https://www.faz.net/-gtl-x8si

FAZ.NET-Euro-Spezial: Tschechien : Das Herz der Mannschaft bereitet Kopfschmerzen

  • Aktualisiert am

Sein Ausfall schmerzt die Tschechen: Tomas Rosicky vom FC Arsenal ist verletzt Bild: picture-alliance/ dpa

Die Tschechen gehören zum Stamm der Euro-Teilnehmer. Doch der Optimismus bekam zuletzt einige Dämpfer, denn das Herzstück der Elf schwächelt. Nun wird nach einer Lösung gesucht - eine Option zerschlug sich aber schon. Teil 2 der FAZ.NET-Euro-Vorschau.

          2 Min.

          Ausgerechnet das Herz seiner Mannschaft bereitet dem tschechischen Nationaltrainer Karel Brückner vor der anstehenden Euro-Endrunde in Österreich und der Schweiz jede Menge Kopfschmerzen. Schon seit Ende Januar ist Spielmacher Tomas Rosicky aufgrund einer hartnäckigen Knie-Entzündung außer Gefecht gesetzt und fällt für das Turnier aus.

          Mit dem früheren Dortmunder galt der Vize-Europameister von 1996 - damals verlor man gegen Deutschland nach Oliver Bierhoffs „Golden Goal“ - noch als Geheimfavorit, ohne ihn könnte wohl schon das Überstehen der Vorrunde als Erfolg gewertet werden. Zwar gewann die Mannschaft im vergangenen Oktober in München auch ohne ihren Kapitän mit 3:0 gegen die DFB-Elf und legte so den Grundstein für den Sieg in der Qualifikationsgruppe D, über einen längeren Zeitraum ist ein Ausfall Rosickys aber wahrscheinlich nicht zu verkraften.

          Hoffnungen auf Nedveds Comeback zerschlagen

          Einen annähernd gleichwertiger Ersatz für die Schaltzentrale des tschechischen Spiels gibt der Kader nicht her. Zumal in Pavel Nedved der zweite potentielle Strippenzieher im Mittelfeld ebenso wie der technisch hochveranlagte Karel Poborsky nach der WM 2006 seinen Abschied aus der Landesauswahl verkündet hatte.

          Nicht ohne Sorgen zur Euro: Welche Pläne hat Trainer Karel Brückner?

          Während Rekordnationalspieler Poborsky inzwischen seine aktive Laufbahn beendete, hofften tschechische Medien und sogar seine Kollegen Petr Cech und Jan Koller aufgrund der Verletzung Rosickys auf ein Comeback von Nedved. Der mittlerweile 35-Jährige gehört beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin noch immer zum Stammpersonal. Nun stellte sich die große Frage, ob sich Nedved zu einer Rückkehr bewegen lassen lässt. Er tat es nicht und sagte nach langen Gesprächen mit Nationaltrainer Karel Brückner ab.

          Drei echte Oldies und einige Bundesliga-Spieler

          Überhaupt geht der Umbruch im tschechischen Team nur schleppend voran. Schon bei der WM 2006, bei der man die hohen Erwartungen in der Heimat nicht erfüllte und schon nach der Vorrunde die Segel streichen musste, standen nur zwei Spieler unter 25 Jahren im Kader. Auch seitdem konnten sich nur wenige Youngster entscheidend in den Vordergrund spielen - trotz des zweiten Platzes bei der U-20-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr.

          Größter Hoffnungsträger aus der jungen Garde ist noch der Frankfurter Martin Fenin; auch sein angreifender Kollege Milan Baros ist erst 26 Jahre alt. So werden in den Nürnbergern Jaromir Blazek, Tomas Galasek und Jan Koller wohl drei beim Turnierbeginn 35-Jährige im Aufgebot stehen. Aus der Bundesliga steht zudem David Jarolim (Hamburger SV) im Euro-Aufgebot.

          Für Karel Brückner ist es das letzte große Turnier

          Prunkstück des Teams, das in der Gruppenphase auf Gastgeber Schweiz, Vize-Europameister Portugal und die Türkei trifft, ist die Defensive. Vor Torwart Petr Cech (FC Chelsea) bilden der frühere Hamburger Tomas Ujfalusi (AC Florenz), Radoslav Kovac (Spartak Moskau), David Rozehnal (Lazio Rom) und Marek Jankulovski (AC Mailand) eine gestandene Viererkette, die in der Qualifikation nur fünf Gegentore zuließ.

          Für Trainer Brückner ist die Euro, die man 1976 noch als CSSR im Endspiel gegen Deutschland im Elfmeterschießen gewinnen konnte, unterdessen das letzte Turnier. Im März kündigte der Coach, der das Team bereits seit Dezember 2001 betreut, seinen Abschied an. Als potenzielle Nachfolger gelten Brückners Assistent Petr Rada, der ehemalige Nationalspieler Ivan Hasek und Karel Jarolim, Vater des Hamburger Profis David.

          DIE FAZ.NET-PROGNOSE:

          In Normalform und mit allen Spielern an Bord wäre Tschechien ein sicherer Kandidat für den Einzug ins Viertelfinale. Doch die Ausfälle und Rücktritte wichtiger Stützen im Mittelfeld machen ihnen das Leben schwer. Großer Trumpf wird die Defensive sein; nun hängt viel von der Treffsicherheit der Stürmer ab. Entscheidende Bedeutung hat das Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Schweiz. Steht die Elf von Karel Brückner dort ihren Mann und gewinnt, wird auch die Runde der letzten Acht erreicht. Doch für das Halbfinale reicht es diesmal nicht.

          Der Vorrunden-Spielplan Tschechiens:

          7. Juni - Gruppe A in Basel: Schweiz - Tschechien (18.00 Uhr)
          11. Juni - Gruppe A in Genf: Tschechien - Portugal (18.00 Uhr)
          15. Juni - Gruppe A in Genf: Türkei - Tschechien (20.45 Uhr)

          Viertelfinale:

          19. Juni in Basel: Sieger Gruppe A - Zweiter Gruppe B (20.45 Uhr)
          20. Juni in Wien: Sieger Gruppe B - Zweiter Gruppe A (20.45 Uhr)

          Halbfinale:

          25. Juni in Basel: Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2 (20.45 Uhr)

          Finale:

          29. Juni in Wien: Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2 (20.45 Uhr)

          Alle Spiele, alle Tore – Tschechien bei der Euro im FAZ.NET-Liveticker

          Weitere Themen

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.