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Ernährung : Essen wie die Affen

  • -Aktualisiert am

Vitaminspender: Obst in allen Formen Bild: dpa

Wer strotzende Fitneß, zarte Haut und füllige Haarpracht will, muss essen wie die Affen. Pflanzliche Nahrung enthält die richtige Mixtur aus Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen.

          Sie wollen strotzende Fitneß, sexy Streichelhaut und füllige Haarpracht? Dann gibt´s nur eins: essen wie die Affen! Das ist keine Frechheit, sondern Wissenschaft.

          Die kalifornische Expertin Katherine Milton empfiehlt: pflanzliche - und wenig tierische - Nahrung, denn sie enthalte genau die richtige Mixtur aus Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen, die der Mensch braucht, um innen und außen in Form zu bleiben.

          Die Affen machen das schon immer so und turnen fit durchs Gehölz. Das richtige Futter hilft auch uns. Es muß ja nicht roh und aus dem Urwald sein.

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          Beispiel Haut

          Problembeschreibung: Die Haut sieht doppelt so alt aus wie der ganze Rest und hat noch Grillschäden vom letzten Ganztags-Ganzkörper-Sonnenbaden

          Diagnose: Fahle Haut wird nicht richtig ver-, und von Schlacke entsorgt. Da fehlt´s an B-Vitaminen, Folsäure (auch ein Vitamin) und Eisen - und nicht selten schlicht an Wasser. Außerdem wird Sonnenbrand-Haut schnell alt. Die Vitamine C, A und E sind Gegner der vom Sonnenlicht profitierenden „Freien Radikale“.

          Futter-Vorschlag: Gleich beim Frühstück anfangen: eine Riesen-Grapefruit (Vitamin C) vorweg, Vollkornbrot mit Butter und ein Ei oder Cornflakes mit Milch (Ballaststoffe, B-Vitamine, Vitamin A). Zwischendurch Banane und/oder Orange, Kiwi (Vitamin C), mittags ein Gemüseauflauf, abends ein Salat (u.a. Folsäure), z.B. Tomaten, Gurke, Schafskäse - mit Oliven-, Sonnenblumen- oder anderem Pflanzenöl (Vitamin A).

          Beispiel Haar

          Problembeschreibung: Das Haar hängt lahm rum, bricht beim Kämmen ab, verabschiedet sich sogar im Ganzen und in Mengen.

          Diagnose: Was aus der Kopfhaut rauswächst oder -fällt, ist in Aussehen und Stabilität Ergebnis der Versorgung der Haarwurzeln. Wenn´s nicht an den Genen oder einer Krankeit liegt, dann können Vitamin B6, B12, C, Folsäure, Eisen, auch Zink aus Gestrüpp wieder sowas wie einen ansehnlichen Schopf machen - dauert halt ein bißchen.

          Futter-Vorschlag: Frisch gepresster Orangen-Saft (Vitamin C) vor´m Kaffee? Außerdem: statt Kaffee besser Milchkaffee, und am allerbesten, wenigstens ab und zu, ein großes Glas frische Milch pur (B-Vitamine). Öfter Linseneintopf oder Erbsengemüse (Eisen, Folsäure) essen - gibt´s fertig, ist aber auch selbstgemacht keine große Sache. Und in den Monaten ohne „r“ ab und zu ein Dutzend Austern (Zink) schlürfen, sonst einen Heringssalat oder mal ein Steak - natürlich vom Bio-Metzger - essen.

          Beispiel Augen

          Problembeschreibung: Sie müssen kneifen bei hellem Licht; die Augen brennen, jucken und sind rot, im Dunkeln sehen sie nichts.

          Diagnose: Könnte sein, dass Vitamin A fehlt. Die Kaninchen-haben-keine-Brille-Story ist zwar alt, hat aber auch den berühmten waren Kern: Vitamin A (Möhren) ist tatsächlich wichtig für gesunde Augen.

          Futter-Vorschlag: Möhren, wobei zu beachten ist: Von Möhren-Vitaminen hat man nur was, wenn man die Rüben kocht. Roh rutscht das Meiste durch. Daran ändert auch der Tropfen Öl im rohen Möhrensaft nichts. Andere Vitamin-A-Lieferanten: Ein schönes Stück Käse aufs Vollkornbrot, dazu reife Tomaten. Am PC mal ein Glas Milch trinken oder ein paar Trockenaprikosen kauen - lecker und leicht verdaulich.

          Beispiel Nägel

          Problembeschreibung: Die Nägel wachsen kaum noch, brechen schon beim Hingucken

          Diagnose: Mit den Nägeln ist´s wie mit den Haaren: sie bestehen zwar aus „toten“ Zellen. Aber die waren mal lebendig und brauchten genügend Vitamine und Mineralien. Vitamin E, K, B-Vitamine, Biotin, Folsäure, Eisen, Zink, Selen zum Beispiel. Wenn es daran gefehlt hat, sieht man´s am Nagel.

          Futter-Vorschlag: Die Italiener tunken Brot in Olivenöl. Nachmachen! Aber nicht mit Billig-Öl und Industrie-Baguette. Qualität kostet was. Gerne auch mal Vollkornbrot nehmen - das gibt es auch fein und hell, nicht immer nur grob und dunkel. Schmeckt toll. Dazu eine frische, pralle Paprika - die gelben sind die mildesten und haben eine weniger harte Schale - in Streifen geschnitten verputzen. Immer mal einen Apfel, eine Birne, eine Kiwi reinziehen. Und: das geliebte Steak macht hier als Eisenlieferant (besonders) Sinn. Aber nur von ihrerseits gesund aufgewachsenen Tieren.

          Und wenn der ganze Mensch in den Seilen hängt?

          Weder fünf Tassen Mocca noch zwei Liter Cola machen Sinn, wenn´s an der falschen Ernährung liegt. Und zwei, drei Multivitamin-Pillen bringen´s auch nicht mal schnell - die ganze „Maschine“ Körper läuft nach einem komplizierten Wechselgeschehen und lässt sich nicht so billig abspeisen.

          Kurz und knapp die vier wichtigsten Regeln:
          1. Öfter weniger essen, statt selten viel
          2. viel Pflanzliches, wenig Tierisches essen: frische(s) Gemüse, Obst, Salate
          3. zum satt werden Kohlehydrate essen. Vollkornbrot, Kartoffeln, Reis
          4. gut Spülen: weniger Alkohol, aber mehr Saft-Sprudel-Mischungen trinken



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