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Formel 1 : Alles beim Alten: Michael Schumacher fährt vorneweg

  • Aktualisiert am

Gute Laune: Michael Schumacher Bild: dpa

Formel-1-Titelverteidiger Michael Schumacher fuhr im freien Training zum ersten Saisonlauf in Melbourne mit Abstand die schnellste Zeit.

          Altes Auto, altes Bild: Weltmeister Michael Schumacher ist in der neuen Formel-1-Saison selbst mit dem „Gebrauchtwagen“ des letzten Jahres der Konkurrenz meilenweit voraus.

          „Die alte Dame ist noch sehr rüstig und flott unterwegs“, kommentierte der Ferrari-Star seine Dominanz beim freien Training zum Großen Preis von Australien, dem ersten Kräftemessen des neuen Jahres. In 1:27,276 Minuten nahm Schumacher seinem Teamkollegen Rubens Barrichello mehr als eine halbe Sekunde, seinem Bruder Ralf mit besten Nicht-Ferrari sogar 1,5 Sekunden ab.

          Zufriedenheit bei Schumacher

          Die Verfolger haben Millionen investiert, um in diesem Jahr Ferrari das Wasser reichen zu können, doch der Kerpener war im F2001 das Maß der Dinge. Was beim 33-Jährigen Zufriedenheit auslöste: „Ich bin selbst ein bisschen verwundert über die Zeitabstände. Wir sind jetzt viel zuversichrtlicher als vor unserer Ankunft“, meinte Schumacher, dessen Team freiwillig auf den Einsatz des neuen, noch nicht standfesten F2002 verzichtet hatte.

          Schumacher im neuen alten Ferrari

          Der Rheinländer relativierte seinen Riesenvorsprung gegenüber Williams-BMW und McLaren-Mercedes aber: „Vielleicht waren die Top-Teams mit unterschiedlich viel Benzin unterwegs.“ Über eineinhalb Sekunden knüpfte der 32 Jahre alte Kerpener seinem drittplatzierten Bruder bei windigen und häufig wechselnden Bedingungen auf dem Stadtkurs in Melbourne ab.

          Berechtigte Sorge der Konkurrenz

          „Ferrari ist noch Welten von uns entfernt“, klagte Ralf Schumacher, „ich hoffe, dass wir im Lauf des Wochenendes noch aufschließen können.“ Die Sorge des Williams-BMW-Piloten vor dem Grand-Prix-Auftakt am Sonntag (Start: 04.00 Uhr MEZ/live in RTL und Premiere World) scheint berechtigt, denn Rubens Barrichello (Brasilien) war als Zweiter im zweiten Ferrari auch 1,022 Sekunden schneller.

          Michael Schumacher war trotz aller Einschränkungen über die wahre Stärke der silberfarbenen und weiß-blauen Widersacher sichtlich erleichtert über den rundum gelungenen Start. „Wir sind mit der heutigen Vorstellung sehr zufrieden und fühlen uns nun viel zuversichtlicher als vor unserer Ankunft. Es wäre dumm zu behaupten, wir hätten große Probleme.“

          Ralf Schumacher 1,54 Sekunden zurück

          Der F2001 lief wie ein Uhrwerk, die mit Teilen des neuen Zehnzylinders bestückte Entwicklungsstufe des Motors leistete reichlich Power und die Bridgestone-Reifen waren laut Schumacher „optimal, während die Michelin bei McLaren und Williams möglicherweise Probleme machten“.

          Der 53-malige Grand-Prix-Sieger, der in Melbourne zuletzt zwei Mal gewonnen hat, benötigte auf dem 5,303 km langen Albert Park-Circuit 1:27,276 Sekunden. Barrichello war 0,523 langsamer. Schumachers drei schärfste Konkurrenten im Titelrennen folgten mit gehörigem Abstand: Sein Bruder Ralf wies 1,545, der Kolumbianer Juan Pablo Montoya als Vierter 1,594 und der Schotte David Coulthard als Elfter sogar 3,036 Sekunden Rückstand auf.

          Reifenprobleme bei Coulthard

          „Wegen eines Problems am linken Hinterrad haben wir die Hälfte des zweiten Durchgangs verloren. Leider konnte ich keine schnelle Runde mit neuen Reifen fahren“, klagte Coulthard. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug teilte mit, dass an dessen MP 4-17 „eine Felge defekt“ war.

          Mit Kimi Räikkönens Abschneiden beim Debüt im Silberpfeil war er zufrieden. „Kimi war im Renntrimm unterwegs. Seine Zeiten sind okay“, lobte Haug den jungen Finnen nach Platz 7. Glänzend aus den Startlöchern kam auch Sauber-Petronas-Pilot Nick Heidfeld als Fünfter. „Auch wenn der Freitag nichts zählt, bin ich natürlich sehr zufrieden“, sagte der Mönchengladbacher.

          Strafe für zu schnellen Heidfeld

          Die Strafe von 1 250 US-Dollar wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse konnte Heidfeld so leichter verschmerzen. Sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa machte als Achter und damit bester der vier Neulinge das Glück beim Schweizer Team perfekt. Für Heinz-Harald Frentzen lief seine Premiere im Arrows-Cosworth wenig viel versprechend.

          Der 34 Jahre alte Rheinländer landete nur auf Rang 19. „Ich hatte ein kleines Problem am Auto, aber das bekommen wir in Griff“, gab er Entwarnung. Frentzen musste wegen des gleichen Vergehens wie Heidfeld 1 500 Dollar Buße berappen. Team- Neuling Toyota feierte mit dem sechsten Platz durch Mika Salo einen glänzenden Einstand. „Ich hätte nicht mehr viele Runden fahren können“, räumte der Finne ein, dass er mit wenig Sprit unterwegs war.

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