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Formel 1 : Briten keine Großmacht mehr im PS-Zirkus

  • Aktualisiert am

Auf dem Weg zur letzten Dienstfahrt: Arrows in Silverstone Bild: AP

Die „Wiege des Motorsports“ liegt in Großbritannien. Doch längst sind die Teams und die Piloten aus dem Land mit dem Linksverkehr keine Formel-1-Großmacht mehr.

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          Gerne heften sich die Protagonisten von der Insel das Etikett „Wiege des Motorsports“ an die Brust. Doch längst sind die britischen Formel-1-Teams und auch die Piloten aus dem Land mit dem Linksverkehr keine Großmacht mehr im PS-Zirkus.

          Die beiden großen Rennställe McLaren und Williams bauen mit Mercedes und BMW auf zwei finanzstarke deutsche Partner. In den vergangenen zweieinhalb Jahren konnten allein diese beiden Teams die Roten von Ferrari mit ihrem Ausnahmefahrer Michael Schumacher schlagen.

          Fünf Rennställe ohne große Perspektiven

          Die anderen fünf Rennställe Mild Seven Renault, BAR Honda, Jaguar Cosworth, Jordan Honda und Arrows Cosworth haben entweder Großkonzerne im Rücken oder kämpfen um den Fortbestand in der Königsklasse des Motorsports. Gemeinsam ist eins: Sie warten auf den Erfolg.

          Sozusagen in letzter Minute beglich Heinz-Harald Frentzens Arrows- Teamchef Tom Walkinshaw die ausstehende Rate in Höhe von fünf Millionen Euro für die Motoren. „Wir haben die Maschinen bezahlt“, sagte Walkinshaw am Samstag. Durch einen Griff in die Privatschatulle sicherte der Schotte den Fortbestand seines Teams und damit den Start beim Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere).

          Teams haben Schulden, Piloten kassieren Millionen

          Künftig muss allerdings vor jedem Grand Prix Bares von Arrows an die zum Ford-Konzern gehörende Cosworth-Gruppe fließen. Somit droht eine Fortsetzung des Theaters, denn dem Rennstall werden Schulden in Höhe von zehn Millionen Euro nachgesagt. Kaum besser geht es offenbar BAR und Jordan.

          Trotzdem kassieren die britischen Piloten - die Schotten David Coulthard (McLaren-Mercedes) und Alan McNish (Toyota), der Ire Eddie Irvine (Jaguar) und der Engländer Jenson Button (Renault) - wie alle anderen Fahrer im Millionenzirkus fürstliche Gagen.

          Durststrecke seit Damon Hills Abgang

          Doch seit Damon Hill 1996 Weltmeister wurde, warten sie auf durchschlagende Erfolge. In den 60er und 70er Jahren hatten Graham Hill, John Surtess, Jim Clark, Jackie Stewart und James Hunt mit ihren neun WM-Titeln den Ruf der Insel-Piloten begründet. Nigel Mansell schrieb die Erfolgsgeschichte 1992 fort.

          Noch stärker aber trumpften die Rennställe auf, sammelten Fahrer- und Markentitel am Fließband. Elf Mal stellte McLaren das Cockpit für den Weltmeister, sieben Mal Williams. Zusammen 17 Markentitel gewann die beiden ruhmreichen Teams.

          Heimspiel in Silverstone

          Beim Grand-Prix in Silverstone soll die große britische Tradition an diesem Sonntag wieder aufleben - der Heimvorteil soll genutzt werden. Hier sei er immer eine Sekunde schneller als anderswo, bedankte sich Mansell einst bei den Fans. Auch David Coulthard hofft auf Unterstützung. „Es ist immer schön, vor heimischem Publikum zu fahren. Am Nürburgring war alles Rot für Michael, nur auf der Mercedes-Tribüne dominierten die silbernen Fahnen.“ Dem Silberpfeil-Piloten wird am ehesten ein Erfolg zugetraut.

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