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FAZ.NET Spezial: Handball-EM : Das vorläufige Ende der deutschen Gold-Träume

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Enttäuschte Irokesen: Trotz Silber goldige Perspektiven Bild:

Auch wenn die deutschen Handballer den EM-Titel unglücklich verpasst haben, scheint der Weg in eine goldige Zukunft geebnet.

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          Am Ende musste das deutsche Team mit Silber vorlieb nehmen. Eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung hat dazu beigetragen, dass zum Titelgewinn nur Sekunden fehlten. Doch trotz der ersten, verständlichen Enttäuschung wegen der 31:33-Niederlage nach Verlängerung im Finale gegen Gastgeber, Titelverteidiger und Top-Favorit Schweden hat sich die DHB-Auswahl glänzende Perspektiven erarbeitet.

          „Das ist der größte Erfolg für den deutschen Männer-Handball seit dem Weltmeister-Titel 1978 und dem Olympiasieg 1980. Und das bei einem Turnier, das es in dieser Schwere noch nicht gegeben hat“, bewertete Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), die starken Auftritte bei der Europameisterschaft in Schweden.

          Initialzündung für den deutschen Handball?

          Schon jetzt erhoffen sich die Verantwortlichen nach einer vierjährigen Durststrecke und den drei Viertelfinal-Schocks bei der WM 2002, Olympia 2000 und der WM 1999 durch den bislang erfolgreichen Auftritt in Schweden eine neue Handball-Euphorie.

          Glückliches DHB-Team: Größter Erfolg seit zwei Jahrzehnten
          Glückliches DHB-Team: Größter Erfolg seit zwei Jahrzehnten : Bild: AP

          „Das wird einen Schub geben, ganz klar. Jetzt bekommen wir mehr Anerkennung, die, die wir uns eigentlich schon vorher verdient hatten“, glaubt Brand, „vielleicht haben wir zu viele Sponsoren demnächst.“ Für DHB-Chef Strombach ist dies aber ausschließlich zusammen mit der Bundesliga denkbar. „Wir müssen jetzt den Erfolg und den Ruhm ausnutzen, auch in Richtung Vermarktung. Deswegen halte ich auch an der Zentralvermarktung der Bundesliga mit der Nationalmannschaft fest. Wir wollen ein gemeinsames Erscheinungsbild“, stellte der Jurist klar.

          Die Differenzen der Vorjahre zwischen den Profi-Vereinen und dem Verband sind ausgeräumt, die Eigenständigkeit der Clubs als Ligaverband unter dem Dach des DHB ab 1. Juni 2003 fast beschlossen. Auch die gefestigte Verbindung zwischen Verband und Bundesliga hat die deutschen Handballer in die Weltspitze zurück geführt und den Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft geebnet.

          Neue Kräfte für die "Kronprinzenrolle"

          Der Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker weiß um die Schwierigkeiten: „Wir sind diesbezüglich erst am Aufwachen und haben noch viel Arbeit vor uns. „Edelmetall jedoch könnte bei der Akquisition neuer Sponsoren und bei der geplanten Zentralvermarktung von Bundesliga und Nationalmannschaft neue Kräfte entfalten."

          Zumal die Perspektiven des deutschen Handballs im Kampf um die wichtige „Kronprinzenrolle“ hinter „König Fußball“ glänzend erscheinen. Die Bundesliga gilt mit Abstand als „beste Liga der Welt“, Vereine wie den VfL Bad Schwartau zieht es in Großstädte wie Hamburg. Auch das Nationalteam ist auf dem besten Weg, ihre aus werbetechnischer Sicht überlebenswichtige Präsenz bei Großveranstaltungen in den kommenden Jahren zu sichern.

          Die Teilnahme an der EM 2004 ist bereits geschafft, genauso wie die direkte Qualifikation für die WM 2003, denn die drei Besten der EM haben das Ticket gelöst für die Reise nach Portugal im nächsten Jahr. Zudem hat sich der Deutsche Handball-Bund (DHB) um die Ausrichtung der WM 2005 beworben.

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