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Entspannung : Power-Yoga: Mit fließenden Bewegungen zu mehr Kraft

  • -Aktualisiert am

Yoga-Stellung „Die Kobra”: Volle Körperbeherrschung und Konzentration Bild: dpa

Arbeit am PC, verkrampftes Fitnesstraining und allgemein schlechte Körperhaltung führen zu Verspannungen am ganzen Körper.

          3 Min.

          Windsurf-Weltmeister Francisco Goya wurde 1993 von seinem Vater zu seiner ersten Yoga-Stunde geschickt. „Vor meiner ersten Lektion dachte ich mir: Da sitzen ein paar Menschen, die sich nur unterhalten. Nach zehn Minuten bekam ich keine Luft mehr und war komplett nass geschwitzt.“

          Es gibt viele Formen von Yoga. Bei Sportlern sehr beliebt ist Ashtanga-Yoga, das in Amerika unter dem Begriff Power-Yoga bekannt ist. Power-Yoga verbreitete sich 1930, nachdem ein Yoga-Meister zu Studienzwecken mit seinem Schüler nach Kalkutta gereist war. In der Universität von Kalkutta waren sie auf ein bis dahin unbekanntes Manuskript gestoßen, das ein komplettes Yoga-System beschrieb. Dieses Manuskript diente als Grundlage für das hier beschriebene Power-Yoga.

          Verspannungen und Schmerzen: ein Erbe aus dem Büro-Alltag

          Yoga ist Sport, Heilmethode und Prävention in einem. Steifheit und Unbeweglichkeit im Schulterbereich, im Nacken, in der kompletten Wirbelsäule und im Becken sind Beschwerden, die durch Ausübung verschiedenster Sportarten auftreten können. Verschobene Wirbel, Schmerzen in den Gelenken, Bänderzerrungen und Krämpfe sind häufige Leiden. Und manche Hobby-Sportler bringen die komplette Krankengeschichte schon aus dem Büro-Alltag mit.

          Durch das Dehnen wird die Leistungsfähigkeit der Muskeln erhöht. Sie werden effizienter, ermüden langsamer und regenerieren sich schneller. Wichtigster Grundsatz: Die Muskeln müssen langsam gedehnt, die Dehnung lange gehalten werden, und man muss sich auf die tiefe Atmung konzentrieren. Ursprünglich war Yoga ein indisches, philosophisches System, dessen Ziel darin lag, dass sich der Mensch durch die völlige Beherrschung des Körpers und die Befreiung des Geistes aus seiner Umwelt löst. Heutzutage dient Yoga vereinfacht auch als Verfahren der körperlichen Übung und geistigen Konzentration.

          Stärkeres Bewusstsein für die körperliche Haltung

          Die verschiedenen Stellungen beim Yoga dienen in erster Linie der Wirbelsäule, denn von ihr gehen ein Großteil physischer und psychischer Leiden aus. Immer mehr Chiropraktiker und sogar Orthopäden empfehlen Yoga. Es wird ein deutlich stärkeres Bewusstsein für die körperliche Haltung im täglichen Leben, am Schreibtisch oder beim Bücken gebildet. „Der Gesamtzustand von Körper und Geist nimmt qualitativ zu, die sportliche Fitness wird gesteigert, man wird körperbewusster, findet sein körperliches und geistiges Gleichgewicht“, beschreibt Surfer Ingo Meyer die Fortschritte, die er durch Yoga machte.

          Windsurfer Andy Wolff ist mittlerweile richtig süchtig nach Yoga: „Ohne Yoga fühle ich mich nicht gut. Es hilft mir vor Wettkämpfen mich besser zu konzentrieren und auf dem Wasser extreme Moves wie Shove-its, Push-loops oder Tweaked Aerials noch radikaler auszuführen.“ Auch die Unterarme und der Rücken sind durch Sport stark beanspruchte Körperpartien: Sind die Muskeln zu stark ausgeprägt, verengen sich die Adern und verhindern die Blutzufuhr. Die Folge können Sehnenscheidenentzündungen oder Krämpfe sein. Deshalb ist das Dehnen der Unterarme sehr wichtig.

          Yoga bringt Kraft durch minimalistische Übungen

          Yoga kann die Schinderei an den Gewichten ergänzen oder völlig ersetzen. Beim Power- Yoga bekommt man sehr viel Kraft durch die antagonistische Technik. Das heißt, dass hauptsächlich durch das kräftige Anspannen der jeweils gegenüberliegenden Muskeln gedehnt wird. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei das extreme, angespannte Spreizen der Finger, sobald eine Handfläche den Boden berührt, oder das komplette Aufsetzen des Fußes. Eine Yoga-Stunde dauert rund 90 Minuten und sollte mindestens dreimal die Woche abgehalten werden. Entweder morgens nach dem Aufstehen oder abends vor dem Schlafen.

          Eingeleitet wird die Stunde durch den Sonnengruß. Danach nimmt man verschiedene Haltungen zum Aufwärmen ein - erst im Stehen, dann im Sitzen und später im Liegen. Zum Schluss folgt eine bewusste Entspannung. Zentrale Aufmerksamkeit bei allen Übungen sollte man der Atmung widmen. Während des Dehnen gilt es, tief in die Dehnung „hineinzuatmen“, dabei darf auch laut und kräftig geschnauft werden. Die Atmung bedeutet im Yoga auch Aufnahme von Lebensenergie (Prana), bringt nicht nur Sauerstoff, sondern auch Selbstbewusstsein.

          Echte Yogis üben sich in Enthaltsamkeit

          Unschwer zu erkennen ist, dass Yoga aus einer anderen Kultur kommt. Yogis, so nennt man die Meister im Yoga, leben nicht nur vegetarisch, sondern auch maßvoll und begierdelos. Und Ingo Meyer meint: „Ich gehe trotzdem feiern, da ich Yoga nur als Ergänzung meines Trainings sehe, ohne gleich ein Heiliger zu werden.“

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