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FAZ.NET-Spezial: 18. Spieltag : Bremen hängt die Bayern ab

  • Aktualisiert am

Torschütze vom Dienst: Bremens Ailton Bild: AP

Am 18. Spieltag der Fußball-Bundesliga gibt sich Tabellenführer Werder Bremen beim 4:0 gegen Hertha BSC Berlin keine Blöße. Die Bayern als zuvor hartnäckigster Verfolger erreichen dagegen nur ein 1:1 bei Eintracht Frankfurt.

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          Werder Bremen ist nach einem Traumstart in die Rückrunde der Bundesliga weiter selbstbewußt auf Titelkurs. Das 4:0 gegen Hertha BSC strafte alle Kritiker Lügen, die den traditionellen Bremer Einbruch nach der Winterpause prophezeit hatten. „Sechs Punkte vor den Bayern, das ist Spitze“, freute sich Bremens Ailton, der seine Saisontore 17 und 18 erzielte.

          Titelverteidiger Bayern München verstolperte dagegen die Aufholjagd und kam bei Abstiegskandidat Eintracht Frankfurt nur zu einem 1:1. „Wenn wir am Mittwoch im Pokal in Aachen so weitermachen, fliegen wir raus“, sagte Michael Ballack. Bayern-Torwart Oliver Kahn, der wutschnaubend aus dem Waldstadion stürmte, meinte: „Wir beißen bis zum letzten Spieltag. Wer weiß, vielleicht werden wir doch wieder Meister.“

          Magath war „etwas laut in der Kabine“

          Doch dafür muß sich der Rekordmeister auch des VfB Stuttgart erwehren, der mit einem 2:0 gegen Hansa Rostock an den Bayern vorbeizog. Dabei können sich die VfB-Profis bei ihrem Trainer Felix Magath bedanken, der sie nach blamabler erster Halbzeit aufrüttelte, drei neue Spieler brachte und das System umstellte. „Der Trainer war etwas laut in der Kabine“, sagte Torschütze Alexander Hleb. Am Ende war aber auch der VfB-Coach wieder versöhnt: „Jetzt können wir beruhigt nach Berlin fahren.“

          Wenn die Bayern angreifen, muß man vielbeinig verteidigen - so wie Eintracht Frankfurt beim 1:1
          Wenn die Bayern angreifen, muß man vielbeinig verteidigen - so wie Eintracht Frankfurt beim 1:1 : Bild: AP

          Bei Hertha BSC dürfte man nach dem Desaster in Bremen und dem Absturz auf den letzten Tabellenrang dem Gastspiel der Schwaben mit Bangen entgegen sehen. Mit so einem Zusammenbruch hatte der neue Trainer Hans Meyer bei seinem Debüt nicht gerechnet. Hoffnung mache ihm aber, „daß fast jeder, der heute gespielt hat, es besser kann“. Der erst ausgemusterte und dann doch eingesetzte Nationalstürmer Fredi Bobic hatte dagegen nur noch „die Schnauze voll“.

          Während sein Stern zu sinken scheint, klopfte Benjamin Lauth mit seinen zwei Treffern beim 2:1 von 1860 München gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder an die Tür der Nationalmannschaft. „Die Tore waren wichtig für mich und das Team“, sagte Lauth, der damit die Pfälzer auf einen Abstiegsplatz schoß. Lauterns Trainer Erik Gerets erkannte dennoch an: „Meine Spieler mögen schlecht spielen, aber sie wollen. Und das ist im Moment das Wichtigste für mich.“

          Junior Podolski rettet Köln

          Erstmals seit dem neunten Spieltag konnte sich der 1. FC Köln, der das 70. rheinische Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0 gewann, von einem Abstiegsrang absetzen. „Mann des Tages“ war der erst 18 Jahre alte Torschütze Lukas Podolski. Keinen Grund zur Freude hatten die Gladbacher, die nach dem starken Hinrunden-Finish (zwölf Punkte in fünf Spielen) wieder an Boden verloren. „Ein grausames Spiel“, lautete das vernichtende Urteil ihres Sportdirektors Christian Hochstätter. Aber der Kader sei stark genug, „um den Klassenerhalt zu schaffen“.

          Während der VfL Bochum mit dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg die Nummer 1 im Ruhrpott bleibt und als Tabellen-Fünfter vom UEFA-Cup träumt, entwickelt sich die Saison für den auch wirtschaftlich angeschlagenen Revier-Riesen Borussia Dortmund immer mehr zum Albtraum.

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