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Einspruch exklusiv : Einstweilige Verfügung gegen Bild

Das Landgericht Köln am 20. Februar 2017. Bild: dpa

Das Landgericht Köln hat die Berichterstattung der „Bild“ über die Ermittlungen gegen Christoph Metzelder untersagt. Auch der NDR ist indirekt betroffen – wegen eines Interviews, das Bild-Chefredakteur Julian Reichelt dort gegeben hat.

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          Das Landgericht Köln hat die Berichterstattung der „Bild“ vom Anfang des Monats zu den Ermittlungen gegen den früheren Fußballnationalspieler Christoph Metzelder für rechtswidrig erklärt. Die betreffenden Artikel müssen demnach offline genommen und dürfen nicht abermals veröffentlicht werden. Ein Video, welches auf bild.de zu sehen war und unter anderem die Wohnung von Christoph Metzelder zeigte, muss die Bild ebenfalls offline nehmen.

          Constantin van Lijnden
          Redakteur für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Auch der NDR ist von der Verfügung indirekt betroffen – allerdings nicht wegen von dem Sender selbst aufgestellten Behauptungen, sondern vielmehr wegen Aussagen, die Bild-Chefredakteur Julian Reichelt in einem Interview des NDR abgegeben hatte, um das Vorgehen der Bild-Zeitung in dem Fall zu rechtfertigen. Reichelt hatte dabei unter anderem von „Schwerstverbrechen, die im Raum stehen“ sowie von der „Kenntnis eines möglichen Verbrechens, eines möglichen Schwerverbrechens“ gesprochen, welche die Bild erlangt habe. Das Landgericht Köln stellt hierzu fest, „dass es unwahr ist, dass gegen den Antragsteller wegen des Vorwurfs eines Verbrechens ermittelt würde“, da das Verfahren gegen Metzelder wegen des Verdachts einer Straftat läuft, deren Mindesstrafe lediglich drei Monate beträgt. Um ein „Verbrechen“ im strafrechtlichen Sinne handelt es sich jedoch nur bei Delikten mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr.

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