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FAZ.NET-Spezial: Großer Preis von Belgien : Zum Jubiläum feiert Schumacher Rekordsieg

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Noch ein Rekord. Der Sieg beim Großen Preis von Belgien war Michael Schumachers zehnter Triumph in dieser Saison. So oft durfte noch niemand in einer Saison jubeln.

          2 Min.

          Was sich Ferrari und Michael Schumacher in dieser Saison auch wünschen, sie können sich einfach alles erfüllen. Zehn Jahre nach seinem ersten Grand-Prix-Sieg in Spa fuhr der fünffache Weltmeister auch an diesem Sonntag beim Großen Preis von Belgien locker zum Sieg - ein perfektes Jubiläum. Gleichzeitig war es sein zehnter Sieg in diesen Saison - ein perfekter Rekord. So oft durfte noch niemand in einem Jahr jubeln. Allein die Spannung in der Formel 1 leidet unter der Dominanz der roten Renner.

          „Das ist das ideale und optimale Resultat, was ich mir erwarten konnte. Ich hatte einfach Spaß heute Nachmittag, ich habe es genossen“, meinte der Kerpener nach dem 63. Rennsieg seiner Karriere. „Ich bezeichne Spa ja immer als mein Wohnzimmer - das Sofa war heute ziemlich bequem für mich.“

          „Es gab keinen Grund, Druck zu machen“

          Hinter Schumacher, der bereits zum sechsten Mal min Spa-Francorchamps siegte, raste Rubens Barrichello auf Platz zwei - ein perfektes Ferrari-Ergebnis. Der zweite Mann hinter Schumacher ist auf dem besten Weg, Vize-Weltmeister zu werden. Der Brasilianer hatte am Ende nur 1,9 Sekunden Rückstand auf Schumacher, der die letzten zehn Runden allerdings im Schongang absolvierte. „Ich habe so viele Motorschäden gesehen, da wollte ich lieber vorsichtig sein. Es gab ja auch keinen Grund, Druck zu machen.“

          Schon nach dem Start war alles klar: Schumacher biegt vor Barrichello in die erste Kurve
          Schon nach dem Start war alles klar: Schumacher biegt vor Barrichello in die erste Kurve : Bild: dpa

          Die 91 000 zumeist aus Deutschland angereisten Zuschauer feierten Ferrari-Star Schumacher bei dessen sonntäglichem „Spa-Ziergang“ in den Ardennen. Schumacher krönte sein Traum-Wochenende, als er nach 44 Runden (306,372 km) in 1:21:20,634 Stunden ins Ziel raste. Dritter hinter Barrichello wurde Williams-BMW-Fahrer Juan Pablo Montoya (Kolumbien) vor dem McLaren-Mercedes-Silberpfeil von David Coulthard und Williams-BMW-Mann Ralf Schumacher. Nick Heidfeld landete im Sauber-Petronas auf Platz 10. „Wir hatten heute keine Chance gegen Ferrari und Bridgestone“, erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug stellvertretend für die düpierte Konkurrenz.

          Eine Rundenbestzeit nach der anderen

          Hinter Schumacher (122 Punkte) festigte Barrichello (51) seinen zweiten WM-Platz vor Montoya (44) und Ralf Schumacher (42). In einem unspektakulären Grand Prix fuhr Ferrari einmal mehr in einer eigenen Liga - und Michael Schumacher bei seinem 63. Rennsieg allen 19 Konkurrenten auf und davon: Der 33-Jährige ließ sich die erste Pole-Position auf seiner Lieblingsstrecke nicht streitig machen.

          Hinter dem roten Renner mit der Nummer 1 passierte am Start auch nicht viel: Teamkollege Barrichello passierte den Silberpfeil des Finnen Kimi Räikkönen, der nach 36 Runden mit Motorschaden an fünfter Position liegend ausschied, und hängte sich als Zweiter an den Auspuff von „Schumi I“. Michael Schumacher baute seinen Vorsprung vor Barrichello und Montoya Runde für Runde aus - nach der 10. waren es bereits 7,55 Sekunden; beim ersten Boxenstopp (16. Runde) fast 14 Sekunden, später sogar über 25 Sekunden. Der Kerpener fuhr eine Rundenbestzeit nach der anderen. Barrichello hatte keine Chance, auf Tuchfühlung zu bleiben, und schon bald keine Hoffnung auf Schützenhilfe im Kampf um WM-Platz zwei, dem der Brasilianer aber auch aus eigener Kraft näher gekommen ist.

          Rücktritts-Spekulationen zurück gewiesen

          Vor seinem Jubiläums-Rennen hatte Schumacher jegliche Rücktrittsgerüchte weit von sich gewiesen. „Ihr könnt mich nicht so schnell wegreden“, dementierte er zuletzt wieder aufgekommene Spekulationen, er werde seinen bis 2004 laufenden Vertrag nicht mehr verlängern.

          Er habe auch sicherlich nicht die Absicht, Nachfolger von Teamchef Jean Todt bei Ferrari zu werden, betonte der Kerpener: „Dafür ist mein Talent nicht ausreichend und auch nicht der Wille, so lange am Schreibtisch zu sitzen.“

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