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Formel 1 : Autofirmen wollen Kirch ausbremsen

  • Aktualisiert am

Streit um das Profil der Formel 1 Bild: dpa

Kirch und EM.TV wollen 75 Prozent an den Formel-1-Rechten. Der Streit mit den Autoherstellern scheint unvermeidlich.

          2 Min.

          Der Kampf um die Macht in der Formel 1 und das Erbe von „Napoleon“ Bernie Ecclestone geht in eine neue Runde. Wenige Tage vor dem Start der Formel-1-Saison 2001 machen die führenden Automobilhersteller der „Königsklasse“ gegen die Übernahme durch Medien-Mogul Leo Kirch mobil.

          DaimlerChrysler, BMW, Fiat, Renault und die Jaguar-Mutter Ford wollen die Kirch-Gruppe mit dem Kauf von 33,3 Prozent der Anteile an der Formel-1-Trägergesellschaft Slec ausbremsen. Das bestätigte DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert am Dienstag im Rahmen der Eröffnung des Autosalons in Genf. „Wir Hersteller sind unglücklich mit der derzeitigen Situation. Wir werden verhindern, dass die Kirch-Gruppe 75 Prozent erwirbt. Wir wollen jetzt ein Drittel“, wird Hubbert von der französischen Nachrichtenagentur afp zitiert.

          Autokonzerne kämpfen gegen die Macht eines Medienunternehmens

          Die großen Automobilkonzerne suchen schon seit geraumer Zeit ein verstärktes Mitspracherecht an der Formel 1. „Wenn Kirch 75 Prozent der Anteile hält, dann bedeutet dies mit Sicherheit das Ende der Formel 1. Wir wollen mit Kirch nichts zu tun haben, wir verhandeln nur mit Bernie Ecclestone“, sagte Hubbert.

          Das finanziell schwer angeschlagene Medienunternehmen EM.TV des Münchners Thomas Haffa hatte im März vergangenen Jahres für 3,3 Milliarden Mark 50 Prozent der Trägergesellschaft Slec Holding Ltd. von Ecclestone erworben. Die anderen 50 Prozent liegen aber weiter in den Händen der Familie des englischen Formel-1-Promoters, der stets sein Missfallen an einem möglichen Deal mit der Kirch-Gruppe geäußert hatte. Ecclestone argumentiert, dass die Gesellschaftsstatuten es ohnehin verbieten würden, dass ein TV-Sender die Kontrolle über Slec haben könnte.

          Anteile der Formel 1- Holding Slec umworben

          EM.TV und die Kirch-Gruppe haben sich entschieden, eine Option für rund zwei Milliarden Mark zu realisieren, um zusätzlich zu den bisherigen 50 Prozent von EM.TV an der Formel-1-Holding Slec weitere 25 Prozent zu übernehmen. Die Hersteller befürchten in diesem Fall jedoch, dass die Kirch-Gruppe dann ihre Exklusivität an der Berichterstattung ausnützen und damit der Formel 1 starken finanziellen Schaden zufügen würde. Die Kirch-Gruppe erklärte jedoch, sie werde im Fall eines Erwerbs der Fernsehrechte an der Formel 1 die Rennsportserie auch weiter live im werbefinanzierten Fernsehen zeigen.

          Max Mosley, Präsident des Automobil-Weltverbandes (FIA), hatte sich kürzlich gegen den Deal der Formel 1 mit EM.TV und der Kirch-Gruppe ausgesprochen. „Das ist nicht gut“, sagte der Brite. Ebenso hatte Jaguar-Chef Wolfgang Reitzle zuletzt erklärt, die Formel-1-WM sollte nicht einem Medienunternehmen in die Hände fallen. Patrick Faure, Präsident von Renault Sport erklärte, für den Fall, dass die Rennserie nur im Pay-TV übertragen würde, „müssten wir uns ernsthaft fragen, ob wir daran teilnehmen wollten.“ Die Sponsoren seien darüber nicht begeistert .

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