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Ernährung : Ginseng ist (nicht) gleich Ginseng

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Blühender Ginseng: so sieht die Pflanze über der bekannten Heilwurzel aus Bild: dpa

Die verschiedenen Ginseng-Präparate im Überblick

          2 Min.

          Ihren modernen wissenschaftlichen Namen "Panax ginseng C. A. Meyer" erhielt die Pflanze von dem deutsch-russischen Botaniker Carl Anton von Meyer (1795 - 1855). In Korea, der Heimat des Ginseng, wuchs der Panax ginseng C.A. Meyer früher wild - heute wird er in großen Plantagen kultiviert.

          Der gehaltvollste Ginseng kommt aus Korea

          Ginseng aus koreanischem Saatgut wird aber auch in China, in einigen Regionen der ehemaligen Sowjetunion und in Deutschland angebaut. Es gibt mehrere Ginseng-Arten. Laut Manfred Rumrich ist der koreanische Ginseng der "echte“, vor allem weil er „medizinisch gesehen, ganz offensichtlich der mit Abstand wertvollste zu sein scheint." Der Grund hierfür ist in den Wirkstoffen zu suchen, die bei den verschiedenen Arten in sehr unterschiedlichen Mengen und Mischungsverhältnissen vorkommen.

          Roter Ginseng ist keine besondere Ginseng-Art, sondern entsteht bei der Verarbeitung: Die Ginseng-Wurzeln werden sofort nach der Ernte gewaschen und getrocknet. Dabei entsteht die typisch gelblichweiße Färbung. Einige Ginseng-Produzenten behandeln die Wurzeln vor dem Trocknen zusätzlich mit heißem Wasserdampf. Bei Anwendung dieser Methode, die schon sehr alt ist, werden die Wurzeln durchsichtig und nehmen eine rötliche Färbung an. Der so entstandene "Rote Ginseng" ist also das Ergebnis einer Konservierungsmethode. Die Wirkungsweise ändert sich dadurch nicht.

          Die verschiedenen Ginseng-Präparate im Überblick

          Extrakt ist eine bräunlichschwarze, zähflüssige Masse, die intensiv nach Ginseng riecht. Das teuerste Ginseng-Produkt, weil hier die Ginseng-Wirkstoffe hoch angereichert enthalten sind. Man verwendet den Extrakt in der Regel für Tee.

          Honigwurzel sind erntefrische Ginseng-Wurzeln, eingelegt in naturreinen Bienenhonig. Ohne Veränderung der Wirkstoffe nehmen die Wurzeln eine rötlich-braune Farbe an, werden weich und fast durchsichtig. Sie lassen sich dann leicht schneiden bzw. abbeißen. Nicht billig.

          Pulver besteht ausschliesslich aus getrockneten und dann gemahlenen Wurzeln. Man kann daraus Tee machen oder das Pulver in Fruchtsäfte geben oder in Joghurt, Salate usw. einstreuen.

          Kapseln enthalten reines Ginseng-Pulver, sind aber teurer als das Pulver (weil bequemer zu schlucken).

          Granulat wird aus dem Extrakt hergestellt und löst sich in warmer oder kalter Flüssigkeit (Wasser oder Kräutertee) sofort auf. Hier auf den Extraktgehalt achten: Es gibt Präparate mit acht und andere mit achtzehn Prozent.

          Ein einfaches Tee-Rezept: 250 ml kochendes Wasser über 6 g feingeschnittenen oder 2 g gemahlenen Ginseng (Pulver) gießen. Auf ein Stövchen stellen und mindestens zehn Minuten lang ziehen lassen. Wer will, gibt noch Honig hinein. Am besten über den ganzen Tag verteilt trinken. Sich dran gewöhnen, das regelmässig zu tun - und ein langes Leben haben!

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