https://www.faz.net/-gtl-ovkn

Gruppe C : Dänemark frech, Italien behäbig - „hitziges“ 0:0

  • Aktualisiert am

Auch Italiens Stürmerstar Vieri ging leer aus Bild: dpa/dpaweb

Die Dänen haben dem Favoriten in der Gruppe C ein Unentschieden abgetrotzt. Viel hätte nicht gefehlt, und das italienische Starensemble wäre mit einer Niederlage in die EURO gestartet.

          2 Min.

          Italien, der EM-Zweite von 2000, hat bei der „Hitzeschlacht“ von Guimaraes enttäuscht: Die „Squadra Azzurra“, die bei der EURO in Portugal (FAZ.NET-Spezial Euro 2004) den ersten Titel seit 22 Jahren nach Italien holen will, kam im ersten Spiel der Gruppe C gegen Dänemark in Guimaraes über ein 0:0 nicht hinaus und ist mit einem mühsamen Unentschieden gestartet.

          Damit blieb die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni zwar auch in ihrem fünften Auftaktspiel seit Einführung der Gruppenphase bei EM-Endrunden ohne Niederlage, blieb aber über weite Strecken deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Dänen, die auch in ihrem sechsten Auftaktspiel einer EM ohne Erfolg blieben, waren bei brütender Hitze von bis zu 34 Grad die stärkere Mannschaft und unterstrichen ihre Ambitionen auf den Einzug ins Viertelfinale.

          „Totti ist von den Dänen sehr gut kontrolliert worden“

          Trapattoni sagte nach dem Spiel: „Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme, erst nach der Pause haben wir einige gute Torchancen herausgespielt. Ich denke, das Unentschieden ist im Großen und Ganzen gerecht. Wir waren nicht beweglich genug und hatten vor allem im Mittelfeldprobleme. Totti ist von den Dänen sehr gut kontrolliert worden.“

          „Ich bin mit dem einen Punkt zufrieden. Obwohl ich glaube, daß wir insgesamt einen Sieg verdient hatten. Denn wir hatten viele Chancen und haben vor allem in der ersten Halbzeit das Spiel komplett kontrolliert“, sagte der dänische Trainer Morten Olsen, ehemaliger Bundesliga-Profi und -Trainer des 1. FC Köln.

          Dänemark mit drei Bundesligaspielern

          Vor 25.000 Zuschauer im 30.000 Besucher fassenden Estadio D. Alfonso Henriques von Guimaraes hatte Dänemarks Trainer Morten Olsen drei seiner vier Bundesligaspieler von Beginn an aufgeboten. Der Dortmunder Niclas Jensen spielte links in der Abwehrkette, der Schalker Christian Poulsen kümmerte sich im defensiven Mittelfeld zumeist um Italiens Star Francesco Totti, sein Klubkollege Ebbe Sand begann als einzige Spitze. Der Bochumer Peter Madsen mußte dagegen auf der Bank Platz nehmen und kam nicht zum Einsatz.

          Der Europameister von 1992, der als einziges Team außer Deutschland seit 1984 ununterbrochen bei jeder EM-Endrunde dabei ist, begann überraschend forsch. Die Olsen-Elf war beweglicher und spielfreudiger und hatte in der ersten halben Stunde 63 Prozent Ballbesitz, fand gegen die starke Innenverteidigung der Italiener mit Alessandro Nesta und Fabio Cannavaro aber zunächst kein Mittel. Beim Favoriten aus Italien fehlten dagegen vor allem die Ideen im Mittelfeld, so daß gute Torgelegenheiten im ersten Durchgang ausblieben.

          Italiens Offensive enttäuschte

          Die erste Großchance vergab Ebbe Sand, dessen Kopfball in der 33. Minute nur knapp am Tor von Gianluigi Buffon vorbeiflog. Die beste Möglichkeit vor der Pause hatten die Italiener, doch Alessandro Del Piero und im Nachschuß Totti scheiterten am glänzend reagierenden Thomas Sörensen im Tor der Skandinavier (44.).

