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Spielerbörse in der Sommerpause : Der teuerste Stellenmarkt der Welt

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Die Klubs, auf die in Europa jeder schaut, werden zunächst der FC Chelsea mit dem portugiesischen EM-Coach Luiz Felipe Scolari und vor allem Inter Mailand sein, wo Chelseas früherer Trainer José Mourinho angeheuert hat. Chelsea ist sich einig mit Deco, dem portugiesischen Spielmacher, der den FC Barcelona gegen ein Trennungsgeld von 15 Millionen Euro verlassen konnte, und dazu buhlt man noch um die Dienste des spanischen Topangreifers Fernando Torres (FC Liverpool) und seines Nationalmannschaftskollegen David Villa (FC Valencia).

Doch da buhlt in Europa die halbe Liga der Megareichen mit. Wer Villa haben will, steht zunächst vor einem ultrateuren Hindernis: Valencia hat für seinen bis 2013 verpflichteten Angreifer, der bei der EM bis zum Finale mit vier Treffern die Schützenliste anführte, eine fixe Ablösephantasiesumme von 126 Millionen Euro festgesetzt. Wer soll das bezahlen?

Aus Liebesbeziehungen sind schon oft Missverständnisse geworden

Nicht einmal der russische Chelsea-Patron Roman Abramowitsch oder der steinreiche Inter-Präsident Massimo Moratti würden so viel Geld in beide Hände nehmen. Eher wechselt David Silva, einer der ruhmreichen vier aus der spanischen EM-Mittelfeldreihe, zum FC Arsenal, der dafür allerdings 25 Millionen Euro an Valencia bezahlen müsste.

Trainer Arsène Wenger, einer der besten Aufspürer von Talenten, suchte bei der Europameisterschaft vielleicht schon nach einem Nachfolger für den wechselwilligen Weißrussen Alexander Hleb. „Wenn ich mich hier in einen Spieler verliebe“, sagte er während des Turniers, „kann es gut sein, dass wir ihn danach verpflichten.“ Doch aus Liebesbeziehungen sind schon oft teure Missverständnisse geworden. Michael Owen und der Brasilianer Ronaldo verließen Real desillusioniert; Thierry Henry ist beim FC Barcelona so kreuzunglücklich wie der frühere Milan-Star Andrej Schewtschenko als Ersatzmann beim FC Chelsea.

Schlau war, wer vor der EM gehandelt hat

Geld allein macht auch nicht glücklich, und vielleicht fühlt sich so mancher EM-Aufsteiger bei einem nicht ganz so protzigen Klub wohler. Schlau angestellt haben es jedenfalls die Vereine, die schon vor der Europameisterschaft wichtige Transfers abwickeln konnten. So haben die Tottenham Hotspurs für den Kroaten Luka Modric zwar 21 Millionen Euro bezahlt, doch diesen Marktwert hatte der von Dinamo Zagreb nach London wechselnde Ballkünstler während der EM mit konstant eindrucksvollen Leistungen schon übertroffen. Auch Eintracht Frankfurt war gut beraten, den Wiener Rapid-Flügelmann Ümit Korkmaz schon vor dem Anpfiff zur EM für rund 2,5 Millionen Euro zu holen. „Jetzt wäre er um einiges teurer“, sagt Korkmaz' Berater Max Hagmayr.

Einer, der Werder Bremen ablösefrei verlässt, hat bei der Europameisterschaft nachhaltig für sich geworben: Ivan Klasnic. Er, der eine Nierentransplantation unter äußerst komplizierten Umständen überstand, könnte sich nach seinen zwei Treffern weiterempfohlen haben. Vielleicht verpflichtet den Stürmer nun auch ein Verein, der bereit ist, Klasnics üppige Gehaltsforderung von zwei Millionen Euro zu erfüllen. Der Kroate gilt in der Bundesliga bei Vertragsverhandlungen als Meister des Pokers mit eisernen Nerven. Gut möglich, dass er auch diesmal richtig spekuliert hat. Aufsteiger 1. FC Köln soll an ihm interessiert sein.

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