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0:1 gegen Tschechien : Die Schweiz verliert das Spiel und Kapitän Alex Frei

  • Aktualisiert am

Doppelte Tränen: Die Schweiz verlor, Kapitän Alexander Frei verletzte sich Bild: REUTERS

Drama für den Gastgeber: Die Schweiz verlor das Auftaktspiel der Europameisterschaft gegen Tschechien mit 0:1 trotz einer guter Leistung. Mindestens genauso schmerzlich wie die Niederlage war das verletzungsbedingte Ausscheiden ihres Kapitäns Alex Frei.

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          Eine schwere Knieverletzung von Alexander Frei und ein tschechisches Tor aus dem Nichts haben Gastgeber Schweiz zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft die Partylaune verdorben. Ohne den kurz vor der Pause ausgewechselten Dortmunder Torjäger verloren die Eidgenossen am Samstag im Eröffnungsspiel in Basel unglücklich mit 0:1 (0:0) gegen den Europameister von 1976 und müssen weiter auf ihren ersten Erfolg bei einem EM-Turnier warten.

          Vor 40.000 Zuschauern im St. Jakob-Park erzielte der frühere Mönchengladbacher Vaclav Sverkos (70.) das Siegtor für die Tschechen, die mit ihrer Leistung jedoch keine Empfehlung für das Viertelfinale abgaben. Die Schweizer waren in der ersten Partie der Gruppe A das spielbestimmende Team und kämpften mit großer Moral, zeigten aber im Abschluss eklatante Schwächen.

          Erste Diagnose: Innenbandriss bei Frei

          In der 80. Minute vergab Johan Vonlanthen mit einem Schuss an die Latte den verdienten Ausgleich. „Ich bin sehr glücklich und unsere Mannschaft kann auch sehr glücklich sein, denn die Schweizer waren besser als wir“, gab Torschütze Sverkos unumwunden zu. „Die Verletzung von Frei ist sehr bitter für uns, doch auch ohne ihn haben wir viel Druck gemacht. Deshalb ist die Enttäuschung riesengroß“, sagte der Leverkusener Tranquillo Barnetta.

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          Die Auftakt-Niederlage setzt die Schweizer am Mittwoch im Spiel gegen die Türkei noch mehr unter Erfolgsdruck. Die Blessur von Frei war für die 42 Minuten lang von einer Welle der Euphorie getragenen Schweizer ein Schock. Nach einem Zusammenprall mit Italien-Profi Zdenek Grygera blieb der Dortmunder Torjäger mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und verließ wenig später auf zwei Betreuer gestützt weinend die Arena. Die erste Diagnose lautete auf einen Innenbandriss.

          Jarolim konnte Rosicky nicht gleichwertig ersetzen

          Damit ist das Turnier für den Kapitän vorzeitig beendet. Frei hatte nach langer Verletzungspause erst im März beim 0:4 im Test gegen Deutschland sein Comeback in der „Nati“ gefeiert. Bis zu seinem Ausscheiden war der 28 Jahre alte Stürmer auffälligster Akteur seiner Mannschaft gewesen. In der zweiten Halbzeit kehrte Frei auf Krücken ins Stadion zurück.

          Die Tschechen mit den Bundesliga-Absteigern Jan Koller und Tomas Galasek vom 1. FC Nürnberg in ihren Reihen hatten dem Schwung der Gastgeber außer grundsolider Abwehrarbeit wenig entgegenzusetzen. Im Spiel nach vorne fehlte das Überraschungsmoment. David Jarolim vom Hamburger SV war im Mittelfeld nicht in der Lage, die durch den Ausfall des verletzten Tomas Rosicky entstandene Lücke zu schließen. In der Spitze konnte sich der immer wieder mit hohen Bällen gesuchte 2,02-Meter-Mann Koller gegen Philippe Senderos nicht entscheidend in Szene setzen. Nach 57 Minuten wurde die einzige Spitze der Tschechen gegen Sverkos ausgetauscht, der 13 Minuten später nach Galasek-Pass urplötzlich frei zum Torschuss kam.

          Nach Freis Verletzung kämpften die Schweizer leidenschaftlich

          Durch die „Hopp Schwiiz“-Rufe ihrer Anhänger nach vorne gepeitscht legten die Schweizer schnell ihren Respekt ab und diktierten klar das Geschehen. Mit dem ersten Torschuss durch Frei nach 2:05 Minuten unterstrichen die Hausherren ihren Willen, nach sechs sieglosen EM-Spielen endlich den ersten Dreier einzufahren. Der wie immer mit einem Kopfschutz spielende Torhüter Petr Cech bewahrte seine Elf anschließend per Fußabwehr (21.) und Faustparade (36.) wiederum gegen Dortmunds Torjäger vor dem drohenden Rückstand.

          Auf der Gegenseite musste Wolfsburgs Schlussmann Diego Benaglio im Schweizer Tor vor der Pause nur einmal energisch zupacken, als sich eine von Ludovic Magnin abgefälschte Flanke gefährlich auf seinen Kasten senkte (13.). Freis Nachfolger Hakan Yakin führte sich mit einem knapp über das Tor gezirkelten Freistoß (50.) gleich gut ins Spiel seiner Mannschaft ein, die den Verletzungsschock gut wegsteckte und verbissen um den Sieg kämpfte. Den hatte in der 66. Minute Yakin auf dem Kopf, als er nach Flanke von Stephan Lichtsteiner den Ball aus acht Metern unbedrängt neben den Pfosten setzte.

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