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Europapokal-Reform : Watzkes Warnung

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Watzke sieht nur eine Chance: „Möglichst viel von unseren deutschen Interessen reinpacken.“ Bild: dpa

„Die Reform der Champions League oder Super League kommt so oder so“, sagt BVB-Geschäftsführer Watzke. Die Frage sei nur, wie? Deshalb will er möglichst viel von den „deutschen Interessen“ reinpacken.

          Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke profiliert sich gerne als Traditionalist, erzählt von seiner Verbundenheit mit dem „konservativen Flügel“ der CDU, ein engagierter Reformator ist dieser Funktionär ganz sicher nicht. Doch seinen Widerstand gegen die geplanten Umwälzungen in der Struktur des eigentlich bestens funktionierenden europäischen Klubfußballs hat er aufgegeben. „Die Reform der Champions League oder Super League kommt so oder so“, verkündete Watzke am Dienstagmorgen vor Journalisten. Die Bundesligaklubs hätten in den europäischen Gremien allenfalls noch die Chance, „da möglichst viel von unseren deutschen Interessen reinzupacken.“

          Für diesen Mittwoch ist ein Treffen der deutschen Mitglieder der European Club Association (ECA) mit deren Chef, Andrea Agnelli aus Italien, geplant, damit die Bundesligavereine ihre Position erläutern können. Das derzeit vorliegende Umbaukonzept sieht vor, dass sich nur noch vier Klubs über die 54 ersten europäischen Ligen für die Königsklasse qualifizieren, vier weitere über Auf- und Abstieg, während 24 Teams automatisch (durch ihr Abschneiden im Vorjahr) an diesem Wettbewerb teilnehmen. Nach diesem Modell wäre im kommenden Jahr der FC Schalke qualifiziert, nicht aber RB Leipzig, so Watzke – ein Konzept, das die 36 deutschen Profivereine auf einer Sitzung in der vorigen Woche einstimmig abgelehnt hatten.

          Es „müsse mehr Qualifikationsmöglichkeiten über die Liga geben“, fasste der Klubchef des BVB die Haltung des deutschen Fußballs zusammen, dämpfte aber zugleich die Erwartungen: Niemand könne damit rechen, dass der Rest des Kontinents „sich zu 90 Prozent auf uns einlassen“ werde. Wobei ein mögliches Szenario bislang kaum diskutiert wurde: Die Forderung, dass jedes Land – wie bisher – eine bestimmte Anzahl an Champions-League-Plätzen zugewiesen bekommt und dann selbst entscheidet, über welchen Weg diese vergeben werden. So würde sich in der Bundesliga nur wenig ändern. Solch ein Modell sei durchaus denkbar, bestätigte Watzke, deutete aber an, dass die deutschen Vertreter eher auf einen Kompromiss hinarbeiten: „Eine Qualifikation nur über die Ligen wird es nicht mehr geben. Das wird ein Mix.“

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