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EM-Qualifikation : Deutschland ist spät dran

  • Aktualisiert am

Ziel noch nicht erreicht: Deutschlands Nationalteam braucht noch einen Punkt Bild: AFP

Zum ersten Mal in der Ära Löw erreicht die deutsche Nationalmannschaft nicht vorzeitig ein großes Turnier. Wenn es ganz blöd läuft gegen Georgien, droht die Relegation. Doch Löw gibt den Irland-Verlierern eine neue Chance.

          Joachim Löw wird den Verlierern von Dublin im „Endspiel“ der EM-Qualifikation gegen Georgien eine neue Chance geben. „Es gibt keine grundsätzliche Überlegung aufgrund des Ergebnisses, das eine oder andere infrage zu stellen“, erklärte der Bundestrainer einen Tag vor der Partie der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Sonntag (20.45 Uhr/RTL und im Liveticker von FAZ.NET) gegen Georgien. „Es gibt nicht viele Veränderungen“, kündigte Löw an.

          Der angeschlagene Kapitän Bastian Schweinsteiger hat wieder mit dem Lauftraining begonnen. „Es hat sich zumindest so gebessert, dass eine Hoffnung besteht“, verriet Löw. Wer den verletzten Mario Götze im Angriffszentrum ersetzt, ließ der Bundestrainer offen.

          Nach der 0:1-Niederlage in Irland muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erstmals in der Ära Löw bis zum letzten Gruppenspiel um die Qualifikation für ein großes Turnier kämpfen. Auf dem Weg zu den Europameisterschaften 2008 und 2012 war das Ticket ebenso vorzeitig gelöst worden wie vor den WM-Turnieren 2010 und 2014.

          Im letzten Gruppenspiel gegen Georgien fehlt noch ein Punkt, um 2016 sicher in Frankreich dabei zu sein. Letztmals hatte eine DFB-Elf vor der Qualifikation zur EM 2004 mit Teamchef Rudi Völler Druck bis zum Schluss. Damals wurde das Ticket durch ein 3:0 gegen Island gelöst.

          Die Qualifikationsrunden der Ära Löw

          EM 2008: Mit einem 0:0 in Irland wird die Teilnahme schon am viertletzten Spieltag klar gemacht. Es folgen noch ein 0:3 gegen Tschechien, ein 4:0 gegen Zypern und ein 0:0 gegen Wales.

          WM 2010: Mit seinem Tor zum 1:0 in Russland schießt Miroslav Klose die DFB-Auswahl vorzeitig zur WM nach Südafrika. Vier Tage später reicht es in Hamburg gegen Finnland nur noch zu einem mühsamen 1:1.

          EM 2012: Nach einer 6:2-Gala gegen Österreich ist das Ticket für Polen und die Ukraine zwei Spieltage vor Quali-Ende gebucht. Das Löw-Team lässt nicht nach und gewinnt gegen die Türkei und Belgien.

          WM 2014: Nur das historische 4:4 nach 4:0-Vorsprung gegen Schweden ist ein dunkler Fleck auf dem Weg zum Triumph in Rio. Das Ticket wird am vorletzten Spieltag mit einem 3:0 gegen Irland gebucht.

          EM 2016: Erstmals seit 1983 und erstmals unter Löw gehen zwei Partien in einer Runde verloren. Nach dem 0:1 in Irland muss der amtierende Weltmeister das Ticket im Gruppenfinale gegen Georgien lösen.

          Playoffrunde im November droht

          Bei einer Niederlage gegen Georgien und einem nur dann möglichen sensationellen Absturz in der EM-Qualifikation auf Platz drei müsste das deutsche Team mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im November in die EM-Playoffrunde.

          Die Hintertür, sich als bester der neun Gruppendritten auch direkt für die Endrunde 2016 in Frankreich zu qualifizieren, ist für den Weltmeister praktisch schon zu. Schon vor dem letzten Spieltag ist Ungarn in der Gruppe F als potentieller Gruppendritter in der Endabrechnung in jedem Fall besser als die DFB-Auswahl. Sollten in dieser Gruppe die Rumänen noch hinter Ungarn auf Platz drei rutschen, wären sie sehr wahrscheinlich auch noch besser als die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw.

          Qualifiziert für Fußball-EM 2016

          Gastgeber: Frankreich
          aus Gruppe A: Island, Tschechien
          Gruppe C: Spanien
          Gruppe E: England, Schweiz
          Gruppe F: Nordirland
          Gruppe G: Österreich
          Gruppe I: Portugal

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