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Ernährung : Ginseng - der gesundheitliche Alleskönner

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In Asien seit Urzeiten in aller Munde: der Ginseng Bild: laif

In Asien ist das Wissen über Ginseng uralt. Die westliche Schulmedizin hat noch ihre Zweifel an den vielfältigen Wirkungen des Ginseng - unberechtigterweise.

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          Zu jeder Gelegenheit bekommen ältere Menschen nützliche Elixiere geschenkt, die sie fit, jung und gesund halten sollen. Besonders beliebt ist da ein alkoholisches Elixier, das Gesundheit und ein gutes Gedächtnis bis ins allerhöchste Alter verspricht: Ginseng.

          Dieses Image haftet auch an dem Gebräu: Ginseng ist etwas für Tattergreise. So suggerierte es zumindest die Werbewirtschaft über Jahrzehnte. Denn sie unterstellte nur der Zielgruppe 60plus ein Kaufinteresse an Ginseng - neben Haftcreme für die Dritten.

          In Asien ist Ginseng in aller Munde - und das seit Urzeiten

          Heute weiß man jedoch, dass Ginseng durchaus nicht nur für Greise gut sein kann. Das Wissen über die Ginseng-Wurzel ist uralt - jedenfalls in Asien. Die Wirkungen der Wurzel fassen die Asiaten mit „harmonisierend“ zusammen.

          Damit ist etwas gemeint, das der westlichen Schulmedizin zunächst Kopfschmerzen bereitete: Ginseng weist zum Teil gegensätzliche Effekte auf. Mal beruhigt er, mal regt er an. Im einen Fall zum Beispiel wirkt Ginseng blutdrucksenkend und im anderen blutdrucksteigernd. Und genau hier zeigt sich das Besondere des Ginseng: er greift zwar an vielen Stellen des Körpers an - aber nur dort, wo es nötig ist, an den Schwachstellen also.

          Ginseng schützt den Körper vor allerlei krankmachenden Einflüssen

          Hobbythek-Moderator Jean Pütz weiß, dass Ginseng ein Rezept der Balance ist, getreu der chinesischen Philosophie des Ying und Yang. Bei Manfred Rumrich erfahren wir, weshalb Ginseng als „Adaptogen“ bezeichnet wird. Generell gilt, dass Ginseng nicht gezielt gegen bestimmte Krankheiten wirkt. Es handele sich vielmehr um eine Wirkung, die unspezifisch sei, so Rumrich. Der Körper könne sich so besser gegen störende und krankmachende Einflüsse von außen schützen. Oder er stelle sich besser auf entsprechende Belastungen ein. In einem solchen Fall `adaptiere´ sich der Körper, er passe sich den Veränderungen an. Auffallend dabei ist, dass dieser Schutz praktisch gegen jede Art von negativen Einflüssen wirksam werden kann.

          Dazu zählen Umweltgifte und Infektionen ebenso wie körperliche Überbeanspruchungen oder seelische Belastungen. Für diese unter Heilpflanzen einmalige Wirkung sorgen die sogenannten Saponine, eine wichtige Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. „Die Erforschung der sekundären Pflanzenstoffe steht noch am Anfang“, so Jean Pütz, „aber es lassen sich jetzt schon interessante Schutzwirkungen vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweisen.“ Inzwischen ist übrigens auch eine antioxidative Wirkung von Ginseng belegt. Die Stoffgruppe der Saponine ist seit langem bekannt. Im Ginseng aber fand man - neben Fettsäuren, Aminosäuren, Peptiden, Steroiden, Terpenen und Cholin sowie Vitamin C, B-Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente - neue, bisher unbekannte Saponine und gab ihnen den Namen „Ginsenoside“.

          Die Wunderwurzel mit lebensverlängernder Wirkung?

          Gerade diese Ginsenoside verursachen die verschiedenen und teilweise gegensätzlichen Wirkungen des Ginseng. Eine Wunderwurzel also? Nein, aber eine wertvolle Hilfe für den Körper. Und Ginseng wird dann zum Wundermittel, wenn „Altern“ ein Abnehmen der Widerstandskraft des Körpers und der Anpassungsfähigkeit an belastende Umweltfaktoren bedeutet. Dann, so verspricht uns Manfred Rumrich, „wird Ginseng mit seinen komplexen, adaptogenen Wirkungseigenschaften mithelfen können, die Auswirkungen des Alterns auf Körper und Geist abzumildern und zu verlangsamen.“

          Genug der Theorie. Wir müssen noch etwas für Oma besorgen. Zweimal Ginseng bitte, vom Feinsten - einmal für Oma und einmal für uns.

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