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EURO-Haarparade : Glatzen, Mähnen, Vokuhilas

  • Aktualisiert am

Torschütze aus der Langhaar-Fraktion: Maniche Bild: dpa/dpaweb

Bei der EM in Portugal wird nicht nur die Länge der Pässe begutachtet, sondern auch die der Haare. Manch einer nimmt noch während des Turniers Korrekturen vor. Eine Auswahl.

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          Rastazöpfe sind out, der Radikalschnitt bleibt ein Dauerbrenner, und ohne Haarband geht fast gar nichts: Die EM-Stars zeigen sich in Portugal wieder als Trendsetter für Coiffeure und eine ganze Teenager-Generation. Schließlich wird Fußball auch mit dem Kopf gespielt, und die halbe Welt schaut zu.

          Ob Schwedens Zlatan Ibrahimovic, Tschechiens Tomas Ujfalusi, der Schweizer Murat Yakin, der Russe Alexej Smertin oder die portugiesischen und italienischen Kicker: Viele müssen ihre Haarpracht mit Gummis bändigen, um den Durchblick zu behalten.

          Das Meinungsforschungs-Institut Emnid hat herausgefunden, daß 56 Prozent der weiblichen Fans auf lange, gelockte Haare stehen - vor allem die Südländerinnen. Dem internationalen Trend wollte sich auch Michael Ballack nicht verschließen und ließ seine dunklen Wellen bis auf den Trikotkragen wachsen. „Für mich ist er der mit Abstand schönste Fußballer Deutschlands“, schwärmt Fußball- Weltmeisterin Nia Künzer.

          Ball und Haare - alles fliegt beim Kroaten Ivica Olic

          Kurze Renaissance von „Vorne kurz, hinten lang“

          Wer mit den langhaarigen Beaus nichts anfangen kann, darf in den ARD-Analysen einen Klassiker der Fußballerfrisuren bestaunen: Der Seitenscheitel von Günter Netzer begeistert selbst Starfriseur Gerhard Meir. „Wirklich klasse“, urteilte er über den 59jährigen. „Das war Anfang der siebziger Jahre sehr hip, dann ist der Stil ein bißchen in Vergessenheit geraten, und heute könnte er auf jedem Laufsteg vertreten sein.“

          Gut findet Meir auch die Frisuren von David Beckham, „der ist sicher das modernste männliche Fußballwesen“. Irokesenschnitt, Gladiatorenmähne, Rastazöpfe - der Popstar an der Seitenauslinie, dem vom englischen Starfriseur Aidan Phelan der Kopf gewaschen wird, hatte schon alles. Bei der EM tritt der Engländer allerdings wie Zinedine Zidane mit geschorenem Kopf auf.

          Büßerglatze, lästern Kritiker und verweisen auf Beckhams Seitensprünge. Auch der Schwede Freddie Ljungberg, das Calvin-Klein-Modell für Unterhosen, tritt oben ohne auf. Bei Zidane ist die Wahl des Kopfschmucks eher zwangsläufig: Haarausfall. Auch andere Franzosen wie Fabien Barthez und Thierry Henry haben sich zum Kahlschnitt entschlossen. Robert Pires hält das für eine haarsträubende Idee. Der Mittelfeldspieler mit dem dunklen Schopf wirbt schließlich für einen Shampoo-Hersteller.

          Selbst „Vokuhila“ (vorne kurz, hinten lang) erlebte bei der EM eine - kurze - Renaissance: Spaniens Jungstar Fernando Torres von Athletico Madrid trat zunächst im Achtziger-Jahre-Look auf, machte dann jedoch einen Schnitt. Eisern an seinen Rastazöpfen fest hält der Niederländer Edgar Davids. Kein gutes Haar läßt die Branche dagegen mehr an Francesco Totti: Italiens Superstar zeigte beim 0:0 gegen Dänemark zwar seine liebevoll geflochtenen Zöpfchen, wurde später aber als wilder Spucker entlarvt und für drei Spiele gesperrt. „Wash and go“ - den Gegner naßgemacht und weggeschickt.

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