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Tischfußball : Doppelpass mit Fingerspitzengefühl

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Niederlande gegen Deutschland: Trikots für den Klassiker gibt es bei Classen Spielgeräte Bild: classen-kicker.de

Kickertische bieten rasante Fußball-Begegnungen im Kleinformat. Die Auswahl der Geräte reicht vom Einstiegsmodell für Hobbyspieler bis zur Version für Leistungssportler. Sogar der Computer spielt mittlerweile Tischfußball.

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          Entscheidend is' auf'm Platz? Entschuldigung, aber da müssen wir Ihnen posthum widersprechen, lieber Adi Preißler. Beim Fußball ist es nämlich manchmal auch in der Kneipe entscheidend, im Jugendclub oder im Architekturbüro. Eben da, wo ein Tischkicker steht, an dem wir uns im Torschuss aus dem Handgelenk versuchen. Fußballtische haben ihren Platz längst nicht mehr nur in verräucherten Lokalen oder Partykellern, sondern zeigen sich ganz selbstbewusst auch in Wohnzimmern. Wer kein Ticket für die gestern eröffnete Europameisterschaft bekommen hat, der hält seinem Lieblingsteam ja nun vielleicht am Kicker die Stange (je nach Tisch mit Holz- oder Gummigriffen). Sogar Nationaltrikots für die kleinen Figuren gibt es (im Mannschaftssatz 15,90 Euro bei Classen Spielgeräte, www.classen-kicker.de).

          Ein Tischkicker ist auf den ersten Blick eine simple Sache: Das rund 70 auf 120 Zentimeter große Spielfeld wird von einer stabilen Bande umgeben. Über dem Feld sind 22 Spielfiguren an drehbaren Querstangen montiert, die Aufstellung ist für gewöhnlich 1-2-5 in der Verteidigung und noch einmal drei Spieler im Sturm vor dem gegnerischen Tor. Die Stangen lassen sich außerdem horizontal in Gleitlagern bewegen. Durch die Kombination aus Rotation und Horizontalverschiebung sind neben direkten Torschüssen nach vorn (Pin-Shot) auch Pässe, Bananenflanken, Schüsse über Bande und andere Spielzüge möglich.

          Preise reichen bis zu weit über 2000 Euro

          Alles andere als einfach ist jedoch die Entscheidung für ein Spielgerät aus dem großen Angebot. Die Preise reichen von weniger als 100 Euro für Schnäppchen bis zu weit über 2000 Euro. Zu den teuersten Tischen gehören einerseits Profi-Geräte, die auch als offizielle Turniertische bei internationalen Wettbewerben eingesetzt werden - zum Beispiel der Tournament Pro Soccer des deutschen Herstellers Lehmacher Billardbau (www.tecball.com). Aber auch feinste Handwerkskunst gibt es in dieser Hochpreis-Kategorie: So hat Manufactum (www.manufactum.de) zum EM-Jahr 2008 einen Tischkicker von klassischer Schönheit mit Buchenholzfurnier und Beschlägen aus massivem Messing ins Angebot aufgenommen.

          Der „Turniersieger” von Automaten-Hoffmann

          Es gibt Kicker aus Holz, Faserplatten, Kunststoff und Stahl mit Spielfeldern aus Melamin, Glas und Plastik. Die Figuren bestehen je nach Typ aus Holz, verschiedenen Kunststoffen, Aluminium und sogar Gusseisen. Montiert werden sie an Stangen aus massivem Metall oder deutlich leichteren Röhren, besonders bei Privatgeräten geht der Trend zu Teleskopstangen. Diese ragen beim Verschieben der Figuren im Gegensatz zu massiven Stangen nicht als stumpfe Stahlbolzen auf der anderen Seite des Tisches heraus, sondern schieben sich zusammen. Selbst die Aufstellung der 22 Spieler an acht Stangen ist nicht überall gleich: Es gibt Sondermodelle wie Fußballtische für sechs oder acht Spieler mit Überlänge und entsprechend mehr Stangen samt Figuren. Allerdings ist das mehr Spielzeug als Sportgerät.

          Einsteigergeräte von Markenherstellern

          Wer einen eigenen Tisch kaufen will, sollte nicht zum billigsten Angebot greifen, rät Philipp Must, Sprecher des Deutschen Tischfußball Bundes (DTFB): Einen allgemein gültigen Tipp kann der Verbandssprecher zwar nicht geben, aber für gelegentliche Spiele mit Freunden ohne Ambitionen für die Teilnahme an Turnieren werde meist ein günstigeres Modell um etwa 350 Euro genügen.

          Engagierte Sportler sollten zu Einsteigergeräten von Markenherstellern greifen, empfiehlt der DTFB-Sprecher: Tische von Leonhart (www.leonhart.de) und Tecball für 500 bis 600 Euro böten engagierten Neueinsteigern viel Spaß beim Spiel und seien auch eine gute Basis für das Training als Vorbereitung auf Turniere. Außerdem lohne es sich immer, nach einem gebrauchten Modell von renommierten Markenherstellern Ausschau zu halten: Die Geräte seien so massiv ausgelegt, dass sie auch nach vielen Jahren im Dienst bessere Spielbedingungen bieten als besonders günstige Neuware.

          Den Traum-Kicker zum selber bauen

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