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Interview : Mayer-Vorfelder: „Ich habe keinen Plan B“

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Präsident in Not: Gerhard Mayer-Vorfelder Bild: dpa/dpaweb

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder über die Absage des vermeintlichen neuen Bundestrainers Ottmar Hitzfeld, die weitere Suche nach einem Kandidaten und die Kritik an seiner Amtsführung.

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          DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder über die Absage des vermeintlichen neuen Bundestrainers Ottmar Hitzfeld, die weitere Suche nach einem Kandidaten und die Kritik an seiner Amtsführung.

          Wie hat Ihnen Ottmar Hitzfeld erklärt, daß er nicht Bundestrainer werden will?

          Er hat mir mitgeteilt, daß er sich derzeit nicht in der Verfassung fühle, um eine solche Aufgabe übernehmen zu können. Er brauche nach den sechs Streß-Jahren bei Bayern München eine Auszeit, um wieder die körperliche Verfassung zu erreichen, die er für solch eine Aufgabe benötigt. Er habe diese Erfahrung schon einmal in Dortmund gemacht, und das Jahr, das er sich dort gegönnt hatte, habe ihm sehr, sehr gutgetan.

          Warum hat er mit Ihnen verhandelt, wenn er sich nicht in der Lage fühlt, den Posten zu übernehmen?

          Ich kann nur sagen, daß wir sehr intensive Gespräche geführt haben und uns in allen Punkten einig waren. Er hat gesagt, daß es ein Traum wäre, Nationaltrainer vor dem Hintergrund einer Weltmeisterschaft im eigenen Land zu werden.

          Haben Sie Verständnis für seine Absage?

          Es ist ihm sicher nicht leicht gefallen und hat ihn einige schlaflose Nächte gekostet. Ich bedaure die Entscheidung, kann das aber auch verstehen, weil ich zu Ottmar Hitzfeld ein sehr offenes und freundschaftliches Verhältnis habe.

          Wie geht es jetzt weiter?

          Jetzt kommt der zweite Teil des Verfahrens, auch da habe ich eine gewisse Erfahrung. Das Präsidium wird am Montag die Möglichkeit haben, all seine Gedanken zu Namen und Trainern vorzutragen. Ich habe keinen Plan B, einfach auch deshalb, weil es nicht angemessen wäre, in der Zeit, in der man eingehende Gespräche mit einem Kandidaten führt, irgendwelchen anderen Plänen nachzugehen.

          Vor zwei Jahren war Jupp Heynckes schon ein Kandidat, käme er für die Nachfolge in Frage?

          Zu möglichen Kandidaten werde ich nichts sagen. Ich persönlich bin der Meinung, daß es eine Grundvoraussetzung ist, daß der Trainer fließend Deutsch sprechen muß. Dies ist zwingend erforderlich, um das zu erreichen, was man in Einzelgesprächen erreichen möchte. Wenn das nur über einen Dolmetscher vermittelt werden kann, geht etwas von der Eigenart des Trainers verloren.

          Sie stehen schwer in der Kritik. Ist durch die Trainersuche und die Kritik an Ihrem eigenmächtigen Vorgehen das Amt des DFB- Präsidenten beschädigt?

          Ich bin Stürme gewohnt. Aber ich habe mir keinen Vorwurf zu machen bei der Suche nach einem Bundestrainer. Wenn das am Montag in der Präsidiumssitzung angesprochen wird, kann ich den Leuten in die Augen schauen und meine Gründe darlegen, warum ich so und nicht anders gehandelt habe.

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