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Florian Eckert : Operationstisch statt Weltcup-Comeback

  • Aktualisiert am

Florian Eckert: derzeit unmöglich, Hochleistungssport zu betreiben Bild: dpa

Fast ein Jahr nach seinem schweren Trainingsunfall muss Ski-Abfahrer Florian Eckert erneut an seinem verletzten rechten Knie operiert werden.

          Für Ski-Star Florian Eckert wird ein zweiter tatenloser Winter hintereinander immer mehr zur bitteren Realität.

          Fast ein Jahr nach seinem schweren Trainingsunfall muss der 23-Jährige aus Bad Tölz erneut an seinem verletzten rechten Knie operiert werden und fällt somit mindestens bis Mitte Januar 2003 aus.

          WM-Teilnahme nahezu ausgeschlossen

          Eine Teilnahme des großen Hoffnungsträgers der gebeutelten deutschen alpinen Ski-Herren an der Weltmeisterschaft im Februar in St. Moritz ist somit nahezu ausgeschlossen. „Ich bin enttäuscht, dass ich trotz des vielversprechenden Sommertrainings jetzt noch einmal operiert werden muss. Ich bin konditionell sehr fit und hoffe, möglichst schnell wieder Ski fahren zu können“, sagte Eckert am Mittwoch.

          Nach ersten positiven Trainingseindrücken im Juli plagten Eckert zuletzt immer wieder Schmerzen im Knie. Deshalb musste er seine Übungen auf Schnee abbrechen. Auch eine spezielle Strahlentherapie in Freiburg brachte nun aber offenbar keine Besserung. Deshalb wird sich der Modellathlet in der kommenden Woche beim Knie-Experten Hermann Mayr in München operieren lassen.

          Trümmerbruch des Schienbeinkopfs

          Der Mediziner hatte bereits den Eingriff am 20. November 2001 vorgenommen. Damals war Eckert beim Riesenslalom-Training auf der Reiteralm bei Schladming gestürzt und hatte sich einen Trümmerbruch des Schienbeinkopfs zugezogen. Der WM- Dritte von 2001 musste die komplette Olympia-Saison absagen müssen.

          Am Dienstag hatte Eckert einen erneuten Versuch auf Schnee unternommen. „Wenn es dann nicht geht, habe ich keine andere Wahl und muss den Winter abhaken“, hatte er zuvor schon angekündigt. Der für zwei Tage angesetzte Test am Stilfser Joch in Südtirol endete nun vorzeitig mit der Hiobsbotschaft.

          Metallplatte stört die Elastizität

          Bei der Operation sollen eine Metallplatte am Schienbeinkopf entfernt und der Probleme bereitende gereizte Wadenbeinkopf behandelt werden. „Da die Metallplatte die Elastizität stört, ist es für Florian Eckert derzeit unmöglich, Hochleistungssport zu betreiben“, erklärte Mayr den notwendigen Eingriff.

          Auch Herren-Trainer Martin Oßwald zeigte sich nach dem Rückschlag frustriert. „Der erneute Ausfall von Florian Eckert ist tragisch, weil wir von Haus aus nur wenige Speed-Fahrer in der Mannschaft haben. Nichtsdestotrotz werden wir mit den verbliebenen Athleten konsequent weiterarbeiten und das Beste herausholen“, sagte Oßwald.

          Eckert war der Hoffnungsträger

          Der Coach des Deutschen Skiverbandes (DSV) hatte gehofft, um Eckert eine neue schlagkräftige Mannschaft aufbauen zu können. Bei der Weltmeisterschaft 2001 in St. Anton war Eckert völlig überraschend auf den 3. Platz in der Abfahrt gefahren. Zwei zweite Ränge in anschließenden Weltcup-Rennen nährten die Hoffnungen auf den ersten deutschen Spitzenathleten bei den alpinen Herren seit Markus Wasmeier.

          Ursprünglich hatte Eckert bei der Weltcup-Abfahrt in Lake Louise am 1. Dezember sein Comeback feiern wollen. Wie der ebenfalls seit letztem Jahr verletzte österreichische Superstar Hermann Maier wird sich Eckert bis zu seinem nächsten Skirennen nun auf unbestimmte Zeit gedulden müssen.

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