          In der zweiten Halbzeit hatte Del Piero (53.) die große Möglichkeit zur italienischen Führung. Nach herrlichem Paß von Totti verzog der Star von Juventus Turin allerdings mit dem Außenrist. Nur vier Minuten später zwang Torjäger Christian Vieri mit einem Kopfball Sörensen zu einer weiteren Glanzparade, als dieser den Ball über die Latte lenkte. Es war die erste Aktion des Millionen-Asses von Inter Mailand. Die „Azzurri“ versuchten zwar, im zweiten Durchgang mehr Druck zu erzeugen, doch oftmals blieben die Angriffsbemühungen Stückwerk. Die Dänen antworteten auf die italenischen Chancen mit frechen Angriffen und kamen ebenfalls zu guten Tormöglichkeiten. Mit etwas mehr Glück hätten sie den großen Favoriten besiegen können - die couragiertere Mannschaft waren sie allemal.

          Dänemark - Italien 0:0
          Dänemark: Sørensen - Helveg, Henriksen, Laursen, Niclas Jensen - Poulsen (76. Priske) , Daniel Jensen - Rommedahl, Tomasson, Jørgensen (72. Perez) - Sand (69. Claus Jensen)
          Italien: Buffon - Panucci, Cannavaro, Nesta, Zambrotta - Zanetti (56. Gattuso), Perrotta - Camoranesi (68. Fiore), Totti, Del Piero (64. Cassano) - Vieri
          Schiedsrichter: Mejuto (Spanien)
          Zuschauer: 19.595
          Gelbe Karten: Tomasson, Helveg / Cannavaro, Cassano, Gattuso, Totti

          Weitere Themen

          Emotionaler Abschied von Uli Hoeneß Video-Seite öffnen

          „Ich habe fertig“ : Emotionaler Abschied von Uli Hoeneß

          Seit 1970 war Hoeneß als Spieler, Manager oder Präsident beim FC Bayern tätig und wurde in dieser Zeit zu einer polarisierenden Persönlichkeit des deutschen und internationalen Fußballs. Am Freitag war es für den Weltmeister von 1974 an der Zeit, zu gehen.

          Topmeldungen

          Buttigieg in Iowa vorn : Suche nach der Mitte

          Pete Buttigieg liegt in den Umfragen zur demokratischen Vorwahl in Iowa erstmals vorn. Ist er der Hoffnungsträger für die Zentristen oder nur der Aufreger des Monats? In jedem Fall verfügt er über ein gut gefülltes Konto.

          Lacht doch mal! : Warum jammern die Deutschen so viel?

          Ob Kriminalität, Flüchtlinge oder Wohlstand: Die Lage entwickelt sich besser, als es in der Debatte den Eindruck macht. Mit der eigenen Situation zufrieden, aber in Sorge um das Land – wie passt das zusammen?
          Logik ist sein zweiter Vorname: Youtuber Rezo

          Journalismus im Wandel : Die Logik, das bin ich

          Das Deutschlandradio fragt auf einer Tagung, ob Journalisten aus der Öffentlichkeit verdrängt werden. Wie das geschieht, zeigt der Auftritt eines präpotenten Influencers.
          Einst war beim Arbeits- und Gesundheitschutz das technisch Machbare die Richtschnur. Nun definiert das arbeitsmedizinisch Unbedenkliche den Maßstab – notfalls auch um den Preis, dass manche Arbeiten unterbleiben müssen.

          F.A.Z. exklusiv : Der Straßenbau droht gestoppt zu werden

          Ein Grenzwert soll in Zukunft verhindern, dass Arbeiter zu viele Asphaltdämpfe einatmen. Nun fürchtet die Branche, komplett lahmgelegt zu werden. In einem Brandbrief bittet man um eine Übergangszeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.