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FAZ.NET-Spezial : Leverkusen verliert erneut - Dortmund schlägt FC Bayern

  • Aktualisiert am

Amoroso bezwingt Kahn, Dortmund den FC Bayern Bild: AP

Im Abstiegskampf wird es für Leverkusen immer dramatischer. Bayer 04 unterlag gegen Schalke. Bochum besiegte gleichzeitig Stuttgart. Mit einem verwandelten Handelfmeter von Marcio Amoroso hat der BVB den FC Bayern mit 1:0 besiegt.

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          Für den letztjährigen Champions-League-Finalisten Bayer Leverkusen wird die Lage im Abstiegskampf immer dramatischer. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen Schalke 04 am Ostersonntag und dem überraschenden 3:1-Sieg des VfL Bochum gegen den VfB Stuttgart hat sich für das Werksteam eine Drei-Punkte-Lücke zum rettenden Mittelfeld aufgetan.

          Berbatow (9.) hatte Bayer in Führung gebracht, Böhme (12.), Sand (61.) und Asamoah (90.) drehten das Spiel für Schalke 04.

          Kahn beschwört Oster-Ruhe

          Auch in Bochum kassierte der Tabellenzweite Stuttgart trotz der Führung durch Kuranyi (25.) eine Niederlage. Hashemian (40.) glich nach einem Patzer von Stuttgarts Torwart Ernst aus und markierte gegen einen plötzlich verunsichten VfB in der 66. Minute auch das 2:1. Christiansen machte nur zwei Minuten später alles klar.

          Marko Babic (r.) tritt für Leverkusen im Abstiegskampf kräftig zu. Sergio Pinto (l.) und Schalke 04 blieben unbeeindruckt und siegten 3:1.
          Marko Babic (r.) tritt für Leverkusen im Abstiegskampf kräftig zu. Sergio Pinto (l.) und Schalke 04 blieben unbeeindruckt und siegten 3:1. : Bild: dpa/dpaweb

          Beim FC Bayern beschwor Oliver Kahn die bayerische Oster-Ruhe: „Ruhig bleiben“, lautete der Ratschlag des Nationalkeepers nach der 0:1-Niederlage des designierten deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München bei seinem Vorgänger Borussia Dortmund.

          Die Kahn-Parole ist angebracht: Auf der Zielgeraden zum 18. Titelgewinn schwächelt die Star-Truppe. Kahns Chef indes lebte Gelassenheit und Zuversicht vor. „Je mehr Druck wir bekommen, umso konzentrierter werden meine Spieler sein“, hofft Trainer Ottmar Hitzfeld trotz drei nicht gewonnener Spiele hintereinander felsenfest an das gute Ende.

          Acht Clubs kämpfen gegen den Abstieg

          Das schlechte Ende scheint Energie Cottbus zu erwischen: Nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach sind die Lausitzer als „Schlusslicht“ kaum noch vor der Rückkehr in die 2. Liga zu retten, Trainer Eduard Geyer gab mit einem Lächeln auf: „Mit so einer Leistung kannst du nicht bestehen.“

          Cottbus ist der einzige undramatische Faktor in einem immer dramatischeren Abstiegskampf: Von Platz 10 bis Platz 17 reicht die lange Liste der mehr oder minder Gefährdeten inklusive der früheren Meister-Clubs Kaiserslautern, Mönchengladbach und Nürnberg oderLeverkusen.

          Nürnberg hat den Abstieg im „Hinterkopf“

          Selbst Hannover 96 ist trotz des 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern als Tabellen-10. nicht gesichert, bei den Pfälzern ging eine tolle Aufholjagd im Kampf um den Liga-Erhalt zu Ende. „Das hat schon Nerven gekostet“, gestand FCK-Trainer Erik Gerets.

          Wie fast überall bei den potenziellen Zweitligisten: Arminia Bielefelds Trainer Benno Möhlmann nörgelte nach dem durchaus wertvollen 0:0 beim 1. FC Nürnberg, das sei in allen Mannschaftsteilen schlecht gewesen, Ansgar Brinkmann sprach von einem „Grottenkick“, „Club“-Präsident Michael A. Roth greift schon „nach dem letzten Strohhalm“ und bereitet sich insgeheim auf den erneuten Abstieg vor: „Im Hinterkopf muss man den immer haben.“

          Vier ringen hinter den Bayern

          Das „Mittelfeld“ besteht nach dem 29. Bundesliga-Spieltag nur aus dem TSV 1860 München auf Rang 9. Vor den „Löwen“ rangelt ein Quartett mit Wolfsburg, Bremen, Schalke und Hamburg um die UEFA-Cup-Plätze. Dabei zeigten die Werderaner mit dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg erneut ihre zwei Gesichter und machten mit der Heim-Pleite die Auswärtssiege in Dortmund und bei den Bayern selbst zur Makulatur. Werder-Sportdirektor Klaus Allofs redete sich den kuriosen Verlauf der Spielzeit 2002/2003 schön: „Wir haben vor Saisonbeginn für viele gegen den Abstieg gespielt, jetzt stehen wir auf Platz 7 und jammern.“

          Konkret planen kann auch das Quartett hinter Bayern München noch nicht: „Königsklasse“, Qualifikation zur Champions League oder doch „nur“ UEFA-Cup oder sogar UI-Pokal? Dem Hamburger SV könnte seine Auswärtsschwäche zum Verhängnis werden. „Das ist ein Riesenrätsel“, sagte Trainer Kurt Jara nach dem 1:1 bei 1860 München - den Unterschied zwischen Heim-Tops und Auswärts-Flops kann sich der Österreicher nicht erklären.

          Kahn „langweilte“ sich in Dortmund

          Hertha BSC, 1:0-Gewinner bei Hansa Rostock, zeigt als Vierter hinter Dortmund in der Tendenz klar nach oben: „Wenn wir in zwei Spielen noch auf dieser Position stehen, können wir gern über die Champions League reden“, so Manager Dieter Hoeneß. Dessen Bruder Uli sieht dem munteren Treiben hinter Tabellenführer Bayern München gelassen zu. „Das interessiert mich nur peripher“, tat der ältere Hoeneß den Kampf zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund um den zweiten direkten Champions-League-Platz ab.

          Ohnehin zeigten sich die „Roten“ aus München trotz des 0:1 im Dortmunder „Gipfeltreffen“ durch den umstrittenen Handelfmeter von Marcio Amoroso (61.) völlig unaufgeregt. Oliver Kahn hielt fest, dass ihn der Spielverlauf der ersten Bayern-Niederlage gegen den BVB seit dem 1. Oktober 1995 „eigentlich langweilte“. Und überhaupt: „Natürlich werden wir deutscher Meister.“ Daran zweifelt auch Ex-Bayer Stefan Reuter nicht, der völlig ohne Genugtuung über den Sieg von klaren Verhältnissen ausgeht: „Ich glaube nicht, dass die Bayern sich das noch nehmen lassen.“

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