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Brückner für Österreich : Neuaufbau mit altem Mann

  • Aktualisiert am

Wechselt von Prag nach Wien: Karel Brückner Bild: AP

„Wir haben nicht auf den Taufschein geschaut, sondern auf Erfahrung und Erfolg“, sagte ÖFB-Präsident Stickler zur Ernennung von Karel Brückner zum neuen österreichischen Auswahlcoach. Der 68-Jährige soll das Alpen-Team zur WM 2010 nach Südafrika führen.

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          Karel Brückner fühlt sich für das Rentner-Dasein noch nicht reif und will Österreichs Fußballer zur Weltmeisterschaft 2010 nach Südafrika führen. Völlig überraschend verkündete ÖFB-Präsident Friedrich Stickler am Freitag die Ernennung des auch „Weißer Vater“ genannten, fast 69 Jahre alten Tschechen zum Nachfolger von Josef Hickersberger als Chefcoach des Austria-Teams. „Wir haben bei der Suche nicht auf den Taufschein geschaut, sondern auf Erfahrung und Erfolg“, sagte Stickler.

          Auf einer Pressekonferenz in Wien, bei der der neue Coach noch fehlte, forderte Stickler „die volle Unterstützung der Fußball-Familie“ für Brückner ein. Der hatte nach Tschechiens Vorrunden-Aus bei der Euro 2008 seinen Rücktritt erklärt und zugleich die Sinnfrage gestellt. „Ich muss lernen, neu zu leben.“

          „Keine Frage, Brückner ist ein Top-Mann“

          Nun hat Brückner eine neue Herausforderung gefunden - als fünfter ausländischer Nationaltrainer in der Alpenrepublik. Dass die Wahl auf den nach Luis Aragones (Spanien) und Otto Rehhagel (Griechenland/beide 69) drittältesten EM-Coach gefallen ist, kommt unerwartet. Zwar führte Brückner Tschechien in den gut sechs Jahren als Verantwortlicher zu allen großen Turnieren und zeitweise auf Platz 2 der Fifa-Weltrangliste, dennoch waren zuletzt andere Namen und auch die interne Lösung mit Andreas Herzog gehandelt worden.

          „Keine Frage, Brückner ist ein Top-Mann“, sagte der bisherige Hickersberger-Assistent und frühere Bundesliga-Profi Herzog. „Ich hatte natürlich ein bisschen Hoffnung, dass ich es werde, aber gegen so einen Trainer war ich chancenlos. Das ist eine absolute Top-Entscheidung“, lobte Österreichs Rekord-Nationalspieler. Ob er weiter als Assistent zur Verfügung steht, ließ er offen. Dies soll laut ÖFB am Montag geklärt sein.

          Test gegen Italien, Ernst gegen Frankreich

          „Wir sind überzeugt, dass er mit seiner internationalen Erfahrung der ideale Mann für die weitere Entwicklung unseres jungen Teams ist“, sagte Bundesliga-Präsident Martin Pucher, der mit Stickler den erfahrenen Coach auswählte, der österreichischen Nachrichten-Agentur APA. Dem als Taktik-Fuchs bekannten gebürtigen Olmützer Brückner bleibt wenig Zeit, um sich auf die neue Aufgabe einzustellen. Denn schon am 20. August steht gegen Weltmeister Italien das einzige Test-Länderspiel vor der am 6. September mit dem Heimspiel gegen Vize-Weltmeister Frankreich beginnenden WM-Ausscheidung an. In der Qualifikations-Gruppe 7 sind Rumänien, Serbien, Litauen und die Färöer-Inseln die weiteren Kontrahenten des EM-Mitgastgebers 2008.

          Den Spitznamen „Klekih-petra“ (deutsch: „Weißer Vater“) bekam Brückner von Tschechiens Rekord-Internationalem Karel Poborsky verpasst. Der benannte den weißhaarigen Coach wegen der Ähnlichkeit zu Karl Mays Romanfigur nach Winnetous väterlichem Freund und Lehrer.

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