Nach dem Crash der Kirch-Gruppe etwa könnten die Vermarktungs- Rechte an der Formel 1, die derzeit von den Banken verwaltet werden, neu vergeben werden. Momentan werden unter den 11 Rennställen nach einem komplizierten Schlüssel insgesamt 47 Prozent der Fernsehgelder aufgeteilt. 53 Prozent fließen an die SLEC des noch immer allmächtigen Formel-1-Bosses Bernie Ecclestone. Kirch hatte für 1,6 Milliarden Euro 75 Prozent der Anteile der Formel-1-Vermarktungs- Gesellschaft gekauft; das restliche Viertel hält weiter Ecclestone.

          Seit dem Kirch-Zusammenbruch verwalten Banken diese Milliarden- schweren Rechte, die Automobilkonzerne versuchen seit einem Jahr, an sie heranzukommen. „Es liegt uns viel daran, den Kontakt zu den Herstellern und zu Bernie zu pflegen und in der Formel 1 auf dem neuesten Stand zu sein“, beschreibt Williams die Ziele der Gruppe.

          Liebe zum Sport und Werbung für die Firmen

          Vieles ist im Fluss - hinter den Kulissen verhandeln Banken und Konzerne über die Zukunft der Formel 1. Der Franzose Patrick Faure, der zum Vorstand der Grand Prix World Championship Holdings B. V. zusammen geschlossenen Herstellern BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Ford und Renault, sieht die Team-Firma nicht als unmittelbare Konkurrenten. „Das ist eine gute Sache“, sagte der Renault-Mann. Schließlich würden sich auch die Hersteller zusammentun, um die Formel 1 weiterhin attraktiv zu gestalten. Man liebe zwar den Sport, „aber wenn wir ehrlich sind, geht es auch um den Werbeeffekt für uns Automobilfirmen“, so Faure.

          Nun gäbe es einen Zusammenschluss der Teams, die ähnliche Absichten haben. Man werde natürlich mit ihnen diskutieren, denn die Formel-1-Gemeinschaft müsse die Zukunft in die Hand nehmen. Aber Hersteller müssten einen „der größeren Teile“ der Verantwortung übernehmen als bisher. Faure: „Als Hersteller haben wir eine große Rolle zu spielen, aber nicht die einzige.“

          Weitere Themen

          Eisenbichler von einem anderen Stern

          Skisprung-Weltcup : Eisenbichler von einem anderen Stern

          Markus Eisenbichler fliegt seiner Konkurrenz davon. Auch im zweiten Springen der Weltcupsaison gelingt dem Ausnahmetalent ein eindrucksvoller Sieg. Dann aber wird seine Serie plötzlich gestoppt.

          Topmeldungen

          Hier soll Impfstoff abgefüllt werden: im Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roßlau

          Wer? Wann? Wo? : Was Sie über die Corona-Impfung wissen müssen

          Bald soll es losgehen mit der Impfung: Kann man sich aussuchen, welchen Impfstoff man bekommt? Wie wirken mRNA-Vakzine? Was ist mit Nebenwirkungen? Und muss man sich aktiv um einen Impftermin kümmern? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.