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Essen : Warmes Wetter - weniger Appetit

  • -Aktualisiert am

Obst für die Sommerzeit: Eine saftige Orange Bild: laif

Sommerzeit: der Bauch ruft nach Kühlem, Frischem, Leichtverdaulichem. Lieber Obst und Eis als Schweinsbraten mit Soße. Warum? FAZ.NET klärt auf.

          2 Min.

          Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Sie im Sommer weniger essen als im Winter? - Sie essen immer gleich viel? Kaufen Sie sich einen Ernährungsratgeber! Die anderen Leser erfahren jetzt und hier, warum das so ist.

          Wenn´s heiß ist, hat man in der Regel nicht unbedingt Lust auf ein Käsefondue. Oder einen Schweinebraten mit Knödeln. Auch nicht auf den Grünkohleintopf - das sind Winteressen, und die schmecken erst richtig gut, wenn´s draußen klirrt vor Kälte.

          Der Bauch hat Recht

          Jetzt aber, bei 30 Grad im Schatten, ruft der Bauch nach Kühlem, Frischem, Leichtverdaulichem: Salate, Kaltschalen, Obst, Eis. Und Harmut König, Leiter der Abteilung Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hessen, weiß: der Bauch hat Recht. „Subjektiv hat man das Gefühl, dass man im Sommer fitter ist, wenn man mehrere kleine und leichte Mahlzeiten zu sich nimmt, statt zwei, drei grosse.

          Eine Untersuchung hat ergeben, dass Menschen in südlichen Ländern einen um etwa zehn Prozent niedrigeren Grundumsatz haben als Menschen in kälteren Ländern. Der Grundumsatz ist die Menge an Energie, die der Körper für die normalen Körperfunktionen ohne Aktivität verbraucht, also quasi im Ruhig-Liegen.

          Energiebedarf sinkt mit steigender Außentemperatur

          Um die aufrechtzuerhalten, braucht es umso weniger Energie, je wärmer es ist. „Es gibt eine Faustzahl“, erklärt Hartmut König. „Ab 20 Grad Celsius sinkt der grundsätzliche Energiebedarf pro Grad zusätzlicher Wärme um ein halbes Prozent. Das heißt also, wenn das Thermometer auf dreissig Grad Celsius klettert, dann sinkt mein absoluter Bedarf um 5 Prozent.“

          Rechenbeispiel: wenn ein erwachsener Mann für den täglichen Grundumsatz etwa 2000 Kalorien braucht, dann reichen ihm bei 30 Grad im Schatten, in den er sich dann vernünftigerweise bis zum Abend legt, auch 1900 Kalorien, ohne dass der Körper auf Reserven zurückgreifen müsste.

          Im Sommer lebt es sich gesünder

          Andersrum: sein Magen meldet weniger Bedarf an, und der Bierdurst führt zusätzlich schneller zu gefüllten Fettzellen. Deshalb gibt es den Sommer- und den Winterappetit: den dicken Erbseneintopf mit Speck lieber im Winter, die Minestrone und Tomaten mit Mozarella lieber im Sommer.

          Im Sommer lässt es sich auch leichter gesund leben als im Winter: erstens gibt es Obst, Gemüse und Salate auf den Wochenmärkten in frischer Hülle und Fülle. Und zweitens: das helle, freundliche und warme Wetter ist schon an sich gesundheitsfördernd. Wir wollen raus, ins Freie, und bewegen uns auch mehr. Im Winter ist es grau und nass und kalt und abends schon um Fünf dunkel - da gelüstet es uns mehr nach Süßem und Fettem und dem warmen Nest.

          Licht, Bewegung und Zucker wirken ähnlich

          Kein Wunder: in den lichtarmen Wintermonaten versuchen wir, mangelnde Sonne und wenig körperliche Betätigung mit Süßigkeiten zu kompensieren. Denn Licht, Bewegung und Zucker wirken ähnlich auf die Stimmung des Menschen: Sie beeinflussen den Serotoninspiegel, der für unser Wohlbefinden mitverantwortlich ist.

          Jetzt ist erstmal noch Sommer, und danach kriegen wir selbstredend einen schönen, warmen und goldenen Herbst, und dann kommt ein ganz kurzer, milder Winter, und schon haben wir wieder Frühling! - Optimismus: auch ein Geschenk des Sommers.

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