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Fernsehrechte Olympia : ARD und ZDF senden exzessiv

  • Aktualisiert am

Wintersportler ins rechte Bild gerückt: Georg Hackl Bild: dpa

ARD und ZDF wollen aus den Olympischen Winterspielen von Salt Lake City ein Fernseh-Ereignis der Superlative machen.

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          ARD und ZDF wollen aus den Olympischen Winterspielen von Salt Lake City ein Fernseh-Ereignis der Superlative machen. Insgesamt 300 Stunden übertragen die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten live - darunter alle Medaillen-Entscheidungen.

          Mehr als 500 Mitarbeiter vor Ort und 36 eigene Kameras sollen das Fernsehen zum Vergnügen werden lassen. „Die Winterspiele in Salt Lake City sind das erste große sportliche Highlight des Jahres 2002“, sagte Eberhard Figgemeier, ZDF-Olympia-Programmchef. „Man darf sich auf große Spiele freuen“, meinte der gemeinsame Olympia-Teamchef Werner Rabe.

          Zeitverschiebung hilft

          Und ARD-Programmdirektor Günter Struve stellte auch mit Blick auf die erstmalige Konkurrenz durch den Pay-TV-Sender Premiere World klar: „ARD und ZDF sind die Olympia-Systeme schlechthin.“ Von den frühen Morgenstunden bis tief in die Nacht wird über das Geschehen in den Vereinigten Staaten berichtet.

          Wobei den Sendern die Zeitverschiebung von acht Stunden zugute kommt: Populäre Sportarten wie Ski alpin, Biathlon oder Skispringen werden in Deutschland im Hauptabend-Programm ausgestrahlt.

          Prominente Helfer

          „Wir werden exzessiv senden“, versprach ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann. Das „Zweite“ will sogar die normalerweise unverrückbaren Anfangszeiten der Nachrichten flexibel gestalten. Sowohl ARD als auch ZDF stellten jedoch klar, dass die Sender bei eventuellen gravierenden Sicherheitsproblemen oder sogar Anschlägen den Sport in den Hintergrund rücken wollen. Möglicherweise sollen dann auch zusätzliche politische Berichterstatter informieren.

          An diesen Fall mag derzeit aber niemand denken. Daher stehen die sportlichen Planungen im Vordergrund. Als Experten konnten wieder prominente Namen gewonnen werden. Katja Seizinger, Markus Wasmeier (beide Ski alpin), Katarina Witt (Eiskunstlauf) und Mark Kirchner (Biathlon) kommen unter anderem für „das Erste“ zum Einsatz. Gunda Niemann-Stirnemann (Eisschnelllauf), Jens Weißflog (Skispringen), Michaela Gerg-Leitner und Armin Bittner (Ski alpin) sollen im ZDF Hintergrundwissen beisteuern.

          Kosten von 50 Millionen Euro

          Verglichen mit dem Fußball liegen die Rechtekosten für Salt Lake City noch im Rahmen. Nach eigenen Angaben zahlen ARD und ZDF zusammen 25 Millionen Dollar und damit zehn Millionen Dollar mehr als für die Spiele in Nagano vor vier Jahren. Inklusive Produktionskosten mit zwei Studios (in Salt Lake City und einer Außenstation in Park City) betragen die Gesamtkosten dann 40 bis 50 Millionen Euro.

          Das Hörfunk-Team der ARD wird rund 40 Mitarbeiter umfassen. Neben der Live-Reportage setzt die Senderkette dabei auch auf Randgeschichten. „Sicherheit wird da sicherlich ein Thema sein“, sagte Hörfunk-Koordinator Wolfgang Marwitz. Aber auch „bunte Beiträge“ zum Beispiel über die Gastfreundschaft der Mormonen seien geplant.

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