https://www.faz.net/-gtl-3x5j

FC Schalke 04 : Nationalspieler Böhme vor dem Rauswurf

  • Aktualisiert am

Unbelehrbar? Jörg Böhme Bild:

Die Geduld mit Jörg Böhme ist beim FC Schalke 04 am Ende. „Wenn einer nur an sich denkt und nicht an die Mannschaft, dann: Auf Wiedersehen“, sagte Manager Rudi Assauer.

          Nationalspieler Jörg Böhme steht beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 endgültig vor dem Rauswurf. Zwei Wochen nach seiner vorübergehenden Suspendierung droht dem 28-Jährigen nun endgültig die Kündigung.

          „Wenn einer nur an sich denkt und nicht an die Mannschaft, dann: Auf Wiedersehen“, sagte Manager Rudi Assauer am Freitag, ohne den Namen Böhme zu nennen, fügte aber an: „Wir wissen alle, über wen wir reden.“

          Purer Egoismus

          Assauer wirft dem Mittelfeldspieler vor, in den beiden Spielen nach seiner Rückkehr in den Kader (2:2 in der Bundesliga gegen Hansa Rostock und 1:1 im Uefa-Cup bei Wisla Krakau) besser postierte Mitspieler bewusst ignoriert zu haben, um selbst aufs Tor zu schießen. „Personelle Konsequenzen ziehen wir auf jeden Fall“, kündigte Assauer an.

          Böhme geriet mit seiner Darbietung in Krakau erneut in Assauers Visier. „Ich werde bekloppt, wenn einer einen Kunstschuss versucht, statt quer zu spielen. Das ist purer Egoismus“, legte Assauer in der Pressekonferenz vor dem Sonntagspiel bei Hannover 96 nach. Zwar nannte Assauer Böhme nicht namentlich, doch es ist klar, wer gemeint ist.

          Schwer erziehbarer Profi

          Bereits im exklusiven Gespräch mit FAZ.NET hatte der Manager sich bitter über den schwer erziehbaren Profi beklagt. „Er spielt hier auf Bewährung“, erklärte Assauer, der dem Linksfuß vorhält, kein Teamspieler zu sein. „Seine Ansprache ist nicht positiv.“

          Über eine Vertragsverlängerung mit Böhme, der angeblich von Bayer Leverkusen umworben wird, wollte Assauer ohnehin nicht reden, weil es „dafür zu früh“ sei. Nun scheint Schalke nicht einmal mehr ein Angebot zu machen.

          Unprofessionelles Verhalten

          Böhme war erst vor gut zwei Wochen wegen „unprofessionellen und teamschädigenden Verhaltens“ aus dem Kader für das Uefa-Cup-Spiel gegen Legia Warschau (0:0) gestrichen worden. Zum einen hat sich Böhme, der ins Münsterland gezogen ist und über eine Stunde Anfahrtsweg zum Training hat, mehrfach verspätet, weil er in den Stau geriet. Zum anderen soll er ausländische Mitspieler beschimpft haben.

          Der Suspendierung folgte allerdings einen Tag später nach einem intensiven Gespräch zwischen Assauer und Böhme die Begnadigung. Schon damals hatte Assauer gedroht: „Wenn nochmal was passiert, werden wir uns sofort von ihm trennen.“

          Und doch kein Problem

          Böhme war 2000 zum „Schnäppchenpreis“ von 750.000 Euro von Arminia Bielefeld nach Gelsenkirchen gewechselt, hatte zuvor bei Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg und Carl-Zeiss Jena gespielt und allerorts ähnliche Probleme gehabt, die Böhme selbst meist auf die Trainer zurückführte.

          Allzu große Schwierigkeiten, einen neuen Verein zu finden, dürfte der Fußballer gleichwohl nicht haben: Sein Berater Jürgen Milewski soll bereits den Markt für den Nationalspieler sondieren, der am Saisonende ablösefrei ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Emmanuel Macron am Dienstag bei einer Veranstaltung im Elysée-Palast

          Frankreich : Der Präsident entdeckt das einfache Volk

          Emmanuel Macron will in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit stärker auf die Ängste ärmerer Franzosen vor Migranten eingehen – und stößt damit auf Widerstand.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.