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England : Englische WM-Entdeckung: Rio Ferdinand

  • Aktualisiert am

Mit dem englischen Team obenauf: Rio Ferdinand Bild: AP

Europäische Spitzenklubs haben bereits ihr Interesse am vielseitigen Definsivspieler bekundet, der auch gegen offensivstarke Brasilianer im Mittelpunkt steht.

          2 Min.

          Ausgerechnet ein englischer Fußball-Nationalspieler mit dem Vornamen Rio will den Rekord-Weltmeister Brasilien zurück nach Rio de Janeiro schicken. Rio Ferdinand, als Abwehrspieler die WM-Entdeckung im Team des WM-Champions von 1966, hat sich für den Viertelfinal-Hit gegen die „Selecao“ am Freitag (8.30 Uhr MESZ/live bei Premiere) in Shizuoka/Japan besonders viel vorgenommen. Schließlich will er sich packende Zweikämpfe mit dem „RRR-Sturm“ der „Selecao“, Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho liefern.

          „Brasilien hat immer ein großartiges Team beisammen. Es hat sechs Offensivkräfte von Weltklasse. Die Spieler auf der Ersatzbank würden bei anderen Mannschaften bestimmt in der Stammformation stehen. Es ist einfach außergewöhnlich, gegen eine solche Mannschaft spielen zu dürfen“, sagte der 23-Jährige von Leeds United.

          „Gute Ballbehandlung und ein glänzendes Stellungsspiel“

          Bei der WM lieferte er an der Seite von Sol Campbell in der Innenverteidigung bislang eine starke Leistung ab. Und beim glatten 3:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Dänemark gelang dem in London aufgewachsenen Abwehr-Ass mit familiären Wurzeln auf den westindischen Inseln sogar im 26. Länderspiel der erste Treffer - per Kopfball.

          Die englischen Medien feierten den Leeds-Kapitän sogar als besten englischen Abwehrspieler seit Bobby Moore, dem Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 1966. „Ferdinand hat alle physischen und technischen Qualitäten eines Abwehrspielers der heutigen Zeit“, meinte Arsene Wenger, Teammanager von Doublegewinner Arsenal London. Ferdinand ist schnell, athletisch, verfügt über eine für Abwehrspieler gute Ballbehandlung und ein glänzendes Stellungsspiel. Kein Wunder, dass Manchester United die Fühler nach ihm ausstreckt. Teammanager Sir Alex Ferguson ist Ferdinand umgerechnet 56 Millionen Euro wert. Auch Real Madrid, Inter Mailand und Juventus Turin haben schon Interesse bekundet.

          „Man träumt davon, dass solche Dinge passieren“

          Mit einer Ablösesumme von 29 Millionen Euro bei seinem Transfer von West Ham United nach Leeds war Ferdinand ohnehin schon der teuerste Abwehrspieler der Welt. Trotz seiner Gala-Auftritte bleibt Ferdinand, den seine Eltern nur aus einer Laune heraus und keineswegs in Anlehnung an die Stadt am Zuckerhut auf den Namen getauft hatten, bescheiden. „Ein einzelner Spieler darf nicht im Mittelpunkt stehen. Vor vier oder fünf Jahren hätte ich nicht im Traum daran gedacht, in einer solchen Position zu sein. So genieße ich jeden Moment in vollen Zügen“, meinte Ferdinand.

          Vor vier Jahren gehörte er ebenfalls dem englischen WM-Team an, kam aber keine einzige Sekunde zum Einsatz. Jetzt spricht das ganze britische Empire von „RF“, der besonders stolz auf sein Tor zum 1:0 gegen Dänemark ist: „Man träumt davon, dass solche Dinge passieren. Zum Glück für mich ist ein Traum Wirklichkeit geworden.“ Schon als kleiner Junge hatte er Visionen, sich eines Tages mit den Besten der Welt bei einer WM zu messen: „Man denkt an eine große Bühne, und die WM-Bühne ist die größte von allen.“

          Kritiker eines Besseren belehrt

          Entscheidend für Ferdinand ist der Teamgeist bei den Engländern. „Je länger wir zusammen sind, umso mehr rücken wir zusammen“, sagte er. Dabei vergisst er trotz aller Begeisterung auf der Insel nicht, dass es auch sehr skeptische Stimmen über die Mannschaft von Teammanager Sven-Göran Eriksson noch während des WM-Turniers gegeben hat. „Die Leute haben vor dem Dänemark-Spiel an uns gezweifelt. Möglicherweise zweifeln sie auch an uns im Duell gegen Brasilien, und wir können sie eines Besseren belehren“, sagte der Leeds-Star.

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