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Tschechien : Zuletzt zeigten die Zauberer Schwächen

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Bild: dpa

Kopf des Teams ist der 31 Jahre alte Kapitän Pavel Nedved. Der Mittelfeldstar von Juventus Turin ist Dreh- und Angelpunkt und wurde 2003 zu „Europas Fußballer des Jahres“ gekürt.

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          Tschechien gehört neben Titelverteidiger Frankreich nicht nur für Günter Netzer zu den größten Favoriten bei der EM in Portugal. Allerdings ist seit dem Ende der 28 Monate währenden Superserie von 20 Länderspielen ohne Niederlage die Euphorie im Land des Europameisters von 1976 etwas verflogen. Ende März verlor die Elf von Trainer Karel Brückner mit 1:2 in Irland, dann mußte sein Team in Prag sogar eine 0:1-Heimpleite gegen Japan einstecken. „Das schmerzte schon“, sagte Brückner, der den Rückschlägen aber auch etwas Positives abgewann: „Jetzt sind wir die Favoritenbürde erstmal los.“

          Insbesondere nach der jüngsten Schmach im Nationalsport Eishockey bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land ruhen die Hoffnungen der sportbegeisterten Tschechen aber mehr denn je auf den Fußball-Profis. „Eishockey ist tot, es lebe der Fußball“, lautet der Tenor. Und der 64 Jahre alte Coach ist überzeugt, daß sein Team, das sich in der Qualifikation mit technisch feinem Fußball ohne Niederlage als Gruppensieger souverän für die EURO qualifizierte und die Niederlande in die Relegation zwang, rechtzeitig bis zum Auftaktmatch gegen Lettland am 15. Juni in Aveiro die Form findet. „Bis dahin haben wir noch Zeit.“ Brückner, der nach der mißlungenen WM-Qualifikation 2002 den glücklosen Jozef Chovanec abgelöst hatte, gilt als Vater des Erfolgs.

          Im Team ist die Bundesliga gleich mit einem Quintett vertreten. So ruhen die Hoffnungen auf den zweiten EM-Titel auch auf Vratislav Lokvenc, der vom 1. FC Kaiserslautern zum VfL Bochum wechselt, Roman Tyce (1860 München), Toman Ujfalusi (Hamburger SV) sowie den Dortmundern Tomas Rosicky und Jan Koller. Kopf des Teams aber ist der 31 Jahre alte Kapitän Pavel Nedved. Der Mittelfeldstar von Juventus Turin ist Dreh- und Angelpunkt und wurde 2003 als zweiter Tscheche nach Josef Matopust (1962) zu „Europas Fußballer des Jahres“ gekürt. „Nedved ist einer der komplettesten Spieler, die ich je gesehen habe“, schwärmt sogar DFB-Teamchef Rudi Völler.

          Möglicherweise kommt es im letzten Spiel der Gruppe D gegen Deutschland am 23. Juni in Lissabon zu einem echten Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale. Unvergessen sind die beiden bisherigen EM-Finals zwischen den Kontrahenten. Legendär ist der Elfmeter- Fehlschuß von Uli Hoeneß in den Belgrader Nachthimmel 1976, der der damaligen CSSR den Titel brachte. Im Endspiel 1996 in England drehte das DFB-Team dank Olivers Bierhoffs „Golden Goal“ zum 2:1 den Spieß um.

